Herzförmige Wallfahrtsmedaille aus Bogenberg in Niederbayern

Staatliche Münzsammlung München

Beschreibung

Vorderseite: Aufschrift "B V M BOG - ENBERGENS"; Gnadenbild von Bogenberg. Außen Schrift.

Rückseite: Aufschrift "S MARIA - ZELLE"; Gnadenbild von Mariazell. Außen Schrift.

Die Wallfahrtsmedaillen zeichnen sich durch eine große Vielfalt in Form und Material aus. Dabei haben sich die Darstellungsarten und äußeren Formen im Laufe der Zeit deutlich gewandelt. So entwickelten sich aus den relativ einfachen Pilgerzeichen des Mittelalters die aufwändig gestalteten Wallfahrtsmedaillen der Frühen Neuzeit, die sich ab der industriellen Revolution zu immer einfacheren und zum Teil auch keinem speziellen Ort zuweisbaren Massenobjekten entwickelten. Dies lässt sich auch anhand von Stücken aus bayerischen Wallfahrtsorten nachvollziehen. Diese herzförmige Medaille entstand wohl im 18. Jahrhundert für den Wallfahrtsort Bogenberg an der Donau. Die dortige Marienwallfahrt zählt zu den ältesten Marienwallfahrten in Bayern und wurde der Legende nach von Graf Ascuin II. von Bogen 1104 begründet. Besonders ist an dieser Medaille, dass die Rückseite das Gnadenbild von Mariazell in der Steiermark zeigt, sodass man davon ausgehen kann, dass es eine engere Verbindung zwischen beiden Wallfahrtsorten gab.