Christoph Wilhelm I. Tucher (1659–1714)

Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal

Beschreibung

Mit dem Schabkunstblatt wird laut Inschrift „Christoph Wilhelm Tucher von Simmelsdorf und Winterstein auf Rüssenbach, Genannter und Losungsrat der Stadt Nürnberg. Geboren am 21.11.1659. Gestorben am 12.01.1714“ vorgestellt. Es hat den Anschein, als ob sein ovales Bildnis gerade erst durch den Vorhang enthüllt wurde, um es dem Publikum zu präsentieren. Christoph Wilhelm I. entstammt der Jüngeren Linie der Nürnberger Patrizierfamilie der Tucher von Simmelsdorf. Ein Beischild neben dem Tucherwappen verweist auf die 1687 geschlossene Ehe mit Catharina Sophia Oelhafen von Schöllenbach (1661–1711). Zusammen hatte das Paar fünf Kinder, von ihnen erreichten nur zwei Mädchen das Erwachsenenalter. Christoph Wilhelm I. war Losungsrat im Größeren Rat der Reichsstadt. Bei der kleinen Frauenfigur auf dem Schabkunstblatt unterhalb seines Bildnisses handelt es sich um Minerva, die Göttin der Weisheit und des Krieges, gekleidet in eine Rüstung und Helm sowie einem Speer, auf den sie sich stützt. Im linken Arm hält sie ein Spinnrad mit Spindel, das sie auch als Schutzgöttin der Kunst und des Handwerks, vor allem des Webens und des Spinnens kennzeichnet.

Autor

Daniela Gäbisch, Birgit Schübel