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  • Antisemitismus (Weimarer Republik)
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    [...] de Der moderne, völkisch-rassistische Antisemitismus, der im 19. Jahrhundert entstanden war, radikalisierte sich nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zusehends. Neben der gesellschaftlichen Ausgrenzung nahmen gewalttätige Aktionen rechtsextremer Gruppen gegen die jüdische Bevölkerung, wie Misshandlungen bis hin zum Totschlag, Boykottkampagnen sowie Friedhofs- und Synagogenschändungen, zu. Es gelang nicht, Antisemitismus generell gerichtlich ahnden zu lassen, was etwa der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens forderte. Als bewusste Alternative zu diesem "Radauantisemitismus" kristallisierte sich Ende der 1920er Jahre ein neuer volkstumspolitischer Antisemitismus heraus, der parteiübergreifend von der DNVP bis zur NSDAP auf Zustimmung stieß und die "Entfernung" der Juden aus dem deutschen Volk forderte. de Radikalisierung nach 1918: "Radauantisemitismus" Der Antisemitismus in der Weimarer Republik war kein statisches Phänomen, sondern radikalisierte sich grundlegend. Bis 1918 handelte es sich um Vorurteile, bei deren Umsetzung die Antisemiten bei aller Kritik an der Monarchie im Einzelnen system-bejahend agierten und prinzipiell darauf zu achten hatten, das Kaiserreich nicht durch innere Unruhen - etwa Pogrome - zu erschüttern. Ab 1918 war die Umsetzung von Judenfeindschaft aber infolge der Kriegsniederlage und der Republik-Gründung prinzipiell an den Systemsturz gekoppelt, was den Antisemitismus zusätzlich radikalisierte. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Antisemiten das Aufkommen judenfeindlicher Gewalt als system-destabilisierend begrüßten. Gewalt wurde zu einem herausragenden Merkmal des Antisemitismus in der Weimarer Republik. Körperliche Angriffe gegen Juden bis hin zum Totschlag sowie die Schändung jüdischer Friedhöfe und Synagogen wurden dabei begleitet von einer intensiven Debatte über diese Art des "Radauantisemitismus". 119446901 Gustav von Kahr 2172 Ingolstadt 118551655 Adolf Hitler Geiselnahmen während des Hitlerputsches 1923 2215 München Friedhofs- und Synagogen-Schändungen 42413 Binswangen 27282 Regensburg 40514 Memmelsdorf i.Ufr. 34442 Pretzfeld 32732 Bamberg 41188 Gerolzhofen 32843 Hof 39238 Gunzenhausen Zwei Phänomene stechen dabei hervor: Zum einen handelte es sich bei den Tätern oft um strafunmündige Jugendliche. Zum zweiten galten Schändungen als die "undeutscheste, unchristlichste, roheste, gemeinste, feigste" Form der Judenfeindschaft (so der Schriftsteller Walter von Molo in der CV-Zeitung 21. September 28). Dadurch fiel auch konservativen Zeitgenossen die Distanzierung von den Schändungen leicht, ohne dass sie ihre antisemitische Grundhaltung aufgeben mussten. Gewalt gegen Juden 116037016 Leo Baerwald 133383814 Simon Rosenberg 36607 Nürnberg 40507 Untermerzbach 34151 Autenhausen Reaktionen auf den "Radauantisemitismus" Die gewalttätige [...]
  • Judentum (Weimarer Republik)
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    [...] de Die jüdische Geschichte Bayerns war während der Weimarer Republik durch Übergänge und Spannungen gekennzeichnet: So setzte sich die 'Verbürgerlichung' vor allem in den städtischen Gemeinden fort, während in den Dörfern und Kleinstädten die traditionelle Lebensform der 'Landjuden' weiterhin dominierte. Trotz der organisatorischen Zusammenfassung im 'Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden' prägte die innere Differenzierung in liberales Reformjudentum und Orthodoxie das Alltagsleben. Die Meinungsunterschiede wurden zudem durch die Zuwanderung von 'Ostjuden' überlagert. Wachsender Antisemitismus seit der Kaiserzeit, verschärft durch das Trauma der Revolution in der Ära Kahr, bewirkte einerseits Abgrenzungsreaktionen der jüdischen Gemeinden, brachte aber auf der anderen Seite - infolge einer bewussten Neubesinnung auf die eigene Tradition - vor allem in München eine neue Blüte jüdischer Kultur hervor. de Strukturen der Gemeinden 2215 München 36607 Nürnberg 36585 Fürth 39544 Würzburg 32732 Bamberg 41576 Augsburg Hinsichtlich der Berufsstruktur setzten sich die Trends der vorausgegangenen Jahrzehnte fort: 1925 waren von den erwerbstätigen Juden Bayerns 66,8 % in Handel und Verkehr und 19 % in Industrie und Handwerk tätig. Unter den 5,3 % Israeliten in Verwaltung und freien Berufen waren Rechtsanwälte, Notare und Ärzte mit einem auffällig hohen Anteil vertreten. Der weit [...]
