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  • Kabinett Hoegner II, 1954-1957
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    [...] de Das Kabinett Hoegner II, die sog. Viererkoalition aus SPD, Bayernpartei, GB/BHE und FDP, amtierte vom 14. Dezember 1954 bis zum 8. Oktober 1957. Einendes Band des heterogenen Bündnisses waren die Ablehnung des umfassenden Machtanspruchs der CSU, das gemeinsame Ziel einer Entkonfessionalisierung des bayerischen Schulwesens und das großzügige programmatische und personelle Angebot, das die SPD ihren Partnern unterbreitet hatte. Die Koalition zerbrach infolge der Bundestagswahl 1957, als insbesondere Bayernpartei und GB/BHE durch den Anschluss an die CSU die weitere Erosion ihres politischen Fundaments zu verhindern versuchten. Für die Wandlung Bayerns zu einem modernen Industrie-, Dienstleistungs- und Bildungsstandort und für die Modernisierung der bayerischen Politik und der sie prägenden Parteien war die Viererkoalition ein bedeutender Katalysator. de Die Bildung der Viererkoalition 118563793 Waldemar von Knoeringen 120042592 Wilhelm Ebert 118551922 Wilhelm Hoegner Personelle Zusammensetzung von Kabinett und Koalitionsausschuss 129878081 Joseph Baumgartner 126941246 Friedrich Zietsch 116160942 Otto Bezold 124383777 Willi Guthsmuths 116669985 August Rucker 116864648 Hans Meinzolt Die Bildungs- und Wissenschaftspolitik Die Viererkoalition war wesentlich unter kulturpolitischen Vorzeichen zustande gekommen und machte sich unmittelbar nach ihrem Amtsantritt an die Reform des bayerischen Schulwesens, um die seit dem demokratischen Neubeginn im Freistaat heftig gerungen worden war. Als deren zentrale Frage wurde die Akademisierung und Entkonfessionalisierung der Lehrerbildung gesehen. Ein am 28. Januar 1955 eingereichter und am 14. Juli 1955 in zweiter Lesung gebilligter Entwurf der Regierungsparteien sah ein sechssemestriges wissenschaftliches Studium an simultanen Pädagogischen Hochschulen vor. Den Bestimmungen des Konkordats mit dem Heiligen Stuhl vom 29. März 1924 und denen des Vertrages mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche vom 15. November 1924 sollte durch die Einrichtung konfessionell gebundener Lehrstühle für Religionslehre und -pädagogik Rechnung getragen werden. Während die Evangelische Landeskirche dem Entwurf rasch zustimmte, ging die Katholische Kirche auf Konfrontation und verweigerte nicht nur ihr nach dem Konkordat erforderliches Einverständnis, sondern selbst die bei Auslegungsschwierigkeiten vorgesehene freundschaftliche Verständigung. Einen offenen Konflikt mit der Katholischen Kirche aber wollten weder Wilhelm Hoegner noch – mit Rücksichtnahme auf ihre katholischen Wähler – die Bayernpartei wagen. Der Reformdruck aber lastete schwer auf der CSU-Nachfolgeregierung: Am 2. Juni 1958 verabschiedete der Bayerische Landtag eine – gegenüber dem Entwurf der Viererkoalition noch konservative – Neufassung der Lehrerbildung. Auch wenn ihr zentrales [...]