Pergament-Rolle

Heimatmuseum Oettingen

Beschreibung

Die aus vier Teilen mit Fäden zusammengenähte Pergamentrolle befindet sich in einer mit Papier bezogenen, farbig verzierten Pappröhre. Diese trägt ein Etikett mit der handschriftlichen Aufschrift: 'Pergamentrolle/enthaltend/"Megila Ester"/"Purim Geschichte"'.

Das jüdische Purim-Fest gründet auf der biblischen Überlieferung einer historischen Begebenheit im 5. Jahrhundert v.d.Z., die im Buch Ester geschildert wird. Unter der Regierung des persischen Königs Ahasverus (Xerxes I.) wird die Existenz der Juden durch Großwesir Haman bedroht. Dieser bestimmt durch Lose (hebr. "Purim") den 13. Tag des Monats Adar als den Tag ihrer Vernichtung. Königin Ester gelingt es jedoch, gemeinsam mit ihrem Ziehvater Mordechai, den Untergang des jüdischen Volkes zu verhindern.

Purim ist ein jüdisches Freudenfest, das mit Geschenken an Angehörige, Freunde und Arme sowie mit Maskeraden und dramatischen Vorführungen begangen wird. Am Vorabend und am Morgen des Festes wird das Buch Ester vollständig vorgelesen. Für den Gebrauch beim Gottesdienst oder zur häuslichen Lesung an Purim (14. Adar, Februar/März) ist es oft ebenfalls in Rollenform abgefasst. Ester-Rollen wurden häufig mit Bildschmuck versehen und gewöhnlich in einer Kapsel aufbewahrt.

Laut Aufnahmebuch des Heimatmuseums Oettingen war diese Ester-Rolle Anfang der 1940er-Jahre Bestandteil der Sammlung des Museums. Später wurde sie in der Stadtverwaltung in einer Schublade aufbewahrt, 1990 einer Privatperson geschenkt, die sie dem Heimatmuseum übergab.