Facebook

5 Treffer sortiert nach

  • Autorenporträt zu Heinrich Lautensack
     Textstellen 
    [...] de Beschreibung 118629867 Frank Wedekind Nach Auflösung der Elf Scharfrichter 1904 tourt Lautensack durch Deutschland; ab 1907 lebt er in Berlin, wo er sich als freier Schriftsteller und Übersetzer niederlässt und Mitarbeiter vor- bzw. frühexpressionistischer Zeitschriften wird. 1910 heiratet er die Varietésängerin Betty Eisner. Er gibt die Zweimonatsschrift Die Bücherei Maiandros heraus, die, bedingt durch die Zensur, zwischen 1912 und 1913 gerade sechsmal erscheint. Wie in seiner Münchener Zeit muss Lautensack zum Broterwerb Stücke anderer Autoren bearbeiten und journalistische Gelegenheitsarbeiten übernehmen. Seit 1912 wendet er sich außerdem dem Film zu, schreibt Drehbücher und arbeitet als Dramaturg. Immer wieder kehrt er für kurze Zeit nach Passau zurück – seine eigenen Bühnenstücke siedelt Lautensack im niederbayerischen Kleinstadtmilieu an, worin er den Konflikt zwischen natürlicher Triebhaftigkeit und heuchlerischer Sexualmoral offen darstellt, was dazu führt, dass seine Stücke von der preußischen Zensur verboten werden. Als Anhänger einer glühenden Erotik verfasst er ekstatische Gedichte (Documente der Liebesraserei, 1910; Die Votivtafeln der Liebe, 1919). Bei einem Besuch in Passau 1911 entsteht die Pfarrhauskomödie, die das Thema der heimlichen Priesterehe behandelt. Doch nicht die Anklage gegen klerikale Scheinheiligkeit und Doppelmoral steht im Vordergrund, sondern die Möglichkeit einer allen Seiten gerecht werdenden Versöhnung von Trieb und Moral. Die seit 1910 erscheinenden Prosaskizzen Altbayrische Bilderbogen, in denen sich religiöse Bräuche sowie bäuerliche Alltagsbeobachtungen in den Ablauf des Kirchenjahres einfügen, verbinden Lautensacks sprachkritisches Selbstbewusstsein mit gleichzeitiger Liebe zum Detail. Während des Ersten Weltkrieges wird Lautensack als Landsturmmann nach Ostpreußen eingezogen. Nach seiner Entlassung 1917 erhält er von einer Berliner Filmgesellschaft ein Stellenangebot, Kurt Wolff will ihn verlegen, seine Stücke können nach Aufhebung der Zensur 1919 endlich auf deutschen Bühnen aufgeführt werden. Der Tod des zeitlebens verehrten Frank Wedekind setzt diesen Erfolgen jedoch ein jähes Ende: Bei dessen Beerdigung auf dem Münchener Waldfriedhof im Februar 1918 bricht Heinrich Lautensack zusammen, als er dort versucht, wild gestikulierend und schreiend Filmaufnahmen zu machen. Mit den Worten „Frank Wedekind, meinem Lehrer, meinem Vorbild, meinem Meister – dein unwürdigster Schüler“ (Otto Falckenberg) wirft er sich am offenen Grabe nieder. Am 10. Januar 1919 stirbt er schließlich in geistiger Umnachtung in einer Heilanstalt von Eberswalde und wird in Berlin beigesetzt. [...]
  • Autorenporträt zu Bettina Brentano
     Textstellen 
    [...] mit dem Publizisten und Stifter Philipp von Nathusius (1815-1872) unter dem Titel Ilius Pamphilius und die Ambrosia wird vor Erscheinen von der Zensur konfisziert. Unter Pseudonym (St. Albin) erscheint die Flugschrift An die aufgelöste Preussische National-Versammlung. Stimmen aus Paris, die sog. „Polenbroschüre“. Im Oktober 1854 erleidet Bettina in Bonn bei Tochter Maximiliane und ihrem Mann einen Schlaganfall. Am 20. Januar 1859 stirbt sie nach langer Krankheit im Kreis ihrer Kinder in Berlin. [...]
