Scheidemünze zu 6 Kreuzern König Ludwigs II. von Bayern von 1866

Staatliche Münzsammlung München

Beschreibung

Vorderseite: Aufschrift "K. BAYERISCHE - SCHEIDEMÜNZE"; Königliches Wappen. Außen Schriftkreis.

Rückseite: Aufschrift "6 KREUZER 1866"; Dreizeilige Schrift im Eichenkranz.

König Ludwig II., der 1864 seinem früh verstorbenen Vater nachfolgte, war wohl die schillerndste Persönlichkeit auf dem bayerischen Königsthron. Für diese Einschätzung ist jedoch nicht sein eher zurückhaltendes Regierungshandeln verantwortlich, sondern seine großen und äußerst kostspieligen Bauprojekte. Zu diesen Bauprojekten zählen u.a. die Schlösser Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof, die den Staatshaushalt Bayerns auf das Äußerste strapazieren sollten. Auch die Förderung der Kunst Richard Wagners ließ sich der König viel Geld kosten. Zum Mythos wurde er jedoch erst durch seinen frühen Tod im Starnberger See, nur wenige Tage nach dem er durch die Regierung entmündigt worden war. Die größte politische Bedeutung sollte sein formaler Beitrag zur Gründung des Deutschen Reichs 1871 sein, da er es war, der in einem Brief König Wilhelm von Preußen die Kaiserkrone antrug. Bei diesem Stück handelt es sich um eine 6-Kreuzer-Münze. Sie wurde aus einer Legierung geprägt, die wenig Silber enthielt und auch als Billon bezeichnet wird. Auf Grund des schlechten Silbers galten sie als Scheidemünzen, d.h. dass ihr Umlaufgebiet eigentlich auf das Königreich Bayern begrenzt war, wobei solche Stücke auch ihren Weg in andere Territorien fanden.