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  • Regierung von Jehovas Zorn, 1918
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    [...] de Bezeichnung von Kardinal Michael von Faulhaber (1869-1952) für die Regierung Eisner in der Silvesterpredigt 1918. Der nur isoliert überlieferte Ausspruch - die Predigt ist als ganze nicht erhalten - wird manchmal falsch als antisemitische Äußerung Faulhabers verstanden. Richtig ist jedoch eine Interpretation vor dem Hintergrund alttestamentarischer Rede über den "Zorn Gottes", die Faulhaber als vormaliger Professor für Exegese des Alten Testaments auf die von ihm als Rechtsbruch angesehene Revolution von 1918 anwandte. de Zur Quelle 118532073 Michael von Faulhaber 2215 München 6871 Freising Legitimation der staatlichen Obrigkeit Kardinal Faulhaber sah in Übereinstimmung mit der katholischen Staatslehre die Autorität einer rechtmäßigen staatlichen Obrigkeit von Gott legitimiert. Daraus leite sich für die Regierung umgekehrt auch eine Verpflichtung ab, die Religion zu achten. Wenn die Regierung sich jedoch gegen Gott wende, verliere sie ihre Autorität, so Faulhaber. Das Ende der Monarchie in Bayern und die Revolution im November 1918 waren für den Erzbischof Unrecht; die neue Regierung war somit nicht rechtmäßig an die Macht gekommen. Zudem standen Teile der Regierung vor ideologisch linksgerichtetem Hintergrund der Kirche distanziert bis feindlich gegenüber. Somit fehle dieser neuen Regierung jegliche göttliche Legitimation – so Faulhaber –, was in den folgenden Monaten die Tatsache noch bestärkte, dass zunehmend auf eine Trennung von Kirche und Staat hingearbeitet wurde. Der Bezug auf Gott fehlte in der bayerischen Verfassung von 1919 im Gegensatz zu den Verfassungen von 1818 und 1946. Bedeutung 118529706 Kurt Eisner Hintergrund ist vielmehr, dass Erzbischof Faulhaber als ehemaliger Professor für Alttestamtentliche Exegese, der sich dem Judentum verbunden fühlte und freundschaftliche Kontakte zu Juden pflegte, häufig aus dem Alten Testament zitierte. Faulhaber bezog sich dabei auf verschiedene Stellen des Alten Testamentes, in denen von Gottes Zorn die Rede ist, wenn das Handeln seines Volkes Israel ihm missfiel und es sich von ihm abgewandt hatte. Dem bibelkundigen Zuhörer seiner Predigt dürfte diese Formulierung und der damit verbundene Aussagegehalt vertraut gewesen sein. Es besteht eine Tendenz in der Faulhaber-Rezeption, einzelne rhetorisch sprachgewaltige und sich im Wortspiel verlierende Formulierungen des Kardinals, zu denen er neigte und wozu auch die "Regierung von Jehovas Zorn" gehört, herauszugreifen. Das Zitat wird dann - ohne den Kontext zu beachten - benutzt, um den Kardinal zu diskreditieren. Um der Persönlichkeit des Kardinals gerecht zu werden, ist es jedoch notwendig, sich auf eine breite Quellenbasis zu stützen. Diese steht mit der Aktenedition von Volk/Hürten (1975-2002) und der Öffnung des Kardinal-Faulhaber-Archivs 2002 zur Verfügung [...]
  • Nürnberger Zeitung
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    [...] Commentaren über daS Ge setz welche die Zeiten notwendig gemacht und die das moderne Judentum verdunkelt haben zu vereinigen Ich nclmie mir vor in andern Briefen zu untersuchen ob [...]