    [...] den 46.097 um 1910 bereits einen erheblichen Einbruch bedeutete. Integration und Akkulturation 140351779 Kurt Landauer Organisation und innere Differenzierung 123580137 Sigmund Fraenkel Kulturelle Neubestimmung 27282 Regensburg 31288 Hermannsberg 116482664 Ludwig Feuchtwanger 118532715 Lion 10394320X Heinrich Schalit 120712946 Theo Harburger Wachsender Antisemitismus Der neue rassische Antisemitismus war in den 1890er Jahren vor allem im Zentrum München fassbar; sein Einfluss blieb aber zunächst wegen Spannungen innerhalb der völkischen Bewegung eher gering. Das schließt nicht aus, dass der 'alltägliche Antisemitismus' zunahm und deshalb die Abgrenzungsbestrebungen der jüdischen Gemeinden eine neue Dynamik erhielten. So hatte vor 1914 der 'Jüdische Jugendverein' erste Aktivitäten entfaltet, während 1917 eine Ortsgruppe des 'Jüdischen Wanderbundes Blau Weiß' ins Leben gerufen worden war. Der 'Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens' (C.V.), gegründet 1893, versuchte mittels Rechtsschutz und einer breiten und differenzierten Öffentlichkeitsarbeit dem wachsenden Antisemitismus entgegenzuwirken. 119446901 Gustav von Kahr 123680425 Konstantin Freiherr von Gebsattel 122215087 Otto Hellmuth 40357 Manau 40347 Hofheim Rechteinformationen zum Digitalen Objekt beim Datenlieferanten erhältlich. [...]
  • Ostjuden (Weimarer Republik)
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    [...] in der Vertretung der kulturellen und politischen Interessen der Ostjuden bestand - so etwa der "Hilfsausschuß für auswandernde Ostjuden". Wachsender Antisemitismus 36566 Erlangen 119446901 Gustav von Kahr 11690657X Max Hirschberg Ausweisungen 2172 Ingolstadt Ausbürgerungen, die infolge des am 14. Juli 1933 erlassenen "Gesetzes über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft" erfolgten, trafen vor allem nach November 1918 eingebürgerte Ostjuden. Während die "Nürnberger Gesetze" von 1935 alle jüdischen Einwohner Deutschlands gleichermaßen betrafen, war die reichsweite Ausweisungsaktion vom 28. und 29. Juni 1938 ausschließlich auf Juden polnischer Nationalität [...]
  • Deutsche Landsmannschaft (DL), 1868-1938
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    [...] de Unter dem traditionellen Namen Landsmannschaften gründeten sich seit den 1830er Jahren universitäre Studentenverbindungen, die in der "Deutschen Landsmannschaft" (DL) als Dachverband organisiert waren. Tagungsort der Deutschen Landsmannschaft war seit 1873 Coburg. Prägten zunächst politische und religiöse Toleranz die Landsmannschaften, führte ein stetiger Rechtsruck 1894 zur Durchsetzung eines neuartigen, rassistisch geprägten Antisemitismus. Dieser Trend setzte sich während der Weimarer Republik nicht nur fort, sondern gipfelte in einer frühen ideologischen und personellen Verflechtung der Korporationen der DL mit den Nationalsozialisten. Im Jahr 1938 endete die Geschichte der DL. Ihre Bünde schlossen sich 1951 mit den Turnerschaften zum "Coburger Convent" zusammen. de Die Anfänge der Studentenverbindungen Landsmannschaftlich verfasste studentische Zusammenschlüsse existierten bereits an den spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Universitäten. Seit den 1790er Jahren mussten sie neuen Organisationsformen, sog. "Corps", weichen. Corpsstudenten gründeten auch 1815 in Jena die erste deutsche Burschenschaft. Burschenschaften entstanden bis 1818 an fast allen deutschen Universitäten außerhalb Österreichs. Die Gründung der "Deutschen Landsmannschaft" (DL) 32816 Coburg Die Radikalisierung der DL Seit den 1880er Jahren war ein von Antisemitismus begleiteter Rechtsruck [...]
