Evangeliar - Universitätsbibliothek Augsburg, Cod.I.2.2.1 Über das Objekt

Evangeliar - Universitätsbibliothek Augsburg, Cod.I.2.2.1

um 875
  • [Trier (?)]

Beschreibung

Zur Ausstattung der Handschrift aus dem letzten Viertel des 9. Jahrhunderts gehören neben den vier Evangelien mit ihren Vorreden und Kapitelverzeichnissen die Eusebianischen Kanontafeln. Das den Kanontafeln hinzugefügte Gedicht ist irischen Ursprungs und ausschließlich in Handschriften nordostfranzösischer Provenienz überliefert. Der Bibeltext folgt der franko-sächsischen Gruppe und führt damit ebenfalls in diesen geographischen Raum, während paläographische Eigenheiten eher in ein Gebiet westlich des Rheins weisen. Die dem Buchschmuck der Evangelistenseiten eigene Stilmischung später turonischer und franko-sächsischer Elemente findet sich zeitgleich auch in den Wandmalereien von St. Maximin in Trier.

Die Handschrift ist eine Erwerbung des Fürsten Ludwig von Oettingen-Wallerstein (1791-1870) in Paris, vermittelt durch den Sammler Abbé Charles Philippe Campion de Tersan. Verwandte Evangeliare befinden sich in der Berliner Staatsbibliothek und in Saint-Croix in Gannat (Auvergne).

Dr. Günter Hägele, Universitätsbibliothek Augsburg

CC BY-NC-SA 4.0