Granatapfelbecher

Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal

Beschreibung

Das Trinkgefäß in der Form eines geöffneten Granatapfels fertigte der Goldschmied Georg Rötenbeck (1604–1661, Meister 1634). Der Deckelbecher ruht auf drei ebenfalls als Granatäpfel gestalteten Kugelfüßen. Knauf und Henkel sind als Zweige mit Blättern gebildet. In der Goldschmiedekunst sind seit dem Spätmittelalter Trinkgeräte in der Form von Früchten bekannt. Birn- und apfelförmige Pokale, deren Gestaltung sich an der Natur orientierte, zierten so manche Tafel. Von Albrecht Dürer (1471–1528), der selbst eine Lehre als Goldschmied absolvierte, und dessen Vater und Bruder Goldschmiede waren, sind unter anderem auch Entwurfszeichnungen für Gefäße in Fruchtform erhalten. Granatäpfel galten zum einen als Liebes- und Fruchtbarkeitssymbol, zum anderen waren sie lange Zeit eine wegen ihrer Seltenheit begehrte Frucht.

Autor

Birgit Schübel