Ansichtskarte "Gruss aus Zusmarshausen"

Museum Oberschönenfeld

Beschreibung

Die im Heliochrom-Druckverfahren (Lichtdruck und Chromolithografie) hergestellte Ansichtskarte „Gruss aus Zusmarshausen“ (Lkr. Augsburg) zeigt vier Ansichten des Ortes: die Hauptstraße samt Freileitungsmast, das Pfarrhaus neben dem Gemischtwarenladen Sendlinger, die Wertinger Straße und die Pfarrkirche Maria Immaculata. Neben dem Textfeld befindet sich der Herstellervermerk „Atelier M. Reitmaier, Zusmarshausen“. Um 1913 wurde die Postkarte von Zusmarshausen nach München verschickt. Der gelernte Hafner Martin Reitmaier (1874–1965) absolvierte eine Ausbildung in einem Neu-Ulmer Fotoatelier, arbeitete dann als Fotograf in seinem Heimatort Langenhaslach (Neuburg an der Kammel, Lkr. Günzburg) und war ab 1896 als „Reisephotograph“ tätig. Nach seiner Heirat eröffnete er 1898 ein Atelier in Zusmarshausen (Lkr. Augsburg). Einen Schwerpunkt seiner Fotografien bildeten Porträts, Aufnahmen anlässlich von Familienfesten und Gruppenbildern sowie Orts- und Gebäudeansichten, die er, häufig koloriert, als Ansichtskarten drucken ließ. Dabei zeichnete er teils selbst als Verleger. Das Fotoatelier übernahm später sein gleichnamiger Sohn (1899–1963) und führte es – neben einem Lebensmittel- und Tabakwarengeschäft – bis zu seinem Tod.