Teller

Töpfermuseum Thurnau

Beschreibung

Ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehen die Thurnauer Töpfer dazu über, ihr Essgeschirr mit einfachen Figuren und Ornamenten zu verzieren. Eingefärbter Ton wird mittels eines kleinen Kännchens mit einem Gänsefederkiel, dem „Malhörnchen“, auf den lederhart getrockneten Ton aufgebracht. Diese Technik des Malhorndekors bzw. der Schlickermalerei wird bis heute in Thurnau ausgeübt.

War das einfarbig glasierte Geschirr für die Kunsthistoriker und großen Museen des 19. Jahrhunderts noch uninteressant, so zog das Malhorndekor zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Aufmerksamkeit der Forschung, vor allem der Volkskunde, auf sich. Die einst als „Bauerntöpferei“ abgestempelten Erzeugnisse wurden vor dem Hintergrund der Agroromantik des jungen Fachs als „ursprünglich, unverfälscht, ländlich“ angesehen und beurteilt. Tatsächlich handelt es sich um eine durchaus anspruchsvolle Technik, die Talent und jahrelange Übung erfordert.

Der Teller mit der Inventarnummer 727 wurde 1920 von Paul Spielbühler gefertigt, mit dem Malhorn geschlickert (mit Farboxiden eingefärbter zähflüssiger Ton wird mittels einer fein zu dosierenden Gießbüchse auf den noch ungebrannten Ton aufgebracht), transparent glasiert und bei 900 Grad im Holzofen gebrannt.