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  • Autorenporträt zu Hartmann Schedel
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    [...] de Beschreibung Der Sohn eines wohlhabenden Nürnberger Kaufmanns verliert früh seine Eltern und wird von seinem älteren Vetter Hermann Schedel aufgezogen. Hartmann studiert 1456-1460 an der Universität Leipzig, wo er sich in der Folgezeit dem kanonischen Recht zuwendet, geht dann nach Italien, wo er neben Sprachen vor allem Medizin studiert, und wird 1466 zum Dr. med. promoviert. Danach wirkt er als Arzt in Nürnberg, 1470 in Nördlingen, 1475 in Amberg, seit 1484 wieder als Stadtarzt in Nürnberg. 118519891 Conrad Celtis Als begeisterter Sammler von Inkunabeln und Handschriften baut er eine aus 670 Drucken und 400 Handschriften bestehende Bibliothek auf, die heute in der Bayerischen Staatsbibliothek verankert ist. Zu seinen Sammlungen gehören auch Globen und astronomische Geräte, was auf Conrad Celtis' Programm der humanistischen Disziplinen zurückgehen mag. Schedel legt derart hohen Wert auf eine bibliophile Gestalt seiner Bücher, dass daraus eine einzigartige grafische Sammlung entsteht, die zu den ältesten des Abendlandes gehört. Ein kleinerer Teil ist seit dem 19. Jahrhundert in der Staatlichen Graphischen Sammlung in München aufbewahrt. Die Bibliothek wird zur Grundlage seines wohl bedeutendsten Werkes, der Schedelschen Weltchronik. Als größtes Buchunternehmen der Dürer-Zeit erscheint sie 1493 mit 326 Seiten in lateinischer Sprache in Nürnberg und wird noch im selben Jahr in Nürnberger Mundart von Georg Alt ins Deutsche übersetzt. Schedels Chronik ist eine Text-Bild-Einheit, deren kleinere Holzschnitte, meist Personenbilder, wenig mehr als einen dekorativen Zweck erfüllen, während die größeren (Kosmosbild, Bundeslade, Städtebilder etc.) vor allem als inhaltliche Ergänzung zum Text zu verstehen sind. Der mittelalterlichen Weltchronistik folgend, gliedert sie sich in sechs Weltzeitalter, von der Schöpfungsgeschichte angefangen bis zum Jahr 1493. Die Chronik macht erhebliche Anleihen beim Supplementum chronicarum des Jacobus da Bergamo, bezieht viel Kulturgeschichtliches mit ein (Himmelserscheinungen, Hungersnöte, Kuriosa) und fasst eindrucksvoll das von der Bibel geprägte mittelalterliche Geschichtswissen zusammen. Die eigentümliche Verbindung von Geschichte und Geografie führt auch zur topografischen Entdeckung von Schedels eigener Heimat (doppelseitige Stadtansicht von Nürnberg). Schedels sonstige historische Schriften, kompilatorische Arbeiten zur bayerischen bzw. thüringischen Geschichte, sind dagegen ohne besonderen Wert. Der Autor stirbt am 28. November 1514 als angesehener und wohlhabender Bürger der Stadt Nürnberg. [...]
  • Autorenporträt zu Walter de Salice
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    [...] de Beschreibung 118754211 Hartmann Schedel In der Reichsstadt Nürnberg besitzt im 15. Jahrhundert eine Familie „von der Weyden“ ein Haus in der Zistelgasse, der heutigen Albrecht-Dürer-Straße. 1449 wird ein Totengeläut für einen „Heims (= Hans) von der Weydnn (= Weiden)“, „gesell im pfarrhof“ bezeugt. „Gesell“ bedeutet in diesem Zusammenhang Hilfsgeistlicher. Gemeint ist hier der Pfarrhof von St. Sebald, der ältesten Hauptkirche von Nürnberg, an welcher der Komponist Conrad Paumann (ca. 1415-1473) um die Jahre 1446 bis 1450 Organist war. Paumanns Fundamentum organisandi wird sozusagen als zweiter Teil mit dem Lochamer-Liederbuch zusammengebunden. Wichtig ist, dass die „von der Weiden“ nicht zum Nürnberger Patriziat, d.h. den ratsfähigen Geschlechtern gehören. Der Namensforscher Studiendirektor Dr. Konrad Arneth (1891-1983) vom Historischen Verein Bamberg spricht sich bei dem Namen „de Salice“ als Herkunftsnamen für „Weiden/Oberpfalz“ aus – analog zum zeitgenössischen Musikdichter Frater Judocus von Windsheim oder Georg de Putenheim. 119835681 Georg Spies-Beham [...]
  • Autorenporträt zu Hans Folz
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    [...] de Beschreibung Hans Folz ist wohl zwischen 1435 und 1440 in Worms geboren, wo er das Barbierhandwerk erlernt. Nach Wanderjahren als Geselle, die ihn bis nach Spanien führen, siedelt er sich in Nürnberg an. Dort erwirbt er am 1. November 1459 das Bürgerrecht, 1486 ist er urkundlich als Meister bezeugt. Das Erbrecht an einem Haus erwirbt er 1493. Zum Geschworenen Meister des Barbierhandwerks und der Wundarznei wird er 1498 gewählt. Nach dem Tode seiner Frau 1499 stellt er einen Antrag auf einen Altersheimplatz im Augustinerstift, der ihm jedoch verwehrt wird. Er bekommt schließlich zehn Jahre später einen Platz im Klosterhof der Heilsbronner Zisterzienser und stirbt im Januar 1513. 118791176 Hans Rosenplüt 118604597 Hans Sachs 118754211 Hartmann Schedel Von den Liedern ist ein Großteil in Handschriften überliefert; die Lieder in der Weimarer Handschrift (Cod. Quart 566) und teilweise in der Münchner Handschrift (Cgm 6353) sind von Folz selbst aufgezeichnet. Eine Gruppe sticht besonders hervor: die sog. „Reformlieder“ (Nr. 89-94). In ihnen wehrt sich der Dichter gegen Tendenzen, die von rheinischen Meistersingern auszugehen scheinen, Lieder nur in „Tönen“ alter Meister zuzulassen, weshalb Folz die Erfindung neuer Melodien fordert. Darüber hinaus bilden geistliche und moralisch-didaktische Lieder den thematischen Schwerpunkt. Auch Schwankstoffe, wie die schnell getröstete Witwe (Nr. 20), Liebe, Ehe (Nr. 69, 50) und die Kunst des Meistersangs (Nr. 39-49) werden beleuchtet. Bei den Fastnachtspielen nutzt Folz die Darstellung und Erörterung aktueller Probleme. Neu ist die Einbeziehung geistlicher Themen; drei Spiele dienen – konform der Nürnberger Ratspolitik – der antijüdischen Polemik, die sich zu „blanker gehässig-sadistischer Agitation“ (Thomas Cramer) noch steigert. Dazu zählen Die alt und neu ee (Das Alte und das Neue Testament), Kaiser Constantinus (Aufführungsbeleg 1475) und das Spiel vom Herzogen von Burgund (1486/93). Obwohl Folz in fast allen Stücken die Rolle der Fastnacht betont (vgl. seine Tanzschlüsse), haben sich die anspruchsvolleren inhaltlich von diesem Anlass bereits gelöst. 118560735 Heinrich Kaufringer [...]