  • Autorenporträt zu Hilde Marx
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    [...] de Beschreibung Hilde Marx wird in Bayreuth geboren, ihre Eltern betreiben ein Textilhaus in der Richard-Wagner-Straße. Schon in frühen Jahren verfasst sie Gedichte, die sie den Eltern diktiert, weil sie selbst noch nicht schreiben kann. Sie besucht die Graserschule und gerät in das frauenfreundliche Bildungsklima der Nachkriegszeit. Zum Schuljahr 1925/26 tritt sie in die vierte – nach heutiger Zählung achte – Klasse des Humanistischen Gymnasiums ein. Die Tanzstunde wird ihr aber, weil sie Jüdin ist, in der Wagnerstadt verwehrt – es bleibt das Unbehagen über einen im Alltagsleben virulenten „passiven Antisemitismus“. Gleichwohl werden die Lehrer auf Hilde Marx’ literarisches Talent aufmerksam: bei der alljährlichen Verleihung des mit 50 Mark dotierten Jean-Paul-Preises an Schüler der Mittelschulen zählt sie zu den neun Preisträgern. Nach der Reifeprüfung 1931 will sie Zeitungswissenschaften, Theater- und Kunstgeschichte in Berlin studieren; als im April 1933 das sich gegen Juden richtende „Gesetz gegen Überfüllung von deutschen Schulen und Hochschulen“ in Kraft tritt, muss sie das Studium jedoch abbrechen. Auf Empfehlung des bekannten Zeitungswissenschaftlers Emil Dovivat kommt sie bei der jüdischen C.V.-Zeitung unter. Ein bereits 1934 von einem US-Bürger angebotenes Affidavit zur Ausreise nach Amerika lehnt Hilde Marx mit dem lakonischen Hinweis ab, sie werde in Deutschland noch dringend gebraucht. 118577166 Thomas Mann Neben ihrer journalistischen Arbeit verdingt sie sich als Kabaretttexterin für jüdische Autoren. Gleichzeitig reist sie zu Rezitationsabenden in ganz Deutschland herum, wobei sie von der Gestapo überwacht wird. In Bayreuth trägt sie beim Chanukka-Fest Gedichte vor oder gibt in kleineren Städten in unbeobachteten Momenten ihre Einschätzungen aus Berlin weiter. Im Winter 1937/38 wird Hilde Marx von der Gestapo unter Androhung von KZ-Haft zur Ausreise in die Tschechoslowakei gezwungen, da sie sich weigert, ein Auslandsguthaben in Form einer kleinen Erbschaft in Pilsen nach Deutschland zu transferieren. Von nun an wendet sie sich ab vom Glauben und fühlt sich dem Judentum nur mehr als geschichtlich geprägte Schicksalsgemeinschaft verbunden. In Prag versucht sie mit journalistischen Gelegenheitsarbeiten über die Runden zu kommen und unterhält Kontakt mit Kafkas Freund Max Brod, der ihre Gedichte im Prager Tagblatt abdruckt. Weil das Geld für die Miete nicht ausreicht, lebt sie zeitweise mit anderen Flüchtlingen zusammen in einem unfertigen Gebäude. Als sich ihre Lebenszustände zuspitzen, wagt sie die Ausreise in die USA. Mit viel gutem Willen des US-Konsuls und Unterstützung ihres früheren US-Bekannten erhält sie ein Visum und trifft am 14. November 1938 in New York ein. Als Gelegenheitsarbeiterin, Kindermädchen, Verkäuferin und Altenbetreuerin bestreitet [...]
  • Aschaffenburger Zeitung
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    [...] 12 der evangeliſchen Kirche haben ſich zugewendet 46 der griechiſch orientaliſchen 3 und zum Judentum ſind theils zurückgekehrt theils wurden in dasſelbe aufgenommen 76 Berlin 16 April Sitzung des [...]
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    [...] reiſen aus Mittlerweile erfuhr Wagner von dieſem Schritte und bei ſeinem Abſche gegen das Judentum in der Muſik gab er ſofort den Befehl ihm 1 nicht dieſen Schmerz zu bereiten [...]
