Beschreibung
Käthe Kollwitz, 1867 in Königsberg (Preußen, heute: Kaliningrad) geboren und 1945 in Moritzburg bei Dresden verstorben, ist eine der bekanntesten deutschen Künstlerinnen des Realismus und Expressionismus im 20. Jahrhundert. Sie war Grafikerin, Malerin und Bildhauerin. In ihren Kunstwerken griff sie mit ungeschöntem Blick menschliche Themen und Missstände ihrer Zeit und der Geschichte auf. Persönliche Lebenserfahrungen flossen dabei in ihr Werk mit ein.
In vorliegender Zeichnung handelt es sich um ein beidseitig bearbeitetes Blatt; solche Werke werden mit "recto" für die Vorderseite und mit "verso" für die Rückseite benannt.
Auf der Vorderseite stellt die Künstlerin eine langgewandete Gestalt dar, die sich über eine am Boden hockende Frau neigt. Die Frau scheint um etwas flehentlich zu bitten.
Auf der Rückseite befinden sich verschiedene Skizzen: Gesichter in Dreiviertelansicht, Frauen mit Hut sowie Akt-, Hand- und Beinstudien. Da einige Motive am Rand angeschnitten sind, kann das Blatt ursprünglich größer gewesen sein. Die Studien entstanden vermutlich in der Zeit, als Käthe Kollwitz an der Künstlerinnenschule in München studierte (1888-1890). Ihr Vater, Carl Schmidt, unterstützte ihre künstlerische Begabung und finanzierte ihr das Studium an den Künstlerinnenschulen in München und Berlin.