Schrank

Mittelschwäbisches Heimatmuseum Krumbach

Beschreibung

Dieser Eckschrank für die rituelle Handwaschung steht heute im Eingangsbereich des alten Heimatmuseums Krumbach in der Heinrich-Sinz-Straße 5. Er war Bestandteil dieses ehemals jüdischen Wohnhauses, das seit dem Jahr 1882 die Familie Neuburger bewohnte. Die letzte Bewohnerin des Hauses, Bertha Neuburger, musste das elterliche Haus 1938 an die Stadt Krumbach zwangsverkaufen. Als im Jahr 1950 im selben Haus ein Heimatmuseum errichtet wurde, ging auch der Eckschrank in dessen Inventar über. Er ist aus braun lasiertem Holz gefertigt, steht auf einem schmalen Sockel mit vier Füßen und schließt nach oben mit einem profilierten Gesims ab. Der Schrank besteht aus einem Frontteil mit drei vertikal angeordneten Türen und zwei abgeschrägten Seitenteilen. Das Mittelfach enthält ein eingebautes Handfass aus Zink mit gewölbter Wandung und Messing-Zapfhahn. Darunter steht eine mit umlaufendem Rillendekor verzierte Wasserschüssel, die zwei seitliche, ringförmige Griffe trägt. Ob die Waschschüssel von Beginn an Bestandteil des Eckschrank-Ensembles war, ist nicht bekannt. Das rechte Seitenteil des Schrankes ist mit einer Tür ausgestattet, hinter der sich ein schmales Fach für die Aufbewahrung eines Handtuchs befindet.

Solche Schrank-Ensembles dienten in jüdischen Haushalten oft der rituellen Waschung der Hände (Netilat Jadajim), die neben der Reinigung des Körpers in der Mikwe eine große Rolle spielt.