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  • Wohlfahrtspflege (Weimarer Republik)
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    [...] de Das System der öffentlichen Wohlfahrtspflege wurde während der Weimarer Republik erneuert und modernisiert, musste aber gleichzeitig nach dem Ersten Weltkrieg und in der Weltwirtschaftskrise schweren Belastungen standhalten. Die Gesetzgebungskompetenz ging 1919 von den Ländern auf das Reich über. Träger der Wohlfahrtspflege waren die öffentliche Hand (Staat, Gemeinden) sowie freie Träger, unter denen in Bayern Caritas und Innere Mission (Diakonie) besondere Bedeutung besaßen. de Erneuerung und Krise Für die Wohlfahrtspflege als sozialstaatlichen Teilbereich war in den Jahren der Weimarer Republik - in Bayern wie allgemein im Reich - eine doppelte Entwicklung grundlegend: Zum einen wurden die ideellen und institutionellen Grundlagen der materiellen Hilfen, der Jugend- und Gesundheitsfürsorge neu bestimmt (alle drei Sektoren lassen sich in den beiden Varianten der öffentlichen und privaten Trägerschaft unter dem Begriff der "Wohlfahrtspflege" zusammenfassen), so dass ein Prozess der Erneuerung und Modernisierung in Gang kam. Dieser Prozess wurde zugleich jedoch durch eine gegenläufige Entwicklung behindert und blockiert. Denn das unterste Netz des Sozialstaates wurde infolge der schweren ökonomischen und sozialen Krisen, die jenen Jahren ihre Signatur verliehen, in einem Maße angespannt, dass es mehrfach zu reißen drohte. Die Realität der Wohlfahrtspflege blieb so meist weit hinter den neu gesteckten Zielen zurück. Zudem waren, was die Leistungsfähigkeit und den infrastrukturellen Entwicklungsstand anging, zwischen den Großstädten auf der einen Seite und den ländlichen Regionen auf der anderen große Disparitäten festzustellen. Gesetzgeberische Zentralisierung Auf der Ebene der Gesetzgebung verlagerte sich das Zentrum des Geschehens von den Ländern auf das Reich. Zwar suchten die bayerischen Ausführungsgesetze zu den neuen Reichsgesetzen der Fürsorge (insbesondere die Reichsverordnung über die Fürsorgepflicht 1924 und das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz 1922/24) eigene Akzente zu setzen - z. B. durch ein besonderes Entgegenkommen gegenüber den konfessionellen Trägern [...]
    [...] Wohlfahrtspflege war im vorwiegend katholischen Bayern der Caritasverband mit den zugehörigen Fachverbänden und lokalen Vereinen dominant, die Innere Mission (Diakonie) spielte im vornehmlich protestantischen Franken eine größere Rolle. Mitte der 1920er Jahre entstand als Sammelbecken bürgerlicher Wohlfahrtsvereine der "Fünfte" (später: "Paritätische") Wohlfahrtverband. An der 1924 gegründeten bayerischen Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände freier Wohlfahrtspflege beteiligte sich, anders als im Falle der Parallelorganisation auf Reichsebene, auch die nach dem Weltkrieg gegründete sozialistische "Arbeiterwohlfahrt". Insbesondere in der Anstaltsfürsorge blieben in Bayern die Einrichtungen der freien [...]
  • Staatsministerium des Innern (nach 1945)
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    [...] Rahmenplanung (u. a. wechselte das Landesamt für Naturschutz in den neuen Geschäftsbereich). Im selben Jahr musste das Innenministerium Kompetenzen auf dem Gebiet der Sozialhilfe und sonstigen Wohlfahrtspflege, Jugendfürsorge, sozialen Fürsorge für Kriegsopfer und Hinterbliebene, Erholungsfürsorge für Heimkehrer, zum Vollzug des Schwerbeschädigtengesetzes, Kriegsgräberfürsorge, Kriegsgefangenenentschädigung sowie teilweise auch aus dem Bereich des Gesundheitswesens an das neu strukturierte Ministerium für Arbeit und Sozialordnung abgeben. Ein zentrales Thema der bayerischen Innenpolitik in den 1970er Jahren war die große Gebietsreform, die die Effektivität und Wirtschaftlichkeit der Verwaltung [...]