    [...] in der Weimarer Republik intensiv mit den Turnerschaften zusammengearbeitet hatte, gründeten beide Korporationsarten zu Pfingsten 1951 den noch heute bestehenden "Coburger Convent (CC) der Landsmannschaften und Turnerschaften an deutschen Hochschulen". Zum anderen setzte der Coburger Convent die Erfahrungen der 1920er und 1930er Jahre in modifizierten Leitlinien des Dachverbandes um, womit er der neuen demokratischen Ordnung der Bundesrepublik Deutschland Rechnung trug. Rechteinformationen zum Digitalen Objekt beim Datenlieferanten erhältlich. [...]
    [...] , wie das Gedankengut der jungen, aufstrebenden völkischen Bewegung um die Nationalsozialisten die DL in den Bann zog: Vor allem der nationale Ehrbegriff der Landsmannschaften, die Bedeutung des Vaterlandes sowie ihre antidemokratische Haltung und der Leitgedanke der Volksgemeinschaft bildeten eine große Schnittmenge zwischen DL und Nationalsozialisten. Daneben bestanden große Gemeinsamkeiten beim Antisemitismus: 1920 bestätigte die DL das bereits 1894 verhängte Aufnahmeverbot für "Rassejuden" noch einmal. Neben diesen ideologischen Berührungspunkten existierten bereits vor 1933 personelle Verflechtungen zwischen "Deutscher Landsmannschaft" und nationalsozialistischer Bewegung, da viele Angehörige der DL [...]
  • Der Stürmer. Deutsches Wochenblatt zum Kampf um die Wahrheit
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    [...] Hiemer 13999209X Erwin Jellinek Kritik am Stürmer Seit seiner Gründung hatte "Der Stürmer" eine Vielzahl von Gegnern aus verschiedensten Lagern: parteiinterne Widersacher Streichers, jüdische Organisationen oder demokratische Parteien. Trotz zahlreicher Klagen und eines zeitweiligen Verbots 1931 gelang unter den demokratischen Vorzeichen der Weimarer Republik kein dauerhafter Erfolg gegen das Hetzblatt. 118540041 Joseph Goebbels Protektion durch Hitler Obwohl Streicher in der NSDAP nicht zuletzt aufgrund seiner charakterlichen Defizite isoliert war und 1940 vollständig entmachtet wurde, konnte "Der Stürmer" weiter erscheinen. Grund war, dass sich Streicher seit dem Hitlerputsch 1923 der Protektion Adolf Hitlers (1889-1945) erfreute. Hitler selbst war ein begeisterter Leser des "Stürmer". Die letzte Ausgabe des "Stürmers" erschien am 2. Februar 1945. Juristische Aufarbeitung Der Internationale Militärgerichtshof verurteilte in den "Nürnberger Prozessen" Julius Streicher, der auch während des Prozesses seinen Antisemitismus zur Schau trug, wegen "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" zum Tode. Hauptvorwurf war die Herausgabe des "Stürmer", weshalb man Streicher als einen entscheidenden Wegbereiter des Holocaust ansah. Das Urteil wurde am 16. Oktober 1946 durch Erhängen vollstreckt. 4986 Ebersberg 5429 Eichstätt 13108 Starnberg 2215 München Rechteinformationen zum Digitalen Objekt beim [...]
    [...] gegen das "Undeutsche", "Gemeinschaftsfremde" ab. Die "Wahrheit" sollte sich assoziativ einstellen. 118623761 Heinrich von Treitschke Hass und Diffamierung 22 Jahre lang verbreitete die Zeitung übelste, rassistisch begründete Diffamierungsparolen gegen den "Weltfeind Alljuda", der an allem schuld sei. "Der Stürmer" knüpfte an den Antisemitismus des Kaiserreichs an und griff alte Stereotype aus dem Mittelalter auf, etwa dass Juden so genannte Ritualmorde begingen, d.h. kleine Kinder entführen und opfern würden. Streichers "Stürmer" verbreitete seinen Antisemitismus mit fanatischer Wut und zugleich brutaler Primitivität. Erfundene Geschichten über angebliche Vergewaltigungen, Ritualmorde, Berichte über [...]
