Wappenschild der Nürnberger Patrizierfamilie Tucher Über das Objekt
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  • Wappenschild der Nürnberger Patrizierfamilie Tucher
  • Erweiterte Beschreibung
    • unbekannt
    • unbekannt
  • 17./18. Jahrhundert
  • Höhe: 142 cm, Breite: 91 cm, Tiefe: 13 cm / Material: Lindenholz, Gold, Silber, Technik: farbig gefasst
    • Kunstsammlung der Familie Tucher von Simmelsdorf
  • Tucher'sche Kulturstiftung
  • Tucher'sche Kulturstiftung
    • Tucher'sche Kulturstiftung - Inventarnummer: SP Kh 002
  • Metadaten-Lizenz: CC0
  • 2020-10-28

Wappenschild der Nürnberger Patrizierfamilie Tucher

17./18. Jahrhundert
  • unbekannt

Beschreibung

Das prunkvolle barocke Wappenschild aus bemaltem Holz befindet sich heute auf dem Herrensitz Schoppershof in Nürnberg. Es war ursprünglich in St. Sebald, wo sich beim Nikolausaltar die Familiengrablege der Tucher bis zur Verlegung der Begräbnisse vor die Mauern der Stadt im Jahr 1519 befand. Das Schild bekrönte eine der Totentafeln der Familie. Die Tucher wählten schon im 16. Jahrhundert nicht mehr die ansonsten unter Patriziern übliche Gedenkform des einzelnen Totenschildes für jeden Verstorbenen, sondern ließen große Totentafeln mit einem Namensverzeichnis zum kollektiven Gedenken an die Verstorbenen des Geschlechts erstellen.

Der obere Teil des Tucherwappens, „von Schwarz und Silber fünfmal schrägrechts geteilt“, ist ein „gemeines Heroldsbild“ und gehört zu den einfachsten und ältesten Formen von Wappenbildern. Der sogenannte Mohrenkopf im unteren Teil soll den Hl. Mauritius zeigen. Aufgrund der häufigen Gleichsetzung von „Mauren“ und „Mohren“ ist der Heilige dunkelhäutig dargestellt. Der Legende nach war Mauritius im 4. Jahrhundert ein Befehlshaber der aus Christen bestehenden „thebaischen Legion“ und erlitt unter Kaiser Diokletian den Märtyrertod. Legende und Person des Heiligen gelten heute als sehr fragwürdig. Dass sich Mauritius im Wappen der vermutlich der Reichsministerialität entstammenden Familie Tucher findet, könnte auf ihren Anspruch auf die Ebenbürtigkeit mit dem Adel zurückzuführen sein.

Antonia Landois