  • As des Vespasian auf die Providentia des Kaisers
  • Siegert, Walter ( * 1926), Theologe, Priester, Landes-Caritasdirektor
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    [...] de Studium der Theologie in Regensburg und Würzburg; 1954 Priesterweihe; 1954-1963 Kaplan in Viechtach, Weiden und Regensburg; 1963 Berufung in den Diözesan-Caritasverband als Caritassekretär, 1968 Diözesan-Caritasdirektor; 1972 Gründung der kirchlichen Fachakademie in Regensburg und Weiden; 1982 Gründung einer Fachschule für Altenpflege in Landshut; 1989 Gründung einer Fachschule für Altenpflege in Sulzbach-Rosenberg; Ab 1975 Vorsitzender der Katholischen Akademie für Pflegeberufe in Bayern; Mitglied des Kuratoriums der Katholischen Stiftungs-FH München, Mitglied im Bayerischen Krankenhausplanungs-Ausschusses und Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Krankenhaus in Bayern; 1973-1993 Vorsitzender der Arbeistgemeinschaft für öffentliche und freie Wohlfahrtspflege im Regierungsbezirk Oberpfalz; Ab 1981 Vizepräsident des Deutschen Caritasverbands, dort Mitglied im Zentralvorstand und im Zentralrat; Ab 1994 Landes-Caritasdirektor in Bayern; 1988 Päpstlicher Ehrenprälat; 28.9.1995-10.1.1996 Stiftungsrat der Bayerischen Landesstiftung (stellv. Mitglied 11.1.1996-31.12.1999). de Weitere Angaben Konfession: katholisch. Wohnort: Regensburg Rechteinformationen zum Digitalen Objekt beim Datenlieferanten erhältlich. [...]
  • Grieser, Andreas (1868 – 1955), Staatssekretär
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    [...] de 1909 rechtskundiges Mitglied des Münchner Stadtrats; 1918-1920 1. Bürgermeister der Stadt Würzburg; Ab 1920 im Reichsarbeitsministerium tätig; 1922 Ministerialdirektor für nationale und internationale Sozialversicherung und Wohlfahrtspflege; 31.03.1928 Verleihung der Doktorwürde in den Staatswissenschaften durch die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Eberhard-Karls-Universität zu Tübingen, „in Ehrung seiner hervorragenden Verdienste um den Wiederaufbau der Sozialversicherung nach dem Ersten Weltkrieg und ihre Geltendmachung in der Welt“; Ab 15.06.1932 Staatssekretär im Reichsarbeitsministerium; 1933 Entlassung durch die Nationalsozialisten; Im März 1945 durch die amerikanische Besatzungsmacht zum Landrat des Landkreises St. Ingbert (Saarland) ernannt; 24.10.1947-18.12.1950 Staatssekretär im Staatsministerium für Arbeit und Soziale Fürsorge; 15.01.1952 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. de Weitere Angaben Konfession: keine Angabe. Wohnort: München Rechteinformationen zum Digitalen Objekt beim Datenlieferanten erhältlich. [...]
  • Arbeiterwohlfahrt Landesverband Bayern (AWO)
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    [...] Wohlfahrtspflege fungiert sie als Leistungsanbieter auf einem wachsenden Sozialmarkt, versteht sich aber auch als Mitgestalterin eines sozialen Bayern. Landesvorsitzende seit Neugründung des AWO-Landesverbands 126402418 Max Peschel 128965053 Karl Herold 108152227 Bertold Kamm 129293288 Seban Dönhuber 143874403 Thomas Beyer Rechteinformationen zum Digitalen Objekt beim Datenlieferanten erhältlich. [...]
  • Kröner, Philipp (1908 – 1964), Theologe, Landes-Caritasdirektor
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    [...] de 1929 Abitur am Humanistischen Gymnasium Bamberg; Philosophie- und Theologiestudium an der Phil.-Theol. Hochschule Bamberg und an der Universität Freiburg i. Breisgau; Diplom am Caritaswissenschaftlichen Institut der Universität Freiburg; 1934 Priesterweihe; 1934-1936 Kaplan in Forchheim und nebenamtlicher Religionslehrer am Gymnasium. Neben der Caritastätigkeit Jura- und Philologiestudium in Erlangen; 1952 Lehrauftrag an der Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Nürnberg; 1961 Honorarprofessor an der Universität Erlangen-Nürnberg; Ab 1936 im Diözesan-Caritasverband Bamberg tätig, ab 1943 als Diözesan-Caritasdirektor; 1961 Landescaritasdirektor und Direktor der Hauptvertretung des Deutschen Caritasverbands München, Vorsitzender des Arbeitskreises für caritative Altershilfe und -fürsorge im Deutschen Caritasverband; Verwaltungsratsmitglied der AOK Bamberg; Aufsichtsratsmitglied der St. Joseph-Stiftung Bamberg; Aufsichtsratsmitglied des Sebaldus-Verlags Nürnberg; Mitglied des Fachausschusses für Altershilfe, Mitglied des Hauptausschusses im deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge; 1962 1. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern; 1953 päpstlicher Geheimkämmerer (Monsignore); Diss.: Caritas in drei Jahrzehnten (Dargestellt am Diözesan-Caritasverband Bamberg), Erlangen 1948 (maschinenschriftlich). de Weitere Angaben Konfession: katholisch. Wohnort: Bamberg Rechteinformationen zum Digitalen Objekt beim Datenlieferanten erhältlich. [...]