  • Autorenporträt zu Wilhelm Ludwig Wekhrlin
     Textstellen 
    [...] de Beschreibung Wilhelm Ludwig Wekhrlin stammt aus einer alten Württemberger Familie. Der Sohn eines Landpfarrers wird von seinem Onkel, ab 1749 von seinem Stiefvater, dem Ludwigsburger Amtsschreiber Johann Martin Heuglin, erzogen und besucht das Gymnasium in Stuttgart. Entgegen seiner Behauptung, als Hauslehrer in Frankreich und Privatsekretär Voltaires zu wirken, arbeitet er danach als Schreiber in Ludwigsburg. Von 1766 bis 1776 lebt er in Wien, wo er sich an handgeschriebenen, geheimen Zeitungen versucht, bis er Probleme mit der österreichischen Zensur bekommt und ausgewiesen wird. Nach kurzem Aufenthalt in Regensburg kehrt er nach Wien zurück und tritt in den Dienst der französischen Botschaft. Eine Spionageaffäre wird Wekhrlin jedoch zum Verhängnis; er wird endgültig ausgewiesen und übersiedelt 1776 nach Augsburg, ab 1777 nach Nördlingen, wo seine erste satirische Reisebeschreibung Denkwürdigkeiten von Wien erscheint. Gleich darauf publiziert er seine zweite Schrift Anselmus Rabiosus' Reise durch Oberdeutschland (1778), die ihn wegen ihres ironischen Tons schlagartig berühmt macht. Erneut aus einer Stadt verjagt und wegen privater Streitigkeiten mit seinem Verleger kann Wekhrlin seine Lokalzeitung Das Felleisen nicht weiterführen. Er geht ins benachbarte Baldingen und lässt seine Zeitschrift Die Chronologen (12 Bde., 1779-83) in Nürnberg verlegen. Von Erfolg geprägt ist diese wie die nachfolgende zweite Zeitschrift Das Graue Ungeheuer (12 Bde., 1784-87), bei der Schriftsteller wie Georg Christoph Lichtenberg und Gottfried August Bürger mitarbeiten. Aus Wut über seine Ausweisung verfasst Wekhrlin Spottschriften gegen den Nördlinger Bürgermeister (Das Bürgermeisteramt des Harlekins, eine Fastnachtfrazze mit Tänzen, Die affentheuerliche Historia des lächerlichen Pritschmeisters und Erzgauklers Pips von Hasenfuß), was ihm allerdings nur den Zorn des Stadtrats und eine Festnahme durch den Fürsten von Oettingen-Wallerstein einbringt: Am 4. Mai 1787 wird Wekhrlin verhaftet und auf Burg Hochhaus gebracht, wo er bis 1792 ohne rechtlichen Entscheid unter Arrest bleibt. Nichtsdestotrotz gelingt es ihm, seine Tätigkeit als Publizist fortzuführen, wenn auch mit minderem Erfolg (Die Hyperboreischen Briefe, 1788-90; Die Paragrafen, 1790/91). Nach seiner Freilassung gibt Wekhrlin im preußisch gewordenen Ansbach die zweimal wöchentlich erscheinende Zeitung Ansbachische Blätter heraus. Bei den Bürgern der Stadt erregt ihr freimütiger Ton bei aller Parteinahme für Preußen indes Unmut, weshalb die Zeitung nach drei Monaten verboten wird, Wekhrlin als verkappter Jakobiner der Volkswut ausgesetzt ist. Unter Hausarrest gestellt und nervlich zerrüttet, stirbt er am 24. November 1792. Als einer der couragiertesten politischen Autoren der Aufklärungszeit und ersten freiberuflichen Publizisten [...]
  • Autorenporträt zu Karl Valentin
     Textstellen 
    [...] . Immer mehr Münchner Bühnen werden geschlossen. Die Zensur tut ein Übriges. Um sich davon unabhängig zu machen, eröffnet Valentin 1934 sein „Panoptikum“, den mit selbst angefertigten Kuriositäten und Absurditäten gefüllten Gruselkeller im Hotel Wagner. Doch diesem Projekt ist ebenso wenig Erfolg beschieden wie der 1939 eingerichteten Kabarettkneipe „Ritterspelunke“ im Färbergraben. Im selben Jahr trennt sich das Bühnenpaar Valentin-Karlstadt. Während des Krieges zieht sich Karl Valentin in sein Haus in Planegg zurück und tritt nicht mehr öffentlich auf. Er lebt in großer finanzieller Not. 1947 versucht er noch einmal, zusammen mit Liesl Karlstadt, an seine Bühnenerfolge anzuknüpfen. Am 9. Februar [...]
  • Autorenporträt zu Mori Ogai
     Textstellen 
    [...] werdenden Zensur Japans konstruiert. Obwohl im Text alles Geschlechtliche nur angedeutet ist, wird der Text umgehend als Pornographie verboten, Rintarô selbst wird zurechtgewiesen. Erst Jahrzehnte nach seinem Tod findet der Text Aufnahme in die Gesamtausgabe seiner Werke. Den Höhepunkt seines Prosaschaffens bildet jedoch der Kurzroman Gan (Die Wildgans, 1911-1913), in dem es um eine typische unerfüllte Liebe geht. Wie viele intellektuelle Japaner ist auch Mori Rintarô tief getroffen, als anlässlich der Beerdigung des Meiji-Kaisers 1912 der japanische General Nogi Maresuke (1849-1912) – Kriegsheld des Russisch-Japanischen Krieges – mit seiner Frau den traditionellen Selbstmord begeht. Dieser Akt [...]