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  • Anarchismus
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    [...] de Politische Weltanschauung (von griech. anarchia = ohne Führer), die sich seit dem 19. Jahrhundert entwickelte und ein herrschafts-, klassen- und gewaltloses Zusammenleben ohne staatliche Ordnung anstrebt. In Bayern grenzten sich die Anarchisten seit den 1870er Jahren von der Sozialdemokratie ab. Regionale Zentren waren die Industrieregionen in der Pfalz, in Mittelfranken und im Raum München/Augsburg. Bekannteste Vertreter der äußerst heterogenen Bewegung waren Gustav Landauer (1870-1919) und Erich Mühsam (1878-1934), die auch an der ersten Münchner Räterepublik teilnahmen. de Vorbemerkung 2215 München 36607 Nürnberg 36585 Fürth 41576 Augsburg Erste Kontakte über die Schweiz Bereits auf dem Gothaer Kongress der Sozialdemokratie 1875 hatten sich die Gegensätze in der Partei zwischen Gemäßigten und Radikalen verschärft. Erste Kontakte mit dem Anarchismus fanden deutsche Handwerker dann auf ihrer Wanderschaft bzw. im Exil in der Schweiz über die anarchistische Jura-Föderation der "Internationalen Arbeiter-Association". In der Berner "Arbeiter-Zeitung" wurden 1876/77 die Ideen des Anarchismus erstmals auch Deutschen publizistisch zugänglich. Seit 1877 kamen deutsche Anarchisten aus der Schweiz als geheime Emissäre nach Deutschland und kritisierten die sozialdemokratische Programmatik und Taktik als nicht-sozialistisch und nicht-revolutionär. Sozialistengesetz: Sozialrevolutionäre und Anarchisten 118737163 Johann Most Wilhelminisches Zeitalter: Neue anarchistische Strömungen und Organisationen 118569074 Gustav Landauers 118618261 Max Stirner 118527797 Eugen Dühring 118587943 Friedrich Nietzsche 11864291X Leo Tolstoi 118825186 Theodor Hertzkas Ein bayerischer Anarchist: Ferdinand Huber 132254832 Ferdinand Huber 6874 Ast Um 1900 finden wir ihn in München als Anarchisten. Zunächst bekannte er sich zum Individualanarchismus: "(…) die Theorie Stirners entsprach seinem eigenbrötlerischen Volksschlag, seiner Herbigkeit und seinem stolzen, kraftvollen Bedürfnis, allein zu stehen, eigene Wege zu gehen und zu Freunden nur die zu machen, die ihm und seiner Natur entsprachen" (Landauer). Landauer redete ihm dann 1908 seinen "Stirneregoismus" aus und gewann ihn für die Idee des sozialistischen "Gemeingeists", die Sehnsucht nach "echter Gemeinschaft, eine Gemeinschaft des Lebens und der Arbeit" gemäß Landauers Siedlungs-Utopie. Huber war grenzenlos darüber enttäuscht, dass die reale Siedlungsgründung ausblieb. Zermürbt durch Krankheit und gehetzt von der Polizei, vor der er vergeblich ins Rheinland ausgewichen war, beging er dort mit 46 Jahren Selbstmord. Vorkriegs-Anarchismus: Mitgliederzahlen, regionale Vielfalt 32843 Hof 39540 Schweinfurt 133383717 Josef Sontheimer Erich Mühsams Aktivitäten 118584758 Erich Mühsam 117039896 Johannes Nohl 118542524 Otto Gross 118516310 Fritz [...]
  • Das neue Bayern : politische Reden
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    [...] des Sozialismus ausopferungssreudige För derer des Menschheitsglückes darum bleiben wir die schärfsten Gegner von Anarchismus Bolschewismus und Spartakus Die Vorgänge in Deutschland haben den Friedendirektgefähr det Und wenn von [...]
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    [...] des modernen Liberalismus wäre die Ab Wesenheit aller staatlichen Ordnung und obrigkeitlichen Gewalt der Anarchismus atomistrter Jndividuen Man sehe nur mit welcher Verbissenheit der Liberalismus den unglücklichen Völ kern [...]
  • Nürnberger Zeitung
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    [...] Aber auch dort ſind die zu Tag ſtehenden Inſtitutionen unterwühlt und der in Atheismus und Anarchismus verkehrte religiöſe und politiſche Entwick lungstrieb erzeugt immer neue immer giftigere Konſpirationen je ſchneidender [...]
  • Autorenporträt zu Erich Mühsam
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    [...] de Beschreibung Erich Mühsam wird als Sohn eines jüdischen Apothekers in Berlin geboren und wächst in Lübeck auf. Wegen „sozialistischer Umtriebe“, einer Polemik gegen die nationalen Sedan-Feiern, wird er 1896 vom Gymnasium verwiesen, woraufhin Mühsam die Sekunda in Parchim (Mecklenburg) absolviert und auf Wunsch des Vaters eine Apothekerlehre beginnt. In Berlin lässt er sich ab 1901 als freier Schriftsteller nieder; Freundschaften mit den Brüdern Hart (Friedrichshagener Kreis), Peter Hille, Paul Scheerbart sowie Gustav Landauer prägen dabei seine intellektuell-künstlerische Entwicklung. 118541285 Gustav Arthur Gräser 118577131 Heinrich Mann 118629867 Frank Wedekind 118532715 Lion Feuchtwanger Mühsam arbeitet im Kabarett Elf Scharfrichter mit, verfasst Beiträge für Zeitschriften, u.a. den Simplicissimus, und gibt von 1911 bis 1919 die Monatsschrift Kain. Zeitschrift für Menschlichkeit heraus (1914-1918 unterbrochen, wiederaufgelegt als Organ der Revolution), deren Artikel ausschließlich von ihm selbst stammen und in der er zur Verbrüderung der künstlerischen Intelligenz mit dem Subproletariat aufruft. Schon davor hat er sich moralkritisch mit sozialen Missständen und Tabus auseinandergesetzt, so in der Streitschrift Die Homosexualität. Ein Beitrag zur Sittengeschichte unserer Zeit (1903) oder im Drama Die Freivermählten (1914), ein Stück, das um das Thema der freien Liebe kreist. Während des Ersten Weltkrieges nimmt Mühsams Zeit- und Gesellschaftskritik immer radikalere Züge an. Möglichkeiten zur Publikation findet er zwar kaum, doch wenden sich seine Gedichte von der verzweifelten Anklage zur bewaffneten „Aktion“ gegen den Krieg (Brennende Erde, 1920). Seit 1916 Teilnehmer an der Hungerdemonstration auf dem Marienplatz und Sympathisant der Spartakusgruppe, versucht Mühsam einen Aktionsbund antimilitaristischer Gruppen zur revolutionären Beendigung des Krieges zu schaffen. Im Januar 1918 agiert er schließlich als Redner beim Münchner Januarstreik. Wegen Verstoß gegen das politische Betätigungsverbot und Kriegsdienstverweigerung muss Mühsam jedoch bis Oktober eine sechsmonatige Haftstrafe in Traunstein verbüßen. 118623230 Ernst Toller 1927/28 gehört er dem künstlerischen Beirat der Piscator-Bühne Berlin an. Sein Drama Staatsräson. Ein Denkmal für Sacco und Vanzetti wird 1928 veröffentlicht. Mühsams Einsatz gilt nun ganz dem Kampf gegen die unzulängliche Weimarer Republik und die Gefahren des aufbrodelnden Faschismus. Programmatisch wird seine Schrift Die Befreiung der Gesellschaft vom Staat. Was ist kommunistischer Anarchismus? (1933). In der Nacht nach dem Reichstagsbrand, am 28. Februar 1933, wird Erich Mühsam verhaftet und nach grausamen Folterungen 16 Monate später im KZ Oranienburg von einem bayerischen SS-Kommando ermordet. [...]
  • Autorenporträt zu Hugo Ball
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    [...] de Beschreibung Hugo Ball wächst in gutbürgerlichen Verhältnissen auf; seine auf elterliches Drängen begonnene Lehre in einem Lederwarengeschäft bricht er ab, um das Abitur nachzuholen und in München, Heidelberg und Basel Germanistik, Soziologie und Philosophie zu studieren. 118629867 Frank Wedekind Ball ist Mitarbeiter der Zeitschriften Revolution, Die Neue Kunst und Die Aktion sowie Lektor verschiedener Theaterverlage. Sein Plan, mit Wassily Kandinsky einen Almanach als Ergänzung zum „Blauen Reiter“ (1912) herauszubringen, scheitert mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Hugo Ball geht nach Berlin, verfasst als Redakteur Rezensionen und Glossen und unterhält – neben seiner Beschäftigung mit revolutionärem Anarchismus – Beziehungen zur literarischen Avantgarde (u.a. Richard Huelsenbeck). Im Mai 1915 wandert er in die Schweiz aus. Als Klavierspieler und Texter tingelt er durchs Land, Erfahrungen, die er in seinem späteren Roman Flametti oder Vom Dandysmus der Armen (1918) verarbeitet. Zusammen mit Hans Arp, Tristan Tzara und Marcel Janco gründet Ball im Februar 1916 das Cabaret Voltaire in der Zürcher Spiegelgasse, die Wiege des Dadaismus. Die dort vorgetragenen Lautgedichte (z.B. „Karawane“ oder „gadji beri bimba“) Hugo Balls werden inspirierend für die deutschsprachige Nachkriegsliteratur. Einerseits lösen sich die ihnen erkennbaren Worte und ihre Semantik in erheiternde Klänge auf, andererseits wird diese neue Un-Sinnigkeit zum Grundstein einer tiefen, leidvollen Skepsis gegenüber der Gesellschaft und ihren Konventionen. „Ich will keine Worte, die andere erfunden haben [...]. Ich will meinen eigenen Unfug, und Vokale und Konsonanten dazu, die ihm entsprechen“, postuliert Ball im Eröffnungsmanifest des 1. Dada-Abends. Ball trägt seine Gedichte im Bischofskostüm vor und fällt, wie er im Nachhinein behauptet, in einen priesterlichen Singsang. Als „Parole in libertà“ sieht er seine Klangworte an, womit er nicht zuletzt auf die futuristische Programmatik hinweist. Dem kurzlebigen Cabaret folgt 1917 der Versuch einer klareren Programmatik in der sog. „Galerie Dada“, im Austausch mit Herwarth Waldens expressionistischer Sturm-Galerie und durch Kontakt mit Vertretern des neuen Ausdruckstanzes. 1917 bis 1920 ist Hugo Ball Mitarbeiter und Verlagsleiter der Freien Zeitung in Bern. In politisch-aktuellen Tageskommentaren entwickelt er sich zunehmend zum ethischen Mahner. Seine Streitschrift Zur Kritik der deutschen Intelligenz (1919) prangert den deutschen Fortschritts- und Geschichtsglauben an, wie sie unabhängige Persönlichkeiten (Thomas Müntzer, Franz von Baader, Michail Bakunin) dem deutschen Untertanengeist entgegenstellt. 1920 heiratet Hugo Ball seine langjährige Partnerin Emmy Hennings und konvertiert zum Katholizismus. Er studiert die alten Mystiker; Vortragsreisen führen [...]
  • Cotta, Johann Friedrich von: Allgemeine Zeitung
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    [...] die andre unter der Herrſchaft der Geſeze hielte wenn es nicht durch Unterdrükung des Anarchismus und des Königthums ſelbſt in ſeinen entfernteſten Keimen das Beiſpiel des entſchiedenſten und fachdruksvollſten [...]
  • Cotta, Johann Friedrich von: Allgemeine Zeitung
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    [...] veranlaſſen damit man darinn ſchwarze Vorbedeutungen von einem nahen Wiederaufleben des Terroriſmus und Anarchiſmus zu erfennen glauben ſollte Briot verſichert es ſey ihm von dem PolizeiMi niſter ſelbſt [...]
  • Toller, Ernst: Masse Mensch, 1919/20
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    [...] . Nach seiner Haftentlassung am 15. Juli 1924 wurde Ernst Toller von Kriminalbeamten an die sächsische Grenze eskortiert und als preußischer Staatsbürger aus Bayern ausgewiesen. Dieser Akt symbolisierte die Vertreibung jenes aktivistischen, mit dem intellektuellen Anarchismus verbundenen Expressionismus, der während der Räterepublik Bayern beherrscht hatte. Rechteinformationen zum Digitalen Objekt beim Datenlieferanten erhältlich. [...]
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    [...] Abſchied von dem alten am Schluſſe ſeiner Note ſich noch durch einen Stoßſeufzer über Anarchismus und Volksverführung erleichtert zu haben Neuenburg Die Entwaffnung der aufrühreriſchen Gemeinden dauert fort [...]