  • Länderrat des amerikanischen Besatzungsgebietes
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    [...] de Der am 17. Oktober 1945 in Stuttgart gegründete und bis zum 28. September 1948 tätige Länderrat war die zentrale Koordinationsstelle für die Länder der amerikanischen Besatzungszone. Dort stimmten die verschiedenen Landesregierungen Gesetzesvorhaben aufeinander ab und berieten über notwendige Gesetzgebungsmaßnahmen. Zu den dort behandelten Fragen zählten alle Belange staatlichen Handelns wie etwa die Finanz- und Sozialpolitik sowie die Ernährungs- und Flüchtlingsfrage. de Errichtung 1945 118551922 Wilhelm Hoegner 118576410 Reinhold Maier 102038015 Karl Geiler 118559397 Wilhelm Kaisen Arbeit 116632771 Erich Roßmann RechtFinanzen und GeldwesenVerkehr und PostErnährung und LandwirtschaftWohlfahrtspflege und FlüchtlingeKultur und ErziehungSozialpolitikGewerbliche WirtschaftKoordinierung 119139340 James K. Pollock Kompetenzen Die Kompetenzen des Länderrates erstreckten sich zunächst darauf, die Landesgesetzgebung zu koordinieren und zoneneinheitliche Gesetze in allen über den Bereich der einzelnen Länder hinausgehenden Angelegenheiten zu erlassen. Der Zusammenschluss im Länderrat schuf kein zentralistisches System, da die Gesetze in den Ländern getrennt verkündet wurden; rechtssetzende und vollstreckende Gewalt hatte der Länderrat nicht. Rechtsgrundlage war der einstimmige Beschluss der Ministerpräsidenten. Im Laufe des Jahres 1946 erhielt der Länderrat mehr Entscheidungskompetenzen; hier fielen wichtige Entscheidungen zu Fragen der Wirtschaft und der staatlichen Neuordnung in den Ländern. Damit war der Länderrat entweder eine Art Reichsministerium im Kleinen oder die Keimzelle einer zentralen Zonenverwaltung. Das Land Bayern war unter anderem vor allem in Fragen eines zoneneinheitlichen Entnazifizierungsprogrammes als auch bei der Lösung des Flüchtlingsproblems führend. Um die Parlamentarisierung voranzutreiben und die Parlamente der Länder an der Arbeit zu beteiligen, wurde dem Länderrat im März 1947 ein Parlamentarischer Rat angegliedert, bestehend aus 24 Mitgliedern (Bayern, Hessen, Württemberg-Baden: je sieben, Bremen: drei); Entsprechend der jeweiligen Fraktionsstärke waren Abgeordnete der einzelnen Landtage vertreten. Die konstituierende Sitzung des Parlamentarischen Rates fand am 10. März 1947 statt. Seine Aufgaben waren beratender Natur. Die Sitzungen waren öffentlich. Dieser Parlamentarische Rat ist nicht zu verwechseln mit dem Parlamentarischen Rat, der am 1. September 1948 von den drei sog. Westmächten (Frankreich, Großbritannien, USA) ins Leben gerufen wurde, um ein Grundgesetz, das als interimistische Verfassung für die Bundesrepublik Deutschland gelten sollte, auszuarbeiten. Um die Zusammenarbeit mit anderen Verwaltungsstellen besser unterstützen zu können, unterhielt der Länderrat Verbindungsbüros in Berlin und in der britischen Besatzungszone. Gelegentlich [...]
  • Schullandheime
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    [...] mehrtägiger Klassenwanderungen veranstaltet. Aus den Wanderunterkünften entwickelten sich später vielfach "Schullandheime". Die Geschichte des Schullandheims liegt damit der der Jugendherbergen sehr nah. Auch in der Gegenwart ist weder begrifflich noch programmatisch eine klare Trennungslinie zwischen Jugendherberge und Schullandheim auszumachen. Weitere Impulse kamen von sozialpädagogischen Ansätzen der vorletzten Jahrhundertwende, die die Gemeinschaftserziehung betonten, und von kriegsbedingten wohlfahrtspflegerischen Motiven. Die Schullandheimbewegung in Bayern zwischen den Weltkriegen Nach dem Ersten Weltkrieg sollte dem desolaten Gesundheitszustand in weiten Bevölkerungskreisen entgegengewirkt [...]
  • Diakonie
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    [...] bis hin zur Aufhebung zurückgedrängt, die Jugendarbeit wurde von der Hitlerjugend und dem Bund Deutscher Mädel übernommen. Eine "Gleichschaltung" der freien Wohlfahrtspflege gelang den neuen Machthabern jedoch nicht. Diakonische Einrichtungen waren auch von der so genannten Aktion T4, den "Euthanasie"-Maßnahmen, betroffen. Aus Einrichtungen der Diakonissenanstalt Neuendettelsau, dem größten Träger von Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in Bayern, wurden über 1200 Menschen in staatliche Heil- und Pflegeanstalten verlegt, von dort aus erfolgte der Abtransport in die Tötungsanstalten. Über 800 von ihnen kamen in Hartheim/Linz oder in den staatlichen Heil- und Pflegeanstalten ums Leben. Entwicklung [...]