  • Rechtsextremismus (20. Jahrhundert)
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    [...] " problematisch ist. Auch das Attribut "völkisch", das noch in der Weimarer Republik die älteren Konkurrenten der Nationalsozialisten für sich verwendeten, ermöglicht keine scharfe Scheidung. Eine neue Studie (Andreas Morgenstern) differenziert die vielfach synonym gebrauchten Begriffe des Rechtsradikalismus und des Rechtsextremismus. Der eine lehne den demokratischen Verfassungsstaat grundsätzlich ab und wolle ihn zerstören, während ihn der andere in seinem Sinn umwandeln und deformieren wolle. Diese konstruierte Unterscheidung ist allerdings im Einzelfall sehr schwer durchzuhalten, überlagern sich doch beide Strömungen in allen rechten Parteien. Um überhaupt agieren zu können, bekennen [...]
    [...] . 2215 Münchner 119522926 Julius Friedrich Lehmann 36607 Nürnberg 36585 Fürth 118684221 Albert Forster 119447134 Theodor Fritsch Rechtsextreme Ideologen in Bayern vor 1914 32741 Bayreuther 118594117 Richard Wagners 118675508 Houston Stewart Chamberlain 116246197 Alfred Ploetz 116887311 Max von Gruber 11853856X Stefan George 118611291 Alfred Schuler 11856269X Ludwig Klages 11872634X August Julius Langbehn Entwicklung im Ersten Weltkrieg 118669486 Heinrich Claß 118510320 Bethmann-Hollweg 118677012 Paul Nikolaus Cossmann Rechtsextremismus während der Weimarer Republik Mit Beginn der 1920er Jahre wurde Bayern das Land, in dem der Rechtsextremismus den größten Aufschwung erlebte. Die gescheiterte [...]
    [...] und Landesvorsitzender der "Jungen Nationaldemokraten" in Bayern. Organisationen in der Nachfolge Michael Kühnens 123279119 Michael Kühnen 35110 Kronach 26552 Landau a. d. Isar 15845 Straubing 36481 Wunsiedel Burschenschaft "Danubia" 12491263X Hans-Ulrich Kopp Neuentstehung rechter und rechtsextremer Verlage 13134 Tutzing 46283 Starnberger See 11875176X Otto Spatz 119155494 Gert Sudholt 13016 Berg 120582376 Rolf-Josef Eibicht 119187663 Herbert Fleissner Rechte Rockmusik und Rechtsextremismus im Internet 133668843 Thomas Hetzer Ausblick 118854208 Jörg Haider Im Gegensatz zur Zeit vor 1933, als die Nationalsozialisten teilweise bei den herrschenden Eliten der Weimarer Republik Sympathien genossen, war seit [...]
    [...] de Antidemokratische Bestrebungen des äußerst rechten politischen Spektrums, die ein aggressives völkisch-nationalistisches, autoritäres Gedankengut vertreten und Antisemitismus sowie Fremdenfeindlichkeit schüren. Vor 1918 waren rechtsextreme Bewegungen in Bayern unbedeutend. Hochkonjunktur hatten sie dagegen in der Zeit von der Niederschlagung der Räterepublik bis zum Scheitern des Hitlerputsches. Spätestens seit der Reichstagswahl 1930 waren die Nationalsozialisten, die nun den rechtsextremen Bereich dominierten, ein ernst zu nehmender Faktor der Politik. Nachdem sie an die Macht gelangt waren, wurde der Rechtsextremismus mit dem alleinigen Machtanspruch der Partei staatlich [...]
