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  • Untersuchungsausschuss zum Hitler-Ludendorff-Prozess, 1924-1928
  • Zentrale Infanterieschule der Reichswehr, München
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    [...] de Die Zentrale Infanterieschule in München, eröffnet am 27. Mai 1920, gehörte zu den Waffenschulen, an denen die Reichswehr während der Weimarer Republik ihre Offizieranwärter ausbildete, hier für die Infanterie-, Kraftfahr- und Pioniertruppe. Wegen ihrer Beteilung am Hitlerputsch wurde sie 1924 nach Ohrdruf in Thüringen, schließlich 1926 nach Dresden verlegt. In München verblieb als nunmehr eigenständige Waffenschule die Pionierschule (bis 1936). de Die Offizierausbildung in der Reichswehr Die Bestimmungen des Versailler Vertrages ließen nach 1919 in Deutschland nur noch eine Ausbildung von Truppenoffizieren zu. Eine Generalstabsausbildung war ausdrücklich untersagt. Die Waffenschulen waren deshalb die höchsten Ausbildungseinrichtungen der Reichswehr. Die Auswahl und Einstellung von Offizieranwärtern mit der Voraussetzung Abitur oder einem vergleichbaren Bildungsabschluss lag in den Händen der Regimentskommandeure. Damit war auch in der Weimarer Republik weitgehend sichergestellt, dass der Offiziernachwuchs aus den sog. "erwünschten Kreisen" rekrutiert werden konnte. Nach 15-18 Monaten Dienst bei ihren Stammtruppenteilen und bestandener Offizieranwärterprüfung folgte die zweijährige Ausbildung an der Schule der jeweiligen Waffengattung. Das erste Ausbildungsjahr wurde mit der Fähnrichsprüfung, das zweite Jahr mit der Offizierprüfung abgeschlossen. Die Zentrale Infanterieschule in München 2215 München Beteiligung am Hitlerputsch und Verlegung der Schule 1923/24 118574841 Erich Ludendorff 118551655 Adolf Hitler 121476162 Gerhard Roßbach 118612603 Hans von Seeckt 118619268 Gustav Stresemann In einer gut vorbereiteten Überrumpelungsaktion gelang es den Putschisten am Abend des 8. November 1923, den Schulkommandeur festzusetzen und 20 Stammoffiziere sowie 80 anwesende Offizieranwärter als "Sturmkolonne Ludendorff" aktiv für ihren Umsturzversuch in Marsch zu setzen. Nach der Niederschlagung des Putsches wurden die Lehrgänge deshalb unterbrochen, der Schulkommandeur wie die beteiligten Stammoffiziere entlassen. In einem Seitenflügel der Schule fand 1924 der sog. Hitler-Ludendorff-Prozess gegen die Führer des Hitlerputsches statt. Nach zeitweiliger Verlegung auf den thüringischen Truppenübungsplatz Ohrdruf verurteilte Seeckt bei seinem ersten Besuch nach dem Putschversuch am 2. Mai 1924 in einem Strafappell das Verhalten der Beteiligten nochmals scharf. 1926 wurde die Infanterieschule endgültig nach Dresden verlegt. In München verblieb eine davon abgekoppelte Pionierschule. Am 1. Mai 1935 in Pionierschule I umbenannt, wurde sie am 1. Oktober 1936 nach Berlin-Karlshorst verlegt. Rechteinformationen zum Digitalen Objekt beim Datenlieferanten erhältlich. [...]
  • Volksgerichte, 1918-1924
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    [...] die mit der Novemberrevolution 1918 eingetretene politische Entwicklung revidieren sollte. Insgesamt wurden in Bayern von den Volksgerichten mehr als 31.000 Urteile gefällt. Die Volksgerichte waren dabei für zahlreiche problematische Entscheidungen - harte Strafen gegen die Anhänger der Räterepublik, Nachsicht gegenüber politischen Extremisten von rechts - verantwortlich, zuletzt mit dem Skandalurteil im Hitler-Ludendorff-Prozess. Verfassungsrechtliche Bewertung Die verfassungsrechtliche bzw. verfassungsgeschichtliche Würdigung des Phänomens kommt heute zu dem eindeutigen Schluss, dass das bayerische Volksgerichtsgesetz von 1919 mit der Weimarer Reichsverfassung nicht vereinbar war. Die bayerischen Volksgerichte [...]
