Die Baracke. Kriegsgefangenenzeitung - Provinzialbibliothek Amberg Lit.ext. 14a Über das Objekt
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  • Die Baracke. Kriegsgefangenenzeitung - Provinzialbibliothek Amberg Lit.ext. 14a
  • Erweiterte Beschreibung
    • Amberg
  • 1917
  • 4
    • Deutsch
    • Baracke! : Journal des prisonniers français d'Amberg. 1. 1916/17, 1/29
    • Journal des prisonniers français
    • Französischer Kriegsgefangener
    • Kriegsgefangenenlager
    • Zeitschrift
    • Amberg
    • Schätze der Provinzialbibliothek Amberg
  • Bayerische Staatsbibliothek
  • Provinzialbibliothek Amberg
    • Provinzialbibliothek Amberg - Staatliche Bibliothek - Signatur: Lit. Ext. 14a
    • Uniform Resource Name - Identifikator: urn:nbn:de:bvb:12-bsb00119948-5
    • B3Kat-Identifikator - Identifikator: BV022879299
  • http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00119948-5
  • Metadaten-Lizenz: CC0
  • 2019-04-08

Die Baracke. Kriegsgefangenenzeitung - Provinzialbibliothek Amberg Lit.ext. 14a

1917
  • Amberg

Beschreibung

Während des ersten Weltkriegs fungierten eigens am Stadtrand von Amberg errichtete Baracken als Kriegsgefangenenlager, die bis zu 5000 Personen aufnehmen konnten. Schon ab November 1914 waren französische Soldaten untergebracht, später wurden dort auch russische und italienische Soldaten interniert. Trotz oder gerade um von unzulänglichen und deprimierenden Lebensumständen in Gefangenschaft und Unterdrückung fern der Heimat und der Angehörigen abzulenken, verfolgten die Lagerinsassen sportliche und kulturelle Aktivitäten. Es etablierte sich ein Lagerleben mit Sportwettbewerben, Theater, Konzert- und Bildungsveranstaltungen - und einer eigenen Lagerzeitung. Baracke ! erschien wöchentlich in einer Auflage von 200 bis 300 Exemplaren, umfasste meist vier Blätter und wurde im Lager selbst hergestellt. Von Hand in Platz sparender Schrift verfasster Text wurde von oft mehrspaltigen Zeichnungen ergänzt. Die Zeitung pflegte sprachlich und insgesamt gesehen einen guten Stil und befriedigte das Bedürfnis der Kriegsgefangenen nach Information, Zuspruch und Meinungsbildung. Sie brachte den Internierten verlässliche Abwechslung und Unterhaltung in bedrückender Zeit. Sofern die Zensur nicht greift, vermittelt sie gleichzeitig ein Bild vom Gefangenenalltag nach außen, da die Blätter in andere Lager und bis nach Frankreich verteilt wurden. Mit Ironie, Witz und (gut getarnter) Kritik sprach die Zeitung die damals aktuelle französische Politik, Ereignisse im Kriegsgefangenenlager selbst an und griff dabei auf französische Bildungsinhalte zurück. Das Niveau der intelligent gemachten Zeitung war sicherlich auch einem ihrer ersten Redakteure, Roger Salengro, der später Karriere als Abgeordneter, Bürgermeister und schließlich Innenminister in Frankreich machte, zu verdanken.

Siglinde Kurz