Regenbogenschüsselchen (Stater) mit Lockenkopf (Typ Kellner VIII)

Staatliche Münzsammlung München

Beschreibung

Vorderseite: Konvex, stilisierter Kopf nach rechts mit eingerollten Haarbögen, die in Kugeln enden.

Rückseite: Konkav, zwei gegenständige Leierornamente, darüber und darunter jeweils zwei Schleifen, die auf ein Korn zulaufen.

Die Kelten waren zwar durch eine weitestgehend einheitliche Sprache und Kultur verbunden, jedoch nicht ‚staatlich‘ organisiert, sondern in lokale Stämme politisch fragmentiert. Entsprechend war auch die keltische Münzprägung nicht einheitlich, sondern innerhalb der keltischen Welt in ihrer Organisation und Erscheinung sehr unterschiedlich. Die im heutigen Südbayern ansässigen Kelten wurden um Christi Geburt auf einer Inschrift des augusteischen Siegesmonuments von La Turbie dem Stamm der Vindeliker zugeordnet. Die Kelten im heutigen Süden von Bayern fingen im letzten Drittel des 3. Jh. v. Chr. an, selbst Münzen auszuprägen. In ihren Motiven orientierte sich deren frühe Münzprägung noch stark an römischen Vorbildern. Ab dem letzten Drittel des 2. Jh. v. Chr. schufen die südbayerischen Kelten zunehmend Münzen, die in ihren teils abstrakt, teils naiv bis hin zu modern wirkenden Münzbildern ein Abbild keltischen Kunstverständnisses in der späten Latènezeit geben. Die Münzmotive aus der Welt der keltischen Mythologie und Religion sowie der (aristokratischen) Lebenswelt sind zum Teil nur schwer zu deuten, dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Kelten keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen haben.