L'Eschelle du Ciel & de l'Enfer, selon S. Bernard: vtile & profitable à tous Chrestiens (Zwei Wege, Wahl zwischen Himmel und Hölle)

Kunstsammlungen der Veste Coburg

Beschreibung

Boyvins Kupferstich bietet eine originelle Variante des auf Matthäus 7.13-14 basierenden Typus des „Zweiwegebildes“. In den meisten Zweiwegebildern hat sich der Gläubige – dem Wortlaut bei Matthäus entsprechend – zwischen dem breiten Weg, der in die Verdammnis führt, und dem schmalen Weg, der ins Himmelreich führt, zu entscheiden. Bei Boyvin haben wir statt der beiden Wege eine abwärts führende Treppe und eine aufwärts führende Leiter. Vor der bequemen, abwärts führenden Treppe lockt die auf einem Pfau sitzende Personifikation des Hochmuts („L’orgueil de la Vie“). Die Stufen der Treppe repräsentieren die Laster. Am Ende wartet der Höllenschlund. Auf der anderen Seite lädt ein Engel, der die Gnade Gottes („Grace de dieu“) verkörpert, den Gläubigen ein, die beschwerliche, auf dem Kreuz des Glaubens („Foi“) stehende Leiter der Tugenden hinaufzusteigen, wo er die Liebe Gottes („Caritas“) erfahren wird. Boyvins Komposition war Vorbild für eine seitenverkehrte Kopie mit deutschen Versen, die der Kölner Stecher Johann Bussemacher um 1620 schuf.

Literatur

Wolfgang Harms/Beate Rattay, Illustrierte Flugblätter aus den Jahrhunderten der Reformation und der Glaubenskämpfe, Coburg 1983, S. 238f.

Autor

Michael Overdick

Rechtehinweis Beschreibung

RR-F