Paul XII. Tucher (1656–1709)

Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal

Beschreibung

In der von den Putten getragenen Fahne wird Paul Tucher von Simmelsdorf, Winterstein und Rüssenbach. Angehöriger des fränkischen Kreises. Generalfeldmarschall und Obrist eines Regiments zu Fuß, Ratsherr der Stadt Nürnberg und Kommandant des Militärs und Zeugherr vorgestellt. Schon im Alter von 16 Jahren schlug Paul XII. Tucher (1656–1709), aus der Älteren Linie des Nürnberger Ratsgeschlechts stammend, die militärische Laufbahn ein und machte Karriere im Fränkischen Reichskreis. Seit 1692 war er außerdem im Kleineren Rat der Reichsstadt vertreten. Er heiratete 1687 Maria Helena Holzschuher von Reuenburg (um 1660–1697), mit der er sechs Kinder hatte. Aufgrund seines guten Rufs als Soldat beantragte die Familie Tucher für Paul XII. erfolgreich die persönliche Immatrikulation in die Fränkische Reichsritterschaft (1705). Die detailreiche Darstellungsweise im posthumen Kupferstich zielt auf eine prunkvolle Inszenierung ab. Der in Rüstung gekleidete Paul XII. wird hier als Kriegsheld und als Zeugherr präsentiert, der für das Waffenlager zuständig war. Ähnlich gestaltete sich das von dem Bildhauer Johann Leonhard Bromig (1670–1740) aus weißem Marmor geschaffene Grabmonument für Paul XII. in der Kirche St. Bartholomäus in Nürnberg-Wöhrd, das im Zweiten Weltkrieg 1943 zerstört wurde und vermutlich den Kupferstich als Vorbild hatte.

Autor

Daniela Gäbisch