  • Aschaffenburger Zeitung
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    [...] wandte ſich eine einzige Perſon zu 144 Abtrünnige verließen das Chriſtenthum und gingen zum Judentum über be reviſion unzweideutig in ſich ſchließt maswerthos dieſer sei sº bleibt da d meiſtens [...]
  • Autorenporträt zu Jella Lepman
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    [...] de Beschreibung Jella Lepman wird 1891 in Stuttgart als älteste von drei Töchtern des jüdischen Textilfabrikanten Joseph Lehmann und seiner Frau Flora geb. Lauchheimer (1867-1940) geboren. Ihr Cousin ist der Philosoph Max Horkheimer, der zusammen mit Theodor W. Adorno die Frankfurter Schule begründet. Das Elternhaus gehört dem liberalen Judentum an. Lepman entwickelt schon früh ein großes soziales Engagement. Bereits mit 17 Jahren gründet sie in ihrer Heimatstadt eine „Internationale Lesestube“ für Kinder der ausländischen Arbeiter der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik. Nach ihrer Schulzeit am Königin-Katharina-Stift verbringt sie ein Jahr in einem Schweizer Pensionat. Nach ihrer Rückkehr nach Stuttgart heiratet sie 1913 den Deutsch-Amerikaner Gustav Horace Lepman (1877-1922), aus deren Ehe zwei Kinder hervorgehen. Nach dem Tod ihres Mannes 1922 versucht sich Lepman allein durchzukämpfen. Sie findet eine Anstellung als erste weibliche Redakteurin beim Stuttgarter Neuen Tagblatt, wo sie vor allem gesellschaftspolitische Beiträge schreibt. Daneben veröffentlicht sie ihr erstes Kinderbuch (Der verschlafene Sonntag, 1927) und ein Theaterstück für Kinder (Der singende Pfennig, 1929). Außerdem tritt sie der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) bei, wo sie führend in der Frauengruppe tätig wird. 1929 kandidiert sie sogar zusammen mit Theodor Heuss, dem späteren Bundespräsidenten, als Vorsitzende der DDP Württembergs, allerdings erfolglos für den Reichstag. Lepmans demokratische Ansichten und ihre jüdische Herkunft führen nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 zu ihrer Entlassung. Bis 1935 wird sie noch als freie Mitarbeiterin beschäftigt, 1936 beschließt sie mit ihren beiden Kindern über Florenz nach England zu emigrieren. Dort schlägt sie sich mit journalistischer und schriftstellerischer Arbeit durch. 1938 sieht sie den Nachlass von Arthur Schnitzler an der Universität Cambridge durch. Später arbeitet sie für die BBC und den US-amerikanischen Sender ABSIE (American Broadcasting Station in Europe). 1943 veröffentlicht sie das Buch Women in Nazi Germany unter dem Pseudonym Katherine Thomas. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kehrt sie 1945 als Beraterin der US-Armee für Frauen- und Jugendfragen im Rahmen des „Reeducation“-Programms der amerikanischen Besatzungszone nach Deutschland zurück, wo sie zunächst in Bad Homburg, dann in München wohnt. Um die Deutschen zu Weltoffenheit, Toleranz und Friedensliebe zu erziehen, konzentriert sie einen erheblichen Teil ihrer Arbeit auf die Förderung der Kinder- und Jugendliteratur. Am 3. Juli 1946 wird die Internationale Jugendbuchausstellung im Haus der Kunst eröffnet. Lepman will, dass „die internationalen Kinderbücher in diesen Heidentempel einziehen und ihre guten Geister die schlimmen verjagen“. Die Ausstellung [...]
  • Cotta, Johann Friedrich von: Allgemeine Zeitung
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    [...] von einem Theil der Juden die menſchlichen Traditionen beſeitigt wurden und daß auch im Judentum wie im Islam Sunniten und Schiiten ſich ſonderten Sobald aber dieſe Beſeitigung ſich auch [...]