  • Anonym (= Wilhelm Hoegner): Hitler und Kahr. Die bayerischen Napoleonsgrößen von 1923, 1928
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    [...] de Von dem Juristen und Landtagsabgeordneten Wilhelm Hoegner (SPD, 1887-1980) 1928 anonym publizierte Schrift, die sich mit den Hintergründen des Hitlerputsches und der Rolle der bayerischen Justiz im Hitler-Ludendorff-Prozess auseinandersetzt. Da die Publikation wesentliche Inhalte der nach 1933 vernichteten Prozessakten im Orginalwortlaut wiedergibt, handelt es sich um eine Schlüsselquelle der Zeit. de Anlass für die Veröffentlichung 119446901 Gustav von Kahr] 118551922 Wilhelm Hoegner Zum Titel der Schrift 118551655 Adolf Hitler 118585967 Benito Mussolinis Der Inhalt des 1. Teils (52 Seiten) 2215 München 117430528 Franz Schweyer 128558873 Wilhelm Weiß 119037521 Christian Roth 132275716 Eduard Nortz Der Untersuchungsausschuss des Landtags hatte unter anderem mehrheitlich festgestellt, es habe kein Beweis dafür erbracht werden können, dass am 1. Mai 1923 ein Staatsstreich geplant gewesen sei. Auch habe sich kein Anhaltspunkt dafür ergeben, dass die Justizverwaltung in der Absicht, die Angeklagten der gesetzlichen Strafe rechtswidrig zu entziehen, das staatsanwaltschaftliche oder gerichtliche Verfahren beeinflusst oder eine solche Beeinflussung versucht habe. 118543326 Franz Gürtner Der Inhalt des 2. Teils (205 Seiten) Der wesentlich umfangreichere zweite Teil befasst sich mit dem Hitlerputsch am 8./9. November 1923, seiner Vorgeschichte und den Beteiligten. Veröffentlicht werden auch hier zahlreiche Dokumente, teilweise im Originalwortlaut. Da die Schrift kein Inhaltsverzeichnis besitzt, sollen die Überschriften samt Seitenzahlen den Detailreichtum veranschaulichen: 118819860 [Hermann] Ehrhardt 128549769 Lossow 117184888 [Reinhard] Scheer 11625470X Knilling-Gürtner 129961892 Seisser 116173459 Theodor v. d. Pfordten] 121476162 [Gerhard] Roßbach 124349595 Heines 118791605 Rupprechts von Wittelsbach 124230733 [Max] Neunzert Die von der Ausschussmehrheit abgewiesenen Feststellungsanträge Hoegners stellten u. a. im Zusammenhang mit dem Hitler-Putsch fest, die Führer der bayerischen Reichswehr und der Bayerischen Landespolizei hätten hochverräterische Pläne geschmiedet, auch Generalstaatskommissar Gustav von Kahr sei gegen die ihm längst bekannten hochverräterischen Pläne des Kampfbundes nicht eingeschritten. Die Justizverwaltung habe bei der Verfolgung strafbarer Handlungen der Mitglieder der vaterländischen Verbände versagt. Durch diese "Lahmheit in der Anwendung der gesetzlichen Vorschriften gegen rechts" hätten sich die rechtsradikalen Verbände immer mehr wie die eigentlichen Herren im Staate aufführen können. Forderung nach Konsequenzen Da die Justizorgane des bayerischen Staates versagt hatten und Hoegner bei den damaligen Machtverhältnissen "im rechtsverlassenen Land Bayern" in naher Zukunft keine Änderungsmöglichkeiten sah, hoffte er auf eine "baldige Verreichlichung [...]