Deckelbecher mit Porträtmedaillons

Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal

Beschreibung

Zwischen 1592 und 1594 schuf der Goldschmied Wolf Wolfarth (tätig 1578 bis nach 1595) den hohen Deckelbecher auf rundem Fuß mit kurzem Schaft. Der konische Korpus, der Deckel mit rundem Knauf sowie der Fuß sind schlicht belassen und jeweils nur mit drei aufgelöteten Bildnismedaillons von Frauen und Männern versehen, die nach Vorlagen von Virgil Solis (1514–1562) gegossen sein könnten. Ein ähnlicher Nürnberger Becher mit Porträtmedaillons, der allerdings keinen Deckel besitzt und einige Jahrzehnte älter und ohne Meistermarke ist, befindet sich heute im Louvre in Paris. Wolf Wolfarth kam aus Schrobenhausen in Oberbayern. 1578 wurde er Meister in Nürnberg, im Jahr darauf erwarb er das Nürnberger Bürgerrecht. Nach dem Tod seiner Frau, einer Tochter des bekannten Nürnberger Goldschmieds Elias Lencker, gab er 1596 sein Bürgerrecht auf und verzog an einen unbekannten Ort.

Autor

Birgit Schübel