Kriegerkopf aus dem Ostgiebel des Aphaiatempels von Ägina Über das Objekt
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  • Kriegerkopf aus dem Ostgiebel des Aphaiatempels von Ägina
  • Erweiterte Beschreibung
    • Ägina
  • um 490 v. Chr.
  • H. 24 cm / Material: Marmor
    • Griechische Kunst
    • Ägineten
    • Griechische und römische Skulpturen
  • Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek
  • Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek
    • Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek - Signatur: Ägineten O IX
  • Metadaten-Lizenz: CC0
  • 2015

Kriegerkopf aus dem Ostgiebel des Aphaiatempels von Ägina

um 490 v. Chr.
  • Ägina

Beschreibung

Der Kriegerkopf war Teil einer Gruppe von Skulpturen, die den Giebel des Aphaiatempels von Ägina schmückten. Ägina liegt nur wenige Seemeilen vom Piräus, dem Hafen Athens, entfernt. In der archaischen Zeit des 7. und 6. Jahrhunderts vor Christus erreichte die Insel ihre höchste wirtschaftliche und politische Blüte. Um 510 vor Christus begannen die Ägineten damit, in ihrem bedeutendsten Heiligtum, das der Göttin Aphaia geweiht war, einen neuen Tempel zu bauen. Das Gebäude aus Kalkstein wurde mit Skulpturen aus parischem Marmor geschmückt. Die beiden Giebelgruppen hatten trojanische Kriege zum Thema: Im Westen wurde der Konflikt gezeigt, den auch Homer in seiner Ilias beschreibt. Im Osten hingegen stellte man einen anderen Kampf um die Stadt dar, der nach der mythologischen Erzählung eine Generation vorher stattgefunden hatte.

Der Skulpturenschmuck des Aphaiatempels steht genau auf der Grenze zwischen zwei Stilphasen der griechischen Kunst: Der Westgiebel ist noch spätarchaisch, der Ostgiebel frühklassisch. Nirgends sonst wird dieser einschneidende Epochenwechsel der antiken Kunstgeschichte so anschaulich dokumentiert wie hier. Das macht die Ägineten zu einem der bedeutendsten Monumente der griechischen Kunst.

Die Giebelskulpturen des Aphaiatempels wurden im April 1811 von einer Gruppe deutscher und englischer Forscher entdeckt. Ein Jahr später konnten sie für den bayerischen Kronprinzen Ludwig (1786-1868) ersteigert werden. Seit 1827 stehen sie in der Glyptothek.