Johann Adam Delsenbach (1687-1765): Ansicht von Süden auf den Egidienplatz in Nürnberg, 1714 Über das Objekt
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  • Ansicht von Süden auf den Egidienplatz in Nürnberg, 1714
  • Erweiterte Beschreibung
    • Johann Adam Delsenbach (1687-1765)
    • Nürnberg
  • 1714
  • Material: Papier, Technik: Kupferstich
    • Kunstsammlung der Familie Tucher von Simmelsdorf
    • Bestände des Museums Tucherschloss und Hirsvogelsaal
  • Tucher'sche Kulturstiftung
  • Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal
    • Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal - Inventarnummer: HI Gra 017 c
  • Metadaten-Lizenz: CC0
  • 2020-10-05

Ansicht von Süden auf den Egidienplatz in Nürnberg, 1714

1714
  • Johann Adam Delsenbach (1687-1765)
  • Nürnberg

Beschreibung

Johann Adam Delsenbach (1687–1765) gibt hier den ehemaligen Nürnberger Egidienplatz, auch Dillinghof genannt, aus dem Jahr 1714 wieder. Besonders hervorgehoben wird am rechten Rand der Wiederaufbau der Egidienkirche (a). Sie brannte 1696 weitestgehend ab. Unter der Leitung von Gottlieb Trost (1672–1728), nach den Entwürfen seines Vaters Johann Trost (1639–1700), entstand 1711–1718 der barocke Neubau. Die Patrizierfamilie der Tucher leistete hierzu einen wesentlichen Beitrag, indem sie den Aufbau des Nordturmes sowie Teile der Innenausstattung finanziert hatten. Ein weiteres Schmuckstück des Platzes ist das Pellerhaus (1602–1608), auf dessen Fassade der Betrachter frontal blickt (b). Das unter Jakob Wolff d. Ä. (1546–1612) erbaute mehrgeschossige Gebäude aus der Spätrenaissance sticht durch seine Höhe und sein prachtvolles Äußeres hervor, das sich an italienischen Prachtbauten der Renaissance orientierte. Im ersten Stock des Hauses wurde 1616 ein Steinchörlein angebracht. Im reich verzierten dreigeschossigen Giebel war unter anderem die Mantelteilung des Hl. Martin zur Namenshuldigung des Bauherrn Martin Peller (1559–1629) dargestellt. Bekrönt wurde der Giebel von Jupiter. Rechts neben dem Pellerhaus erkennt man einen Teil des Imhoffhauses (c). Im Zweiten Weltkrieg wurde der Platz mit seinen Gebäuden vollkommen zerstört. Einzig die Egidienkirche wurde in reduzierter barocker Form wieder aufgebaut.

Daniela Gäbisch, Birgit Schübel