Holzspielzeug, Elefant auf Rädern

Museum Oberschönenfeld

Beschreibung

Der Elefant besteht aus einem fassförmig gedrechselten Rumpf und einem angeleimten, ausgesägten Kopf mit Rüssel. In die vier verzapften Beine aus Rundhölzern ist jeweils ein kleines Rad eingearbeitet, das über einem als Achse dienenden Nagel rotiert. Er stammt aus der 1778 gegründeten Drechslerei Heinz in Waal (Lkr. Ostallgäu), die Gebhard Heinz (1884–1972) 1910 in vierter Generation übernommen hatte. In den 1920er-Jahren produzierte sie als Waaler Künstler-Spielzeug- und Galanteriewaren-Fabrik auch Nachzieh- und Schiebespielzeug wie diesen Elefanten. Die meisten Bestandteile waren gedrechselt und um kleinere Schnitzarbeiten ergänzt. Heinz beschäftigte neben Drechslern auch Kunstmalerinnen, die Spielzeug und andere Produkte farbig fassten. 1924 ließ der Firmeninhaber eine Fotoserie mit den in Waal produzierten Spielwaren und Wohnaccessoires anfertigen, auf der ein gleichartiger Elefant abgebildet ist. Gebhard Heinz‘ Sohn Christian Heinz (1912–1963) erweiterte den Betrieb in den 1950er-Jahren um eine Schreinerei und setzte vermehrt auf die Herstellung von Möbeln. Als er 1963 bei einem Autounfall ums Leben kam, führte seine Witwe Klara (1926–2007) das Unternehmen weiter. Neben seriell am Drehautomaten gefertigten Produkten entwickelten sich die Herstellung von (Einbau-)Möbeln und der Innenausbau zu Schwerpunkten der Firma, während der letzte Drechsler 1975 in den Ruhestand ging. 1995 übernahm die Tochter und Schreinermeisterin Hildegard Heinz (geb. 1948) mit ihrem Ehemann Dieter Kaiser (1940–2013) den Betrieb. Da sich keine Nachfolge fand, endete 2016 die über 200-jährige Firmengeschichte.