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  • Organisation Kanzler (Orka), 1920/21
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    [...] de Militärischer Wehrverband, gegründet am 4. Mai 1920 und benannt nach dem Leiter Rudolf Kanzler (1873-1956). Die Organisation Kanzler fasste die Heimwehrverbände in Salzburg, Kärnten, Steiermark und Tirol mit dem Freikorps Chiemgau zusammen. Sitz der "Orka" war München, ihr Ziel war die Errichtung einer Alpenföderation. Im Sommer 1921 gab Kanzler die Leitung der Organisation auf, die danach nur noch aus den österreichischen Wehrverbänden bestand. de Vorgeschichte und Rahmenbedingungen Wie in Bayern radikalisierte sich auch in Österreich im Laufe des Jahres 1919 das bürgerliche Lager als Reaktion auf die traumatisierenden Erfahrungen von Niederlage und Revolution. In den Bayern nahen österreichischen Alpenländern begannen die bürgerlichen Kräfte ebenfalls mit dem Aufbau von Selbstschutzorganisationen. Allerdings machte sich dabei - anders als in Bayern - bald ein empfindlicher Waffenmangel bemerkbar. Bereits im Sommer 1919 traten daher österreichische bürgerliche Kräfte an die bayerischen Einwohnerwehren heran und baten um Unterstützung beim Aufbau ihrer eigenen Organisationen. Zu diesem eher technisch-logistischen Hilfeersuchen kam ein weiteres Motiv für die Aufnahme von grenzüberschreitenden Beziehungen: Nach dem gescheiterten Anschlussversuch an das Deutsche Reich vom 12. November 1918 spalteten sich die politischen Lager Österreichs in "realistische Anschlussgegner" und "idealistische Anschlussbefürworter". Letztere wollten über Kontakte zur bayerischen und reichsdeutschen Wehrbewegung als zusätzliches bzw. eigentliches Ziel Beziehungen aufbauen, die der Vereinigung Österreichs mit dem Reich dienen sollten. Die in der Folgezeit zwischen den beiden Wehrbewegungen entstandenen Verflechtungen im Rahmen der Organisation Kanzler ("Orka") hatten somit eine doppelte Stoßrichtung: gegen die junge österreichische Republik und ihre Träger sowie für das Fernziel des "Anschlusses" an das Deutsche Reich. Der Gründer Rudolf Kanzler 2217 Rosenheimer 12442726X Rudolf Kanzler 119446901 Gustav von Kahr Gründung der Organisation Kanzler 1920 2215 München 140076093 August Hörl 118685422 Georg Escherich Aufgaben und Aktivitäten Zweck der weitgehend geheim operierenden Orka war es, die österreichischen Selbstschutzverbände aufzubauen. Dies hieß vor allem, sie mit Waffen und Munition zu versehen. Dabei strebten die Bayern danach, die österreichischen Wehren möglichst eng an ihre eigenen Organisationen und die Orgesch zu binden. Zu diesem Zweck unterhielt die Orka in Österreich eigene Agenten und setzte durch, dass viele der militärisch verantwortlichen Stellen in den österreichischen Verbänden mit Reichsdeutschen besetzt wurden. 2217 Rosenheim Interne Schwierigkeiten und das Ende der Organisation Kanzler Im Laufe des Frühjahres 1921 wurde die Stellung der Deutschen [...]
  • Kanzler, Rudolf (1873 – 1956), Vermessungsingenieur, kgl. Obergeometer in Rosenheim
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    [...] de 1900 Messungsassistent an der Regierungs-Finanzkammer von Oberbayern; 1902 kgl. Bezirksgeometer und Vorstand der kgl. Messungsbehörde Lichtenfels; 1905 Mitglied der Kammer der Abgeordneten und Gemeindebevollmächtigter der Stadt Lichtenfels; Später kgl. Obergeometer in Rosenheim; Organisator der Heimatwehr Chiemgau; Stellv. Landeshauptmann der bayerischen Einwohnerwehren und Leiter der Organisation Kanzler („Orka“). de Weitere Angaben Konfession: katholisch. Wohnort: Lichtenfels/Ofr. Rechteinformationen zum Digitalen Objekt beim Datenlieferanten erhältlich. [...]
  • Organisation Escherich (Orgesch), 1920/21
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    [...] de Reichsweiter Dachverband der Einwohnerwehren mit bis zu 2 Mio. Mitgliedern, gegründet am 9. Mai 1920 in Regensburg. Die Leitung hatte Georg Escherich (1870-1941) inne, der Führer des Landesverbandes der Einwohnerwehren Bayerns. Nach der Auflösung der bayerischen Einwohnerwehren bis Juni 1921 wurde auch die Organisation Escherich am 24. Juni 1921 auf Anordnung der Reichsregierung aufgelöst. de Hintergrund: die Bildung von Selbstschutzorganisationen im Reich seit 1919 118588761 Gustav Noske 11879678X Carl Severing 118584979 Hermann Müller Die Gründung der Organisation Escherich 1920 118685422 Georg Escherich 118574841 Erich Ludendorff 27282 Regensburg 2215 München Programm Die am 9. Mai 1920 in Regensburg verabschiedete Satzung der neuen Organisation verschleierte und verharmloste geschickt die eigentliche, paramilitärische Zielsetzung der Orgesch. Als programmatische Ziele wurden genannt: Aufrechterhaltung der Ordnung gegenüber allen Putschabsichten von links und rechts,Sicherung der Weimarer Reichsverfassung,Schutz der Person, der Arbeit und des Eigentums,Erhaltung der Integrität des Reichsgebietes gegenüber allen Abtrennungsbestrebungen. Die Orgesch definierte sich als ein im Wesentlichen ziviler, privater Verein, der unter Achtung der Verfassung für eine Versöhnung zwischen den Klassen und für den Wiederaufbau Deutschlands wirken wollte. Realiter sollte die Organisation jedoch vor allem der Koordinierung der gesamten Wehrarbeit zwischen Nord- und Süddeutschland sowie einem verbesserten Informationsfluss dienen. Des Weiteren erhofften sich die norddeutschen Wehren vom Rückhalt bei der bayerischen Staatsregierung eine verbesserte reichsweite "Lobbyarbeit". Organisation Um die gesamte deutsche Einwohnerwehrbewegung organisatorisch zu erfassen, entstanden bei der Orgesch die drei Abteilungen "Nordwest" (Sitz Hamburg), "Nordost" (Sitz Berlin) und "Süd" (Sitz München). Das höchste Gremium der neuen Organisation sollte der von Reichshauptmann Escherich jederzeit einzuberufende Hauptausschuss mit den Vertretern der drei Abteilungen sein. Die Mitgliederversammlung war weitgehend bedeutungslos. Korporativmitgliedschaften sollten - naturgemäß - möglich sein, um eine möglichst große Anzahl an Wehrverbänden zu erfassen. Aufschwung und Tätigkeit der Orgesch 1920/21 Mit dem auf Bitten der österreichischen Heimwehren am 27. Juli 1920 vollzogenen Beitritt der Organisation Kanzler ("Orka") schien der Orgesch eine glanzvolle Zukunft gesichert. Escherich bemerkte in seinem Erlass Nr. 205 stolz: "Somit steht heute der Landeshauptmann der Einwohnerwehren Bayerns an der Spitze der gesamten deutschen und österreichischen Selbstschutzorganisationen" (zitiert nach: Nußer, 1. Band, 177). Rein theoretisch gebot diese Dachorganisation im Sommer 1920 über ca. zwei Millionen Wehrmänner [...]