  • Autorenporträt zu Helene Böhlau
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    [...] de Beschreibung Helene Böhlau wird 1856 in Weimar geboren und wächst in einem hochkultivierten Elternhaus auf. Sie ist die Tochter des Weimarer Verlagsbuchhändlers und Verlegers Hermann Böhlau und dessen Frau Therese geb. Thon, die aus einer alten für Weimar bedeutenden Juristenfamilie stammt. Diese verfasst über ihren Vater und dessen Familie ein mehrere Generationen umfassendes kulturhistorisches Buch, das für die Familie gedruckt und mehreren Bibliotheken geschenkt wird. Die Brüder der Mutter sind Minister, ihr Großvater wiederum war während der Zeit des Wiener Kongresses Adjutant bei Großherzog Karl August (1757-1858). Im Bewusstsein dieser Familientradition wird Helene Böhlau erzogen. Wegen ihrer Kränklichkeit erhält sie eine sorgfältige Erziehung durch Privatlehrer und wird auch auf ausgedehnte Reisen ins Ausland geschickt. Schon früh zeigt sich ihr Hang zur Schriftstellerei. Bald geht Helene Böhlau gänzlich andere Wege, als die Frauen in ihrer Familie zuvor es getan haben. Sie wird Schriftstellerin. Ab 1882 veröffentlicht sie Novellen und Kurzgeschichten. Auf einer Reise in den Orient lernt sie den Architekten und Privatgelehrten Friedrich Arnd (1839-1911) kennen und lieben. Um Helene als zweite Frau heiraten zu können, konvertiert er vom Judentum zum Islam und nennt sich fortan Omar al Raschid Bey. 1886 heiratet sie ihn in Konstantinopel, wo das Paar dann vier Jahre lebt. Ihr Vater verbietet ihr daraufhin das Haus. 1990 siedelt das Ehepaar nach München über. Sie wohnen erst in der Kaulbachstr. 62, später ab 1900 in der Seestraße 3c. 1895 wird Sohn Omar Hermann geboren. In diesen Jahren tritt Böhlau auch in den 1894 von Anita Augspurg und Sophia Goudstikker u.a. gegründeten Verein für geistige Interessen der Frau ein (1899: Verein für Fraueninteressen e.V.), durch den sich die bürgerliche Frauenbewegung in Bayern verbreitet. Er setzt sich für das Recht auf Bildung bürgerlicher Mädchen und Frauen, für ihre Erwerbstätigkeit und finanzielle Unabhängigkeit ein. Ihre Bücher veröffentlicht die Schriftstellerin unter ihrem Geburtsnamen, manchmal auch mit dem Zusatz „Frau al Raschid Bey“. Ihr Werk umfasst sowohl ambitionierte Kunst- als auch Gebrauchs- und Unterhaltungsliteratur. Seit 1882 veröffentlicht sie Novellen und Romane, die sich in zwei Themengruppen gliedern: das emanzipatorische Recht der Frau (Im frischen Wasser (1891), Der Rangierbahnhof (1896), Das Recht der Mutter (1896) Halbtier (1899) und die Altweimarer Vergangenheit (Ratsmädelgeschichten, 1888; Altweimarische Geschichten, 1897; Der gewürzige Hund, 1916; Die leichtsinnige Eheliebste; 1925). Sie eröffnet ihr Schriftstellerinnendasein mit heiteren Geschichten aus dem Leben ihrer Großmutter. Ihrer eigenen Aussage zufolge wird ihr Leben dann tiefer und schwerer und somit auch die „Bilder ihres Daseins [...]
  • Straubinger Tagblatt
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    [...] ſollte bewirkte die Mutter zugleich mit dem ihrigen auch den Uebertritt des Kindes zum Judentum d h ſie ließ ihn in der hergebrachten Form Ä die Beſchneidung unterblieb aus leiblichen [...]