Lakonischer Volutenkrater

Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek

Beschreibung

Weinmischkessel (Kratere) dienten in Griechenland dazu, Wein und Wasser zu vermengen. Wegen der spiralig aufgerollten Form der Henkel bezeichnen Archäologen diesen Gefäßtypus als Volutenkrater. Das gezeigte Gefäß besteht aus mehreren Teilen, die einzeln gefertigt und anschließend verlötet oder durch Nieten miteinander verbunden wurden. Das Mündungsprofil und die Henkel wurden gegossen. Fuß und Gefäßkörper sind dagegen aus Bronzeblech getrieben. Fast der gesamte Kessel ist ornamental oder figürlich dekoriert: Perlenreihe und Zungenmuster am Fuß sind aus dem Metall getrieben, die Zungen auf der Schulter dagegen mit einem feinen Stichel in das Blech graviert. Die Henkel haben in ihrem unteren Teil, der mit dem Gefäßleib verbunden ist, jeweils die Gestalt von Gorgonen, furchterregenden en Wesen der griechischen Sage, deren bloßer Anblick jeden zu Stein erstarren lässt.

Während Kratere aus Ton für viele erschwinglich waren, handelte es sich bei solchen Mischkesseln aus Bronze um prestigeträchtige Luxusartikel. Im 6. Jahrhundert v. Chr. waren gerade Bronzegefäße aus der griechischen Region Lakonien (Sparta) sehr begehrt. Dieser Volutenkrater wurde in einem Grab in der unteritalischen Landschaft Kampanien gefunden. Dorthin gelangten viele lakonische Erzeugnisse über die Hafenstadt Tarent, die einzige Kolonie Spartas.

Rechtehinweis Beschreibung

CC BY-NC-ND 4.0