Provinzialbronze der Julia Domna aus Germanikopolis

Staatliche Münzsammlung München

Beschreibung

Vorderseite: Aufschrift "ΓΟΥΛ ΔΟΜ - ΝΑ ϹΕΒΑϹ"; Drapierte Büste nach rechts. Außen Schriftkreis.

Rückseite: Aufschrift "ΓΕΡ - ΜΑΝΙΚΟ - ΠΟΛΕΩϹ ΕϹΤΙΑϹ Im Abschnitt: ΘΕΩΝ"; Aphrodite kniet nach rechts, hinter ihr Eros. Im Abschnitt und außen Schrift.

Septimius Severus war der erste aus Afrika stammende römische Kaiser. Er konnte 193 als Sieger aus dem zweiten Vierkaiserjahr, nach der Ermordung des Commodus hervorgehen. Seine Herrschaft war geprägt durch Eroberungen im Osten des Reichs und die militärische Stabilisierung des Imperiums. Dabei knüpfte er sowohl an Mark Aurel als auch an Traian an, die den Zeitgenossen als gute und erfolgreiche Kaiser galten. Er starb nach 18 Jahren an der Regierung im heutigen York. Diese Bronzemünze entstand in der heutigen Türkei. In den ersten 300 Jahren n. Chr. war es üblich, dass Städte im östlichen Teil des Imperiums Bronzemünzen für den lokalen Geldumlauf prägten. Dabei waren sie in Gewicht, Größe und Bildauswahl in keiner Weise an die reichsrömische Prägung gebunden. Die Stadt Germanikopolis, das heutige Çankırı in Anatolien, ließ die Kaiserin auf die Vorderseite prägen, während die Rückseite den Namen der Stadt trug. Die Rückseite war der Göttin Aphrodite vorbehalten. Sie wurde hier in Begleitung eines kleinen Eros abgebildet.