Martin Luther: Sammelhandschrift mit fünf Autographen Martin Luthers Über das Objekt

Sammelhandschrift mit fünf Autographen Martin Luthers

1530 - 1532
  • Martin Luther
  • Coburg (teilweise)

Beschreibung

Den Hauptteil der Handschrift bilden Konzepte für Texte, die Martin Luther 1530 auf der Veste Coburg als Reaktion auf Ereignisse beim Reichstag in Augsburg verfasste und die er gedruckt veröffentlichte. Die handschriftlichen Entwürfe dienten nicht als Druckvorlagen, sondern belegen eine Vorstufe und gewähren authentische Einblicke in die Arbeitsweise des Reformators. Der Verfasser schenkte die Entwürfe seinem Freund und Gehilfen Veit Dietrich (1506-1549). Der Nürnberger Theologe arbeitete von April bis Oktober 1530 in Coburg eng mit Martin Luther zusammen. Zwischen 1530 und 1535 legte er Bände mit Abschriften von Briefen, Predigten, Vorlesungen, Tischreden oder Notizen Martin Luthers an. Der Sammlung mit Briefkopien ließ er die 46 von Martin Luther empfangenen Blätter vorbinden. Im 18. Jahrhundert wurde diese Einheit zerstört: Die ausgelösten und separat gebundenen Autographen Martin Luthers gelangten mit einem Teil der Briefabschriften in den Besitz Adam Rudolf Solgers (1693-1770), dessen Privatbibliothek 1766 die Stadtbibliothek Nürnberg ankaufte. Den zweiten Teil der Briefsammlung erwarb 1872 die Sächsische Landesbibliothek Dresden aus dem Nürnberger Antiquariat Heerdegen-Barbeck. Weil die Buchdeckel zu klein ausgefallen waren, schnitt der Buchbinder sorgfältig um die Marginalien Martin Luthers herum, so dass die über den Buchblock herausstehenden Papierstreifen gefaltet werden mussten.

Inhalt

Bl. 1r: Inhaltsverzeichnis von Adam Rudolf Solger

Bl. 2r-8v: Brief an den Kardinal Erzbischof zu Mainz (1530)

Bl. 9r-38v: Entwurf zur Schrift: Von den Schlüsseln (1530)

Bl. 39r-43v: Das 38. und 39. Kapitel Hesekiel vom Gog (1530)

Bl. 44r-45v: Auf das Schreien etlicher Papisten, Vorrede (1530)

Bl. 46r-47r: Vorrede zu Johannes Bugenhagens Ausgabe von Athanasii libri contra idolatriam (1532)

CC0