Andreas VI. Tucher (1551–1630)

Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal

Beschreibung

Der Kupferstich von Johann Jakob Schollenberger (1646–1689) stellt Andreas VI. Tucher (1551–1630) dar. Der Künstler orientierte sich vermutlich an einem Porträt des Patriziers im Großen Tucherbuch. Dabei handelt es sich um das prunkvolle Geschlechterbuch der Tucher, in dem mehrere Generationen von Familienmitgliedern mit Stammbäumen, Lebensbeschreibungen und Porträtminiaturen vorgestellt werden. Dem Porträt von Andreas VI. lag sein Ölbildnis von 1590 zugrunde (HI Gm 018). Miniatur und Kupferstich zeigen ihn aber in späteren Jahren. Andreas VI. war der einzige Sohn von Wolfgang Tucher (1494–1551) und Margaretha Holzschuher (geb. um 1525). Mit 16 Jahren nahm er auf Wunsch der Mutter ein Studium an der reichsstädtischen Universität in Straßburg auf, welches er ab 1571 in Bourges fortsetzte. In Lebensgefahr geriet er 1572 während der Bartholomäusnacht in Paris. Nach seiner Heimkehr trat der junge Patrizier den Dienst für seine Heimatstadt an und übernahm im Laufe seines Lebens mehrere städtische Ämter. 1610 wurde er Blut- und Bannrichter. Des Weiteren war Andreas VI. der Grund- und Patronatsherr zu Großengsee, St. Helena und Simmelsdorf (1605–1621). Die Tucher wurden oft von Landesherren mit Lehensbesitz bedacht, weshalb auch Andreas VI. unter anderem Lehensvasall der Kaiser Rudolph II., Matthias und Ferdinand II. war. Zwischen 1591 und 1621 wurden dem Patrizier zudem mehr als ein Dutzend Lehensbriefe über verschiedene Stiftungsgüter von Markgrafen und Bischöfen ausgestellt.

Autor

Anja Falderbaum