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  • "Anifer Erklärung" des bayerischen Königs Ludwig III., 13.11.1918
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    [...] de Beschreibung In Bayern wurde mit der Revolution des 7. November 1918 die 738-jährige Herrschaft der Wittelsbacher faktisch beendet. Die sogenannte Anifer-Erklärung König Ludwigs III. (1845–1921, reg. 1912/13–1918) wurde von der Revolutionsregierung als dessen Thronverzicht interpretiert und entsprechend veröffentlicht. Nach der Flucht des bayerischen Königspaares in der Revolutionsnacht bemühte sich die Regierung Eisner, eine offizielle Abdankungserklärung von dem Monarchen zu erhalten. Dies sollte den Beamten und Offizieren, die dem König durch Eid verpflichtet waren, die Mitarbeit am neuen Staatsgefüge erleichtern. Nach einem ersten gescheiterten Versuch wurde der als Vermittler gewonnene ehemalige bayerische Ministerratsvorsitzende Otto von Dandl (1868–1942) nach Schloss Anif bei Salzburg eingeladen. Am 12. November 1918 erklärte Ludwig III. dort schriftlich, die Beamten, Soldaten und Offiziere von ihrem Treueeid zu entbinden. Der Wortlaut und auch die Intention der Erklärung lassen eine Interpretation als Thronverzicht nur bedingt zu. Eine eindeutige Verzichtserklärung auf den bayerischen Thron wurde weder von Ludwig III. noch von Kronprinz Rupprecht (1869–1955) jemals abgegeben. Vielmehr forderte Kronprinz Rupprecht bereits am 10. November 1918 per Telegramm, die Frage der Staatsform Bayerns durch eine Nationalversammlung klären zu lassen. Die Anifer-Erklärung ist lediglich als maschinenschriftliche Kopie überliefert. Das Original gilt als verschollen. Dr. Markus Schmalzl CC0 [...]
  • König Otto von Bayern
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    [...] de Beschreibung Otto von Bayern (1848-1916, König 1886-1916) wurde am 27. April 1848 als Sohn König Maximilians II. von Bayern (1811-1864, König 1848-1864) in München geboren. Bereits als Jugendlicher hatte er erste psychische Auffälligkeiten gezeigt. Depressive, apathische und aggressive Zustände wechselten sich ab. Seit 1871 stand er deshalb unter ärztlicher Beobachtung. Ab 1872 wurde er vom Hof distanziert und zunächst in Ludwigstal im Bayerischen Wald und in Schloss Nymphenburg, und ab 1875 in Schloss Schleißheim untergebracht. Die letzten 36 Jahre seines Lebens ab März 1880 verbrachte er, verborgen von der Öffentlichkeit, in Schloss Fürstenried. Da er als regierungsunfähig galt, wurde nach dem Tode seines älteren Bruders Ludwig II. (1845-1886, König 1864-1886) am 13. Juni 1886, sein Onkel Luitpold (1821-1912, Regent 1886-1912) als Prinzregent eingesetzt. Nach dessen Tod übernahm Luitpolds Sohn, Ludwig (1845-1921, Regent 1912-1913, König 1913-1918), die Regentschaft. Dieser führte am 5. November 1913 einen Herrschaftswechsel herbei und bestieg als König Ludwig III. den bayerischen Thron. Bis dahin hatte König Otto als König fungiert. Dr. Markus Schmalzl CC0 [...]
  • Erklärung König Ludwigs III. zur Thronübernahme
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    [...] de Beschreibung Am 5. November 1913 übernahm König Ludwig III. (1845–1921, Regent 1912–1913, König 1913–1918) den Thron des Königreichs Bayern und leistete am 8. November 1913 den Eid auf die Verfassung. Seit 12. Dezember 1912, dem Todestag seines Vaters, Prinzregent Luitpolds (1821–1912, Regent 1886–1912), hatte Ludwig bereits als Regent für den kranken König Otto (1848–1916, König 1886–1916) fungiert. Da den Handlungsmöglichkeiten des Prinzregenten allerdings auch in verfassungsrechtlicher Hinsicht enge Grenzen gesetzt waren und er nur über eingeschränkte finanzielle Mittel verfügen konnte, setzte Ludwig die volle Thronübernahme durch. Hierzu wurde §21 der bayerischen Verfassung von 1818 ergänzt, wonach der Regent die Regentschaft für beendet erklären kann, wenn nach zehnjährigem körperlichem oder geistigem Gebrechen des regierungsunfähigen Königs keine Aussicht auf Besserung besteht. Dieser Verfassungsänderung stimmten die beiden Kammern des Bayerischen Landtages am 30. Oktober und 4. November 1913 zu. Erst nachträglich, am 6. November 1913, bestätigte die Kammer der Abgeordneten, dass die legitimen Gründe für die Thronübernahme tatsächlich vorgelegen hatten. Auf diese Weise sollte der Herrscherwechsel nicht direkt vom Landtag sanktioniert und damit der Souveränitätsanspruch des Monarchen nicht beschädigt werden. Die bayerische Bevölkerung informierte König Ludwig III. über den Herrschaftswechsel und über seine Motive am 5. November 1913 durch Abdruck im Gesetz- und Verordnungsblatt. Dr. Markus Schmalzl CC0 [...]
  • Ärztliche Gutachten vom 27.10.1913 und 01.11.1913 über die dauernde Regierungsunfähigkeit König Ottos von Bayern
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    [...] de Beschreibung Die ärztlichen Gutachten vom 27. Oktober und 1. November 1913 belegten die fortdauernde psychische Erkrankung König Ottos (1848–1916, König 1886–1916) von Bayern. Erste Auffälligkeiten – depressive, apathische und aggressive Zustände – hatte Otto bereits im Alter von 17 Jahren gezeigt. Seit 1871 stand er deshalb unter ärztlicher Beobachtung. Ab 1872 wurde er vom Hof distanziert und zunächst in Ludwigstal im Bayerischen Wald und in Schloss Nymphenburg, ab 1875 in Schloss Schleißheim untergebracht. Die letzten 36 Jahre seines Lebens ab März 1880 verbrachte er, verborgen vor der Öffentlichkeit, in Schloss Fürstenried. Die beiden Gutachten bildeten die Grundlage für eine Verfassungsänderung, wonach eine wegen körperlicher oder geistiger Gebrechen des Monarchen eingetretene Regentschaft nach zehn Jahren durch den Regenten beendet werden konnte. Voraussetzung hierfür war, dass keine Verbesserung des Gesundheitszustandes absehbar war. Dem Gesetzentwurf zur Änderung der Verfassung stimmten der Staatsrat und die beiden Kammern des Bayerischen Landtags Ende Oktober bzw. Anfang November 1913 zu. Am 5. November 1913 erklärte Prinzregent Ludwig (1845-1921) die Regentschaft für beendet und teilte der bayerischen Bevölkerung seine Thronbesteigung als König Ludwig III. mit. Anschließend wurden dem Landtag die ärztlichen Gutachten vorgelegt. Am 6. und 7. November stimmten die beiden Kammern des Landtags dem Antrag zu und sanktionierten damit den Herrscherwechsel. Dr. Markus Schmalzl CC0 [...]