  • Deutschvölkischer Schutz- und Trutzbund (DVSTB), 1919-1924/35
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    [...] de Am 18. Februar 1919 in Bamberg als Nebenorganisation des Alldeutschen Verbandes gegründet, war der Bund in der frühen Weimarer Republik die größte völkisch-antisemitische Massenorganisation. Er organisierte reichsweit bis zu 180.000 Mitglieder (Stand Sommer 1922). Geheimer Vorsitzender war Konstantin von Gebsattel (1854-1932), unter den Mitgliedern waren später führende Nationalsozialisten wie Dietrich Eckart (1868-1923), Reinhard Heydrich (1904-1942) und Julius Streicher (1885-1946). Vereinszeichen war das Hakenkreuz. Das dualistische, simplifizierende Weltbild des Bundes gründete in radikalem Antirepublikanismus und Antisemitismus. Nach dem Mord an Reichsaußenminister Walter Rathenau (1867-1922) wurde der Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund 1922 in den meisten Ländern verboten, der bayerische Landesverband blieb hingegen bis Juli 1935 als eingetragener Verein bestehen, war aber ab 1924 kaum mehr in der Öffentlichkeit präsent. de Gründung und Bedeutung des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes (DVSTB) Der DVSTB wurde Mitte Februar 1919 auf Initiative des "Alldeutschen Verbandes" (ADV) als Antisemitenbund gegründet (bis Oktober 1919 unter dem Namen "Deutscher Schutz- und Trutzbund" [DSTB]). In den folgenden Jahren stand ein fanatischer Rassenantisemitismus im Zentrum der Bundespropaganda. Darüber hinaus widmete sich der Bund von Anfang an dem gesamten Spektrum völkischer Ideologie. So predigte er einen ebenso fanatischen Rassismus, der sich nicht nur gegen Juden, sondern z. B. auch gegen die farbigen Besatzungssoldaten im Rheinland und in der Pfalz richtete. Außerdem sagte der DVSTB – teils wiederum auf der Basis antisemitischer Argumentationsmuster – der Weimarer Demokratie und deren Repräsentanten kompromisslos den Kampf an. 116637382 Alfred Roth Der DVSTB steigerte seine Bedeutung und Mitgliederstärke u. a. dadurch entscheidend, dass er zu seinen Gunsten mit mehreren deutschvölkischen Verbänden fusionierte. So gelang es Roth, der auch als Bundeswart des "Reichshammerbundes" (RHB) fungierte, schon von Anbeginn, eine äußerst enge Zusammenarbeit zwischen beiden Bünden herzustellen, die am 1. April 1920 mit der Eingliederung des RHB in den DVSTB gekrönt wurde. Da schon vor dieser offiziellen Fusion die gut 2.000 (Juni 1919) bis 5.000 RHB-Mitglieder (Ende 1919) automatisch auch als DSTB- bzw. DVSTB-Mitglieder geführt wurden, waren sie zugleich auch Schutz- und Trutzbundmitglieder der ersten Stunde. Seinen endgültigen Namen und 9.000 weitere Mitglieder verdankte der DVSTB dem Zusammenschluss mit dem "Deutschvölkischen Bund" (DVB), der Nachfolgeorganisation der "Deutschvölkischen Partei", am 1. Oktober 1919. Der Versuch hingegen, mit Hilfe einer im Juli 1919 bzw. Januar 1920 vor allem auf Roths Initiative gegründeten völkischen Dachorganisation [...]
  • Autorenporträt zu Hans Baumann
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    [...] und der Wehrmacht Karriere macht. Entstanden in der Tradition des bündischen Jugendmythos und Umsturzpathos, die auch die katholische Jugendbünde in der späten Weimarer Republik pflegen, ist das Gedicht mit seiner inhaltlichen Unbestimmtheit zunächst beliebig interpretierbar und wird von Baumann selbst als „Kampflied“ des NS systematisch eingesetzt. Die seit 1945 periodisch wiederkehrende Diskussion über die angeblich mehr oder weniger aggressive Bedeutung einzelner Textvarianten („gehört“ oder „da hört“ uns Deutschland, „roter“ oder „großer“ Krieg) ist ein Musterbeispiel für apologetische Verharmlosungsstrategien. Zwischen 1934 und 1945 veröffentlicht Baumann rund 300 Lieder, meist mit eigenen Vertonungen [...]
    [...] geht es um die „Selbstbehauptung“ einer „germanischen“ Volksgruppe gegen „östliche“ Aggressoren, um „Europa“ gegen „Asien“, um einen charismatischen „Führer“. In den Liedern und Gedichten weitgehend vermieden, wird hier auch rassistischer Antisemitismus laut. Im dramatischen Hauptwerk Alexander, am 14. Juni 1941 im Staatstheater Berlin mit Gustav Gründgens als Regisseur und Hauptdarsteller uraufgeführt, einem Schauspiel um Kampf und Opfertod für ein mythisches „Reich“, wird an „Milde“ und „Frieden“ des Herrschers appelliert, was Baumann später als seine Abwendung von der national-sozialistischen Herrenideologie interpretiert. Am 1. Juni 1941 erhält er für Alexander den vom Reichstatthalter [...]