Kleiner Römerbecher

Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal

Beschreibung

Der kleine Weinbecher in der Form eines Römers mit kurzem Schaft ist an der gebuckelten Wandung mit einem für die Zeit um 1650 typischen Blumendekor in Punziertechnik versehen. Den kurzen Schaft zieren muschelförmige Nuppen. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts waren Römerbecher sehr beliebte Trinkgefäße für Wein, die mit vielerlei Dekor wie Landschafts- und Architekturdarstellungen und auch Caesarenköpfen verziert wurden. Nürnberger Goldschmiede übernahmen den Formtyp des Römers kurz vor der Mitte des 17. Jahrhunderts aus der Glaskunst und fertigten diesen in den unterschiedlichsten Größen an. Das Nuppendekor am Schaft stammt ursprünglich ebenfalls aus der Glaskunst, in der es derart verzierte Gläser bereits seit der Antike gibt. Von dem Goldschmied Georg Rötenbeck (1604–1661, Meister 1634) sind zahlreiche Werke erhalten, darunter viele Pokale und Humpen, die sich heute in den Silbersammlungen zahlreicher weltbekannter Museen befinden.

Autor

Birgit Schübel