Facebook

1 Treffer sortiert nach

  • Wirtschaftspolitik (nach 1945)
     Textstellen 
    [...] de Das einstige Agrarland Bayern entwickelte sich nach 1945 zuerst langsam, dann immer schneller zum Standort weltweit agierender Unternehmen aus Industrie und Handel und damit vom einstigen wirtschaftlichen Sorgenkind unter den deutschen Bundesländern zum Vorzeigebeispiel erfolgreicher Wirtschaftspolitik. Dabei war es ein langer Weg, den Bayern zurücklegen musste, um sein heutiges Standing zu erreichen. Die bayerischen Staatsregierungen leisteten immer wieder einen entscheidenden Beitrag oder gaben den Unternehmen wichtige Unterstützung. So erfolgreich der Wandel vom Agrarstaat zum bedeutenden Wirtschaftsstandort auch war, er war auch geprägt von Rückschlägen, Fehlentwicklungen und Misserfolgen. de Die Ausgangslage Nach dem Zusammenbruch im Mai 1945 genoss die Versorgung der Menschen mit dem Nötigsten oberste politische Priorität. Die ersten konstruktiven Maßnahmen, welche die unter Aufsicht der amerikanischen Militärregierung stehende bayerische Regierung (Kabinett Hoegner I) ergriff, zielten deshalb darauf ab, die Wirtschaft in Gang zu bringen. Sie konzentrierten sich vor allem auf die Energieversorgung, die wegen des Ausfalls der Kohlenzufuhr sehr mangelhaft war und deshalb durch eine intensivere Nutzung der Wasserkraft und der einheimischen Braunkohle verbessert werden sollte. Daneben wurden jedoch sehr bald auch längerfristige Perspektiven entwickelt. Da Bayern etwa zwei Mio. Flüchtlinge und Vertriebene integrieren musste, die Landwirtschaft aber nicht einmal die bisherige Bevölkerung ernähren konnte, glaubte man, Bayern werde künftig große Mengen an Lebensmitteln importieren müssen. Im Gegenzug, so die Überlegungen, müsse man den Export steigern, was eine starke Ausweitung der industriellen Produktion erfordere. In Industrie und Gewerbe müssten aber auch die meisten Zugewanderten untergebracht werden, wozu man hier ca. 500.000 neue Arbeitsplätze benötige. Es gelang der bayerischen Regierung, die amerikanische Militärregierung davon zu überzeugen, dass es zu dieser Politik keine Alternative gäbe, so dass diese die Demontagen nicht im zunächst geplanten Umfang durchführte. Damit blieben die gegenüber der Vorkriegszeit erheblich erweiterten industriellen Kapazitäten weitestgehend erhalten. Der am 3. April 1948 verabschiedete sog. Marshall-Plan (eigtl. "European Recovery Program", kurz: ERP) begünstigte dann in der Folge die Umsetzung dieser Industrialisierungspläne. Politische Weichenstellung 1946/47 Hinsichtlich der künftigen Wirtschaftsordnung stimmten die führenden politischen Kräfte zunächst darin überein, dass diese "sozial" zu sein und sich an den Bedürfnissen der Gesellschaft zu orientieren habe. Die von der Christlich-Sozialen Union (CSU) und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) gemeinsam durchgesetzte Verfassung enthält daher den Grundsatz, dass [...]