Llamas Kamele

Münchner Stadtbibliothek, Musikbibliothek

Beschreibung

„Lang, lang ist’s her – und dennoch … – lasse ich meine Gedanken zurückschweifen in die Zeit, in der ich noch Ideale, Illusionen und Jugend mein nannte (…)“ [vgl. Neue Musik-Zeitung 1919, S. 280f.], so schrieb 1919 die fast Sechzigjährige Mary Wurm, die rund 40 Jahre zuvor (zwischen 1880 und 1882) eine Schülerin der berühmten Clara Schumann (1819 - 1896) war. Von einem Konzertbesuch der Pianistin Nathalie Janotha, einer Schumann-Schülerin, so begeistert setzt sie in England alle Hebel in Bewegung, um bei Schumann in Frankfurt am Main Klavier studieren zu können. Mary Wurm wird als Kind deutscher Eltern im englischen Southampton geboren. Von 1869 bis 1877 bekam sie Unterricht am Königlichen Konservatorium für Musik in Stuttgart, um im Anschluss nach England zum Studium zurückzukehren. Neben Clara Schumann studierte sie am Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt auch bei Engelbert Humperdinck, Eugenie Schumann und Joachim Raff; darüber hinaus auch Komposition, z.B. 1886 bei Carl Reinecke (1824 - 1910) in Leipzig.

Emanzipiert durch den ständigen Umgang mit selbstbewussten Künstlerinnen und Musikerinnen gründete und dirigierte sie ein Frauenorchester in Berlin. Wurm konzertierte vorwiegend in England und Deutschland. Ihre letzten Jahre verbrachte sie unter schwierigen, finanziellen Umständen in München, wo sie u. a. ab 1932 an Sendungen des Bayrischen Rundfunks mitwirkte. Mary Wurm setzte sich zeitlebens für die Verbreitung von Werken von Komponistinnen ein, schrieb zahlreiche musikwissenschaftliche Artikel und arbeitete an einem unveröffentlicht gebliebenen „Lexikon über Komponistinnen“. Ihrer Nähe zu München ist es zu verdanken, dass die Musikbibliothek der Münchner Stadtbibliothek mehr als 70 wertvolle Autographe von Mary Wurm besitzt.

Literatur

Tibbe, Monika, „Emanzipation der Tat“: Mary Wurm - Pianistin, Komponistin, Dirigentin, Musikschriftstellerin

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