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  • Revolutionsministerien, 1918-1928/32
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    [...] de Bezeichnung für die drei Ministerien - Soziale Fürsorge, Landwirtschaft sowie Handel, Industrie und Gewerbe -, die nach der Revolution von 1918 als Reaktion auf die neuartigen Herausforderungen nach dem Ersten Weltkrieg gegründet wurden. Im Zuge der Staatsvereinfachung wurden diese neuen Ressorts 1928/32 aufgelöst und die meisten ihrer Aufgaben 1933 beim neu errichteten Wirtschaftsministerium konzentriert. 1945 kehrte man zur Dreiteilung - Soziales, Agrar und Wirtschaft - zurück. de Im Gefolge der Revolution vom November 1918 erfuhr die bayerische Ministerialstruktur die tiefgreifendste Veränderung seit ihrer Einführung zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Mit dem verfassungsmäßigen Übergang der entsprechenden Kernkompetenzen auf das Reich wurden 1919 das Staatsministerium für militärische Angelegenheiten (errichtet 1808) und 1920 das Staatsministerium für Verkehrsangelegenheiten (errichtet 1904) aufgehoben. Andererseits entstanden in den Jahren 1918 und 1919 drei neue Ministerien, die im Hinblick auf ihre Entstehungszeit auch irreführend als "Revolutionsministerien" bezeichnet werden. Es handelt sich um die Staatsministerien für Soziale Fürsorge, für Landwirtschaft sowie für Handel, Industrie und Gewerbe. In der zeitgenössischen Diktion wurden diese Ministerien in der Regel aufgrund ihrer Wirkungskreise als wirtschaftliche oder schlichtweg als neue Ministerien bezeichnet. Entstehung 1918/19 118529706 Kurt Eisner Das Handels- und das Landwirtschaftsministerium waren beide Anfang März 1919 vom bayerischen Rätekongress angeregt und vom Kabinett Hoffmann I am 1. April 1919 (Landwirtschaft) und am 3. April 1919 (Handel) errichtet worden. Auch diese beiden Ministerien lassen sich auf entsprechende Initiativen der betreffenden Wirtschaftskreise und ihrer parlamentarischen Interessenvertreter in den letzten Jahrzehnten des Königreichs zurückführen. Als besondere Befürworter eines Landwirtschaftsministeriums hatten sich agrarische Kreise betätigt, denen in der Revolutionszeit der Bayerische Bauernbund politisches Gehör verschaffte. Für ein Handelsressort waren die Handelskammern und der Bayerische Industriellenverband, auf parlamentarischer Ebene insbesondere die Liberalen eingetreten. Hintergrund dieser Forderungen war die gesellschaftliche und wirtschaftliche Dynamik während der Hochindustrialisierung, wodurch sich der Staat wirtschaftlichen und sozialen Fragen stärker zuwandte. Dem Ersten Weltkrieg kam angesichts der Lenkungswirtschaft und seiner ökonomischen und sozialen Folgen dabei die Rolle eines Katalysators zu. Dieser Prozess stellte besondere administrative Anforderungen an den Staat, der darauf sowohl auf Reichs- wie auch auf Ebene der Länder mit der Errichtung entsprechender Ministerien während oder kurz nach dem Krieg reagierte. Anders als der Begriff [...]