Facebook

4 Treffer sortiert nach

  • Autorenporträt zu Hans Werner Richter
     Textstellen 
    [...] de Beschreibung Hans Werner Richter wird 1908 in Neu Sallenthin auf Usedom geboren und absolviert 1924 eine dreijährige Lehre als Buchhändler in Swinemünde. Daran anschließend arbeitet er als Buchhandelsgehilfe in Berlin. 1933 versucht er mit Hilfe der KPD vergeblich eine Widerstandsgruppe zu gründen und emigriert nach Paris. Aufgrund seiner schlechten finanziellen Situation dort kehrt er nach Berlin zurück und arbeitet als Lektor und Buchhändler. Gleichzeitig wird er wieder im Untergrund aktiv und 1940 von der Gestapo verhaftet. Da man ihm seine Tätigkeit aber nicht nachweisen kann, wird er zum Wehrdienst eingezogen, woraufhin er bis 1943 an der Front kämpft. Er gerät in amerikanische Kriegsgefangenschaft, ab 1945 veröffentlicht er die antifaschistische Zeitschrift Lagerstimme bzw. Zeitung Der Ruf. 118502786 Alfred Andersch Obwohl er vor allem als Initiator der Gruppe 47 gilt, ist er selbst ein produktiver Autor. Seine Werke zeichnen sich durch eine reportagehaft gehaltene, stilistisch am Alltag orientierte Sprache aus. Dabei sind seine Romane und Erzählungen fast ausschließlich autobiographisch. So setzen sich Werke wie Die Geschlagenen (1949) häufig auch mit dem Krieg oder eigenen Erfahrungen in der Gefangenschaft auseinander. Seine Kindheit und Jugend dagegen schildert Hans Werner Richter vor dem Hintergrund der politischen Entwicklungen in dem Roman Spuren im Sand (1953). Andere Titel sind Rose weiß, Rose rot (1971), in dem sich Richter mit der Zeit seiner Pariser Emigration beschäftigt, oder Reisen durch meine Zeit. Lebensgeschichten (1989). Für sein literarisches Wirken wird er u.a. mit dem Fontane-Preis (1951), dem René-Schickele-Preis (1952), dem Kultur- und Ehrenpreis des DGB (1972/73), dem Großen Bundesverdienstkreuz (1979), dem Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (1986) sowie mit dem Pommerschen Kulturpreis (1992) ausgezeichnet. Hans Werner Richter stirbt am 23. März 1993 in München und wird auf eigenen Wunsch hin auf dem Friedhof von Bansin auf der Insel Usedom beigesetzt. Nach ihm sind die Hans-Werner-Richter-Stiftung (seit 1998) und das Hans-Werner-Richter-Haus (seit 2000) in Bansin eingerichtet und benannt. [...]
  • Autorenporträt zu Hilde Rubinstein
     Textstellen 
    [...] de Beschreibung Hilde Rubinstein wird 1904 in Augsburg als Tochter einer Münchnerin und eines aus dem zaristischen Russland nach Deutschland emigrierten Ingenieurs geboren. Sie wächst zwischen Hannover und Köln im großbürgerlichen Milieu einer nichtorthodox-jüdischen Familie auf und ist schon früh rassistischen Äußerungen ausgesetzt. Nach Abschluss der Schule studiert sie Malerei an der Kölner Werkschule (1921-26), am Bauhaus in Weimar (1923/24) und an der Düsseldorfer Kunstakademie (1925). Ein Stipendium ermöglicht 1927/28 einen Studienaufenthalt in Paris. Ihre Werke werden ausgestellt, und Reproduktionen erscheinen in Magazinen wie Querschnitt, Jugend und Die Literarische Welt. 118514768 Bertolt Brecht Ein Jahr später wird Rubinstein als Mitglied der KPD in Berlin verhaftet und am 1. September 1934 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Während dieser Zeit verfasst sie ihr später u.d.T. Gefangenschaft gedrucktes Tagebuch. Danach flüchtet sie nach Stockholm, zusammen mit ihrer Tochter. Mit Gelegenheitsarbeiten in Restaurants, als Haushaltshilfe und Porträtmalerin hält sie sich über Wasser. Um ihren mit einer Russin verheirateten Bruder zu besuchen, fährt sie 1936 in die Sowjetunion und wird mit der Begründung, „trotzkistischer Kurier“ zu sein, zehn Monate in Moskau gefangen gehalten. Diese Haft hält sie im zweiten Teil von Gefangenschaft fest. Nach der Entlassung soll Rubinstein nach Nazi-Deutschland zurückkehren; es gelingt ihr aber, in Warschau den Gefangenentransport zu verlassen und sich nach Schweden durchzuschlagen. Rubinsteins Bruder und ihre Mutter werden dagegen in Konzentrationslagern umgebracht. Hilde Rubinstein lernt Schwedisch und beginnt in der neuen Sprache Texte zu schreiben. Obgleich ihre Theaterstücke nicht gespielt werden, gewinnt sie unter dem Pseudonym Katarina Brendel bei einem Preisausschreiben des Verlags Folket i Bild 1952 den ersten Preis mit dem Roman Atomskymning (dt. „Atomdämmerung“). Darin warnt sie vor den zerstörerischen Folgen einer Atomkatastrophe – ein Thema, das auch ihr Theaterstück Tiefgefrorenes Reh aufgreift. Die 1960 erschienene deutsche Ausgabe ist allerdings so schlecht, dass sie den Erfolg der Autorin im deutschsprachigen Raum verhindert. Rubinsteins umfangreiches Werk umfasst neben über 20 Dramen kulturkritische Essays, Erzählungen, Romane sowie Hörspiele, Gedichte, Reisebeschreibungen und Tagebücher. Die konzisen Gedichte des Gedichtbands Tellurische Nachrichten z.B. sind „sozialengagierte Kommentare und Bekenntnisse einer humanistisch-pazifistischen Zeitgenossin, die vor Mißständen unterschiedlichster Art ihre Augen nicht verschließen kann und will“ (Claudia Schoppmann). 1982 kehrt Hilde Rubinstein nach West-Berlin, wieder „in ihre Sprache“ zurück. Im Alter von 93 Jahren stirbt die vielgereiste [...]
  • Autorenporträt zu Eduard Claudius
     Textstellen 
    [...] de Beschreibung Eduard Schmidt alias Eduard Claudius wird als Sohn eines Bauarbeiters geboren. Der gelernte Maurer schreibt – nach Wanderschaft durch die Schweiz, Frankreich, Spanien, Italien und Österreich –  in den 1920/30er-Jahren als sogenannter „Arbeiterkorrespondent“ für den Rundfunk in Köln und Zürich. Als KPD-Mitglied folgt 1933 seine Verhaftung wegen illegaler politischer Tätigkeit. Er emigriert in die Schweiz, dann nach Paris und wird einer der ersten Freiwilligen im Spanischen Bürgerkrieg. 1936 erscheint in Basel sein erster Roman Jugend im Umbruch (unter dem Pseudonym Edy Brendt), ein jugendlicher Lebensweg unter der NS-Diktatur. Nach Verwundung kehrt Eduard Claudius in die Schweiz zurück. Hermann Hesse verhindert seine Auslieferung. Claudius hält sich als Internierter in verschiedenen Schweizer Arbeitslagern auf, in denen sein künstlerisch wertvoller Spanienroman Grüne Oliven und nackte Berge (Zürich 1945, München 1946, Berlin 1947) entsteht. Es handelt sich dabei um den bedeutendsten deutschsprachigen Roman über den Spanischen Bürgerkrieg, der oft mit Ernest Hemingways Wem die Stunde schlägt verglichen wird. Im Frühjahr 1945 nimmt Claudius an den Kämpfen der Partisanenbrigade „Garibaldi“ in Oberitalien teil. Seine italienischen Widerstandserfahrungen verarbeitet er in seiner Erzählung Die Nacht des Käuzchens (1951). Im Juli 1945 kehrt Claudius nach Deutschland zurück und wird in München Pressereferent im Bayerischen Staatsministerium für Sonderaufgaben, das für Entnazifizierungen zuständig ist.  Er setzt sich publizistisch mit der NS-Zeit auseinander, schreibt Texte für die Münchner Kleine Komödie, Reportagen über das zerstörte Deutschland, u.a. für die bayerische Neue Presse, die Coburger Nachrichten und Radio Luxemburg. Im Feuilleton der Neuen Zeitung werden seine Grüne Oliven und nackten Berge abgedruckt. Claudius schreibt jetzt auch für die Süddeutsche Zeitung. 1947 zieht er ins Ruhrgebiet um, er nimmt teil am Ersten Deutschen Schriftstellerkongress in Berlin. Danach siedelt er nach Berlin um und wird Lektor im Verlag Volk und Welt. 1955/56 ist er Sekretär des DDR-Schriftstellerverbandes (DSV) und bis 1961 in diplomatischen Diensten als Generalkonsul in Syrien und als Botschafter in der Republik Nord-Vietnam. Eduard Claudius ist einer der ersten namhaften DDR-Schriftsteller, die es unternehmen, aktuelle Themen und Konflikte „beim Aufbau des Sozialismus“ in der DDR darzustellen: Menschen an unserer Seite (1951) geht als „Pionierleistung“ in die DDR-Geschichte ein. Sein Roman wird zum entscheidenden Impuls für die DDR-Aufbauliteratur bis zum „Bitterfelder Weg“. Das Verhältnis der Menschen eines DDR-Betriebes zueinander schildert wiederum Von der Liebe soll man nicht nur sprechen (1957). Sein Erinnerungsbuch Ruhelose Jahre (1968 [...]
  • Autorenporträt zu Ernst Schumacher
     Textstellen 
    [...] Literaturwissenschaft, Philosophie und Geschichte und promoviert. 1947 ediert Schumacher die Lyrik-Anthologie Der Anfang. Zudem veröffentlicht er Gedichte und Erzählungen in der progressiven Jugendzeitschrift Ende und Anfang. Zeitung der jungen Generation (Augsburg). 1949 wird Ernst Schumacher Mitglied der KPD und arbeitet als Südbayern-Korrespondent des „Deutschlandsenders“ der DDR. Seine gesammelte Lyrik erscheint 1957 (Eurasische Gedichte) und 1960 (Roter Oktober). Als marxistischer Literaturwissenschaftler wird Ernst Schumacher durch erste umfassende Studien über das Werk Bert Brechts bekannt. Er schreibt und veröffentlicht Essays über neuere Literatur, speziell über Lyrik und Dramatik. Reportagen über [...]