Deckelbecher mit Friedensengel und Sinnspruch

Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal

Beschreibung

Der Becher ist an der silbern belassenen Wandung mit drei christlichen Sinnbildern in einer herzförmigen Rahmung versehen, die seitlich von üppigen Blütengebinden umgeben sind. Über den Darstellungen schweben jeweils zwei Engel. Zwei der Emblemata werden durch eine mehrblütige Blume getrennt, auf der ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen steht. Lippenrand und unterer Rand des Bechers sind vergoldet, darauf sind drei Sinnsprüche graviert. Eine Darstellung zeigt eine sitzende Figur mit einem aufgeschlagenem Buch. Sie wird von aus den Wolken kommenden Händen gekrönt, neben ihr ist eine Sanduhr zu sehen. Unter dem Emblem steht: „Gottesfurcht heylsame dinge verübet / zum Lohne die himlische Ehrnkron giebet“. Unter der Darstellung eines Mannes, der nach einem Kreuz greift, das ihm aus dem Himmel gereicht wird und auf den ein Totenkopf mit Pfeil und Bogen zielt, ist graviert: „Ein Trutz ist der weg deß Herrn dem fromen / wird ihme zur Seelen wohlfahrt bekomen“. Unter der Darstellung einer Figur mit Anker und flammendem Herz, darüber die Initialien IHS, findet sich der Spruch: „Das Harren und Hoffen auff Gottes verheißen wirdt endtlichen sich mit frewden erweißen“. Den Deckel ziert ein kleiner Friedensengel mit Lorbeerkranz und Palmzweig. Innen wiederholt sich die Kombination aus Anker, flammendem Herz und den Initialien IHS. Trinkgefäße mit emblematischen Darstellungen dienten der moralischen und erbaulichen Anleitung und regten sicher auch zu geistreichen Gesprächen an.

Autor

Birgit Schübel