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  • Zensur (Altbayern und Bayern)
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    [...] de Zensurmaßnahmen lassen sich bereits kurz nach Erfindung des Buchdrucks noch im 15. Jahrhundert nachweisen. Schrittmacher war die Reformation. In der Frühen Neuzeit diente Zensur vor allem der konfessionellen Abgrenzung und Disziplinierung. In der Zeit der Aufklärung gerieten auch verstärkt staatsfeindliche und sittenwidrige Titel in den Fokus. 1803 wurde die Bücherzensur in Bayern abgeschafft. Neuer Schwerpunkt war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Kontrolle der Presse. Erst 1859 wurde in Bayern faktisch die Pressefreiheit hergestellt. Die Zensurtätigkeit verlagerte sich nun stärker auf "unzüchtige" Darstellungen, bald auch im neuen Medium Film. Auch in der Weimarer Republik wurden "Schmutz und Schund" polizeilich und gerichtlich bekämpft. Die radikalste Zensur erfolgte unter dem Nationalsozialismus. Nach 1945 knüpfte man unter den Vorzeichen des Jugendschutzes wieder an die Bekämpfung "unzüchtiger" Darstellung an. Diese Bestimmungen wurden seit 1975 gelockert. Anfang des 21. Jahrhunderts kam als neues Medium das Internet hinzu, gleichzeitig erhielten Datenschutz und Persönlichkeitsrechte verstärkte Aufmerksamkeit. de Vorbemerkung Zensur wird definiert als ein Verfahren, in dem Druckschriften, audio-visuelle und elektronische Medien, Werke der bildenden Kunst sowie öffentliche Aufführungen anhand gültiger oder als gültig erachteter Normen überprüft werden, um eventuell Änderungen zu erwirken oder ein Verbot auszusprechen. Zensur wird als Eingriffsrecht des Staates zur Verteidigung von Werten und Normen verstanden, das im Widerstreit zur Meinungsfreiheit als individuellem Recht stehen kann. Zensur hat traditionell drei klassische Gegenstandsbereiche: Religion, Politik und Moral. Jeder der Bereiche kann im historischen Wandel stärker oder schwächer ausgeprägt sein. Zensur ist damit ein Phänomen, das nur im Kontext von Normenkontrolle und Normenwandel adäquat zu betrachten ist. Zensur im Herzogtum Bayern nach Erfindung des Buchdrucks – Reformation und Gegenreformation 36607 Nürnberg 2215 München 118632868 Wilhelm IV. 118575449 Martin Luthers 118647571 Albrechts V. Mit der weltlichen Zensur befasst waren im Herzogtum (ab 1623 Kurfürstentum) Bayern vor allem der 1570 gegründete Geistliche Rat als zentrale Aufsichtsbehörde sowie die unter dem Einfluss der gegenreformatorischen Jesuiten stehende Universität Ingolstadt, wobei meist Geistliche den entscheidenden Einfluss besaßen. Die Durchführung der angeordneten Bücheraufsichtsmaßnahmen war ausdrücklich den kollegial verfassten Mittelbehörden, den Regierungen, auferlegt. Den Zollbehörden oblag es, die Einfuhr verbotener Bücher zu verhindern. Aber auch die untergeordneten staatlichen Behörden und die Städte hatten die Buchhändler und den privaten Buchbesitz zu überwachen. Da sich Bayern bereits [...]
  • Zürich
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    [...] de Gruppenbild ("Die Censur, oder die Bücheraustheilung an die studierende Jugend"; Zensur; Professoren in Robe verteilen Bücher an Kinder; aus: "National-Kinderlieder für die Zürchersche Jugend") [...]
  • Das Preßgesetz
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    [...] ließ hatte auch die Zenſur vergiftet und ſie iſt es welche die Gemüther des Volkes gegen die Regierungen empört hat Allein die politiſchen Schriften waren der Zenſur unterwor fen die ganze [...]
    [...] Verhältniß vielleicht aufklären In der vormärzlichen Zeit bewegte ſich die Preſſe unter der Herrſchaft der Zenſur Dieſe Herrſchaft war ſtreng und oft ve ratoriſch gleichwohl muß man anerkennen daß ſich unter ihr [...]
    [...] vorbereitet und möglich gemacht haben Aber eben ſo wahr iſt es daß das Inſtitut der Zenſur in Bayern wie in den übri gen deutſchen Staaten nicht auf richtigen Principien beruhte daß [...]
  • Autorenporträt zu Heinrich Lautensack
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    [...] de Beschreibung 118629867 Frank Wedekind Nach Auflösung der Elf Scharfrichter 1904 tourt Lautensack durch Deutschland; ab 1907 lebt er in Berlin, wo er sich als freier Schriftsteller und Übersetzer niederlässt und Mitarbeiter vor- bzw. frühexpressionistischer Zeitschriften wird. 1910 heiratet er die Varietésängerin Betty Eisner. Er gibt die Zweimonatsschrift Die Bücherei Maiandros heraus, die, bedingt durch die Zensur, zwischen 1912 und 1913 gerade sechsmal erscheint. Wie in seiner Münchener Zeit muss Lautensack zum Broterwerb Stücke anderer Autoren bearbeiten und journalistische Gelegenheitsarbeiten übernehmen. Seit 1912 wendet er sich außerdem dem Film zu, schreibt Drehbücher und arbeitet als Dramaturg. Immer wieder kehrt er für kurze Zeit nach Passau zurück – seine eigenen Bühnenstücke siedelt Lautensack im niederbayerischen Kleinstadtmilieu an, worin er den Konflikt zwischen natürlicher Triebhaftigkeit und heuchlerischer Sexualmoral offen darstellt, was dazu führt, dass seine Stücke von der preußischen Zensur verboten werden. Als Anhänger einer glühenden Erotik verfasst er ekstatische Gedichte (Documente der Liebesraserei, 1910; Die Votivtafeln der Liebe, 1919). Bei einem Besuch in Passau 1911 entsteht die Pfarrhauskomödie, die das Thema der heimlichen Priesterehe behandelt. Doch nicht die Anklage gegen klerikale Scheinheiligkeit und Doppelmoral steht im Vordergrund, sondern die Möglichkeit einer allen Seiten gerecht werdenden Versöhnung von Trieb und Moral. Die seit 1910 erscheinenden Prosaskizzen Altbayrische Bilderbogen, in denen sich religiöse Bräuche sowie bäuerliche Alltagsbeobachtungen in den Ablauf des Kirchenjahres einfügen, verbinden Lautensacks sprachkritisches Selbstbewusstsein mit gleichzeitiger Liebe zum Detail. Während des Ersten Weltkrieges wird Lautensack als Landsturmmann nach Ostpreußen eingezogen. Nach seiner Entlassung 1917 erhält er von einer Berliner Filmgesellschaft ein Stellenangebot, Kurt Wolff will ihn verlegen, seine Stücke können nach Aufhebung der Zensur 1919 endlich auf deutschen Bühnen aufgeführt werden. Der Tod des zeitlebens verehrten Frank Wedekind setzt diesen Erfolgen jedoch ein jähes Ende: Bei dessen Beerdigung auf dem Münchener Waldfriedhof im Februar 1918 bricht Heinrich Lautensack zusammen, als er dort versucht, wild gestikulierend und schreiend Filmaufnahmen zu machen. Mit den Worten „Frank Wedekind, meinem Lehrer, meinem Vorbild, meinem Meister – dein unwürdigster Schüler“ (Otto Falckenberg) wirft er sich am offenen Grabe nieder. Am 10. Januar 1919 stirbt er schließlich in geistiger Umnachtung in einer Heilanstalt von Eberswalde und wird in Berlin beigesetzt. [...]
  • Freyheit der Presse
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    [...] aufgehoben und das dama lige Zenſur Collegium aufgelöst worden und zwar weil zu ſtrenge Zenſur den liberalen Gang der Wiſſenſchaften aufzu halten ſcheine dafür ſey eine Zenſur Commiſſion mit der 7 Anweiſung [...]
    [...] weil verordnet ſey daß die Zeitblätter der angeordneten Zenſur