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  • Kempten, Fürstabtei: Territorium und Verwaltung
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    [...] de Die Fürstabtei Kempten, die bis zu ihrer Aufhebung 1803 dem Adel vorbehalten war, besaß ein weitgehend geschlossenes Territorium von rund 1.000 Quadratkilometern. Verwaltet wurde dieser zweitgrößte geistliche Staat in Bayerisch-Schwaben zunächst von einem Landvogt sowie weiteren Vögten in den aus adeliger Hand erworbenen Herrschaften. Die zentrale Verwaltung lag in der Hand eines seit dem 16. Jahrhundert nachweisbaren Hofrats. Abt Roman Giel von Gielsberg (reg. 1639-1673) reformierte in seiner Amtszeit die Verwaltung des Stifts (1642 neue Einteilung in Pflegämter, Gründung weiterer Zentralbehörden). Die Fürstäbte besaßen einen eigenen Hofstaat, der im 17. und 18. Jahrhundert deutlich erweitert wurde. Die bäuerlichen Untertanen bildeten seit 1526 eine ständische Vertretung, die "Landschaft", die ab 1667 eine eigenständige Finanzverwaltung aufbaute. de Das Territorium: Lage und Ausdehnung um 1800 41597 Kempten Hoheitsrechte Dritter bestanden am Ende des 18. Jahrhunderts nur noch an wenigen Orten: 43431 Aitrang 43542 Füssen 46048 Wollmuths 45637 Rauhenzell 44092 Unterthingau 43729 [Markt-]Oberdorf 43881 Ronsberg 44465 [Maria] Steinbach 42413 Binswangen Territorialeinteilung und Ämterverfassung 45221 Hohentann 43811 Liebenthann 41587 Kaufbeuren 44104 Kipfenberg 45593 Wagegg 45889 Sulzberg 102836094 Roman Giel von Gielsberg 44421 Lautrach 44321 Falken 43780 Obergünzburg 44092 [...]
    [...] . Ein Hofmeister ist erstmals 1526 nachgewiesen. Aus seiner Funktion entwickelte sich bis ins 18. Jahrhundert das Obersthofmarschallamt. Hofmeister und Obersthofmarschallamt unterstanden die Kammerdiener und Kammerlakaien, das Hoffourieramt, die Hofkellerei, die Hofküche samt Bäckerei und Konditorei, die Hofmusik und die Hofwache, die auch als Polizeitruppe für die Stiftstadt Kempten eingesetzt war. Dem Oberstallmeisteramt waren außer dem Marstall samt Hofschmied, Hofwagner und Hofsattler auch die Pagen und die Hoftrompeter zugeordnet. Der Oberjägermeister war bis 1760 zugleich Forstmeister; auch noch danach war ihm das gesamte Jagdpersonal bei Hofe und im Land zugeordnet (letzteres war hinsichtlich [...]
    [...] und Konstanz auf die Pfarreien des Stiftsgebiets möglichst eng auf Angelegenheiten des Pfarrklerus zu begrenzen suchten, während die Aufsicht über die Kirchenstiftungen und kirchlichen Bruderschaften für den Landesherrn reklamiert wurde. Im 18. Jahrhundert wuchs dem Oberstheiligenpflegamt auch die Aufgabe der Schulaufsicht zu. In der mit der Stiftskirche vereinigten Pfarrei St. Lorenz in Kempten beanspruchten die Fürstäbte kraft der 1483 verliehenen Exemtion des Klosters die bischöflichen Rechte, was der Bischof von Konstanz 1752 anerkannte. Zur Führung der 1738 eingeführten Landtafel, eines Hypothekenbuches, wurde ein eigenes Landtafelamt geschaffen. Dieses überlebte sogar die Aufhebung des Stifts [...]
  • Kempten, Fürstabtei: Politische Geschichte (Spätmittelalter)
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    [...] de Das Benediktinerkloster Kempten konnte im 13. und 14. Jahrhundert, engültig 1353, vom Reich die Vogteirechte erwerben. Der Abt beanspruchte seit 1212 den Titel eines Reichsfürsten, was aber erst Mitte des 14. Jahrhunderts allgemeine Akzeptanz fand. Im Rahmen der 1213 erworbenen Grafschaft Kempten gelang es den Fürstäbten im 15. Jahrhundert, ein geschlossenes Territorium aufzubauen. Dazu kauften sie adelige Güter im Grafschaftsbereich auf und intensivierten die Leibherrschaft über ihre Untertanen. Folge war ein Bauernaufstand 1491/92. Nur die Stadt Kempten konnte sich dem Zugriff entziehen (endgültig 1494). Auseinandersetzungen mit dem Bischof von Konstanz über die kirchenrechtliche Stellung der Abtei, die 1382 begannen, beendete die päpstliche Exemtion im Jahr 1483. Die Ordensreformen des 15. Jahrhunderts erfassten das Stift nicht. de Vom Königskloster zum Reichsfürstentum 41597 Kempten 118535765 Friedrich II. 43881 Ronsberg 118548328 Heinrich (VII.) 118565087 Konrad IV. 118565141 Konradin 11860371X Rudolfs I. 118560085 Karls IV. 136848222 Friedrich III. von Teck 140676457 Heinrich Herrschaftsintensivierung und Territorialentwicklung im 14. und 15. Jahrhundert a) Leibherrschaft als Mittel zum Herrschaftsaufbau Das ganze Spätmittelalter hindurch wurde der Ausbau der stiftischen Besitzungen zu einem Territorialstaat durch den "Allgäuischen Gebrauch" erschwert. Dabei handelte es sich um eine zu einem regionalen Gewohnheitsrecht verfestigte Anschauung, wonach Gerichtszwang, Steuer- und Wehrhoheit nicht am Land, sondern an der personenrechtlichen Abhängigkeit (Hörigkeit, Leibeigenschaft) hafteten. Im übrigen Schwaben hingegen resultierten Niedergerichtsrechte über Personen nicht aus der Leibeigenschaft, sondern aus der Grundherrschaft. Neben stiftischen Leibeigenen und Zensualen (Freizinsern) gab es in der Grafschaft Kempten noch zahlreiche freie Bauern, die sich durch Ergebung in den "Schutz und Schirm" eines Gerichtsherrn oder die Annahme des Status eines Pfalbürgers einer Reichsstadt ihren Herrn frei wählen konnten. Außerdem stand nur ein kleiner Teil des in der Grafschaft gelegenen bäuerlichen Besitzes unter klösterlicher Grundherrschaft; viele Höfe hatten einen adeligen Grundherrn oder waren freies Eigen der Bauern. Sehr zahlreich waren auch die Lehen sowohl des Adels als auch - als Beutellehen - der Bauern. Unter diesen Umständen trieb das Stift seine Bemühungen um die Ausbildung einer geschlossenen Territorialherrschaft vor allem auf zwei Wegen voran: Die Äbte machten die Hochgerichtsbarkeit des Landgerichts der Grafschaft Kempten geltend. Gleichzeitig versuchten sie, möglichst alle innerhalb der Grafschaftsgrenzen wohnenden Bauern in den Stand stiftischer Leibeigener hinabzudrücken. Daraus resultierte ein latenter Unwille der Untertanen, der 1491/92 in einem Bauernaufstand [...]
  • Kösel-Verlag
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    [...] de Der Kösel-Verlag, einer der ältesten Verlage Deutschlands, geht auf die vermutlich 1593 gegründete Hofbuchdruckerei der Fürstabtei Kempten zurück. Seinen Namen erhielt er von Josef Kösel (1759-1825), der 1805 im Zuge der Säkularisation die Druckerei ersteigerte. Der Kösel-Verlag, der seit 1927 seinen Sitz in München hat, ist bis heute einer der bedeutendsten Verlage für katholisches Schrifttum in Bayern. de Die Anfänge des Kösel-Verlags in Kempten 41597 Kempten 133668576 Johann Erhard Blarer von Wartensee 102836094 Roman Giel von Gielsberg Im Königreich Bayern 101478097 Josef Kösel 133664333 Nikolaus Bail 133967581 Johann Huber 2215 München Weimarer Republik 27282 Regensburg Im Nationalsozialismus Wie alle religiös geprägten Verlage sah sich auch der Kösel-Verlag der Verfolgung durch den Nationalsozialismus ausgesetzt. Zwischen 1933 und 1945 wurden ungefähr 30 Titel verboten. Auf Anordnung der Reichsschrifttumskammer wurde der Verlag 1936 in eine Kommanditgesellschaft (KG) zurückverwandelt; persönlich haftende Gesellschafter waren Mitglieder der Familie Huber. 1940 musste sich der Kösel-Verlag von seinem nichtreligiösen Schrifttum trennen und konnte sich nur noch als so genannter "katholischer" Verlag behaupten. Nach dem Zweiten Weltkrieg 117379352 Heinrich Wild 122319559 Christoph 45235 Krugzell 45159 Altusried Das Verlagsprogramm bis 1945 118563661 Sebastian Kneipps 118989820 Carl Muth 118680080 Peter Dörfler 118545566 Enrica von Handel-Mazzetti 118570951 Gertrud von LeFort Verlegerischer Neubeginn 118570951 Theodor Haecker 118630520 Konrad Weiß 119110679 Hedwig Conrad-Martius 118569880 Else Lasker-Schüler 118566288 Karl Kraus 118506366 Peter Bamm 118543105 Romano Guardini 118594303 Josef Pieper 118597868 Karl Rahner SJ 11850990X Joseph Bernhart 118564951 Gertrud Kolmar 118630148 Simone Weil 118598546 Joseph Ratzinger Rechteinformationen zum Digitalen Objekt beim Datenlieferanten erhältlich. [...]
  • Landstände
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    [...] de Landstände hatten einerseits an der landesherrlichen Macht teil, standen jedoch andererseits als eigenständige Interessenvertretung und damit als Gegenpol dem Fürsten gegenüber. Als Korporationen bildeten sie sich im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit unter den verschiedensten Bezeichnungen in ganz Europa, in Ober- und Niederbayern etwa im 14. Jahrhundert. Kennzeichen aller europäischen Landstände war das Recht auf Steuerbewilligung, mit dem sie eine wichtige Einflussmöglichkeit auf die Politik des jeweiligen Herrschers hatten. Die ständische Verfassung stellte eine vormoderne Stufe des parlamentarischen Systems dar. Die Zusammensetzung der Landstände war von Territorium zu Territorium verschieden; im römisch-deutschen Reich war die Drei-Kurien-Vertretung, bestehend aus Vertretern des Adels, des Klerus und der Städte, vorherrschend. Der Höhepunkt ständischer Macht ist die Zeit um 1500. In der Frühen Neuzeit kam es zu einem Transformationsprozess, in dessen Verlauf sich die Gewichte zwischen Fürst und Landständen verschoben. Seit dem 16./17. Jahrhundert verfügten die Landstände schließlich über verschiedene ständische Gremien und eine ausdifferenzierte Verwaltung, welche die staatlichen Tätigkeiten und die Finanzverwaltung mit überwachte. de Definition 118539205 Otto Gierke Die Bezeichnungen für Ständekorporationen in Europa waren z. B. États généraux (Frankreich), Cortes (Kastilien, Aragón, Portugal), Parliament (England), Ståndsriksdag (Schweden), Staten-Generaal (Niederlande, Generalstaaten), Rigsrådet (Dänemark), Sejm (Polen). Diese Korporationen vereinigten meist Klerus, Adel und Städte eines Landes, selten auch Bauern (im heutigen Bayern etwa in der Fürstabtei Kempten oder der Fürstpropstei Berchtesgaden). Sie übten als Gesamtheit politisch-staatliche Rechte aus. Zu den Rechten gehörte stets die Steuerbewilligung, die es den Ständen erlaubte, umfassend Einfluss auf die Politik des Herrschers zu nehmen. Verbreitet war außerdem die Mitwirkung bei der Gesetzgebung, ferner das Recht, sich zur Regierungstätigkeit, zur Steuerverwendung und zur Besetzung der hohen Ämter zu äußern; dies geschah überwiegend in Form von Gravamina (Beschwerden). Eine unmittelbare Kontrolle der Regierungstätigkeit war jedoch selten. Eine Huldigung durch die Stände bestätigte die Legitimität des neuen Herrschers. Selten hatten die Stände das Recht, den Herrscher zu wählen oder zu erheben (z. B. Ungarn oder Böhmen). Im Reich wählten die Kurfürsten den römischen König. Funktion innerhalb der Staatsbildung Versammlungen der Stände traten zusammen, weil die Herrscher im Interesse des Landes Geld brauchten, etwa für einen Krieg, eine kostspielige Heirat oder die Hofhaltung. Die geforderte außerordentliche Besteuerung war ein Eingriff in das Eigentum, der in Mittelalter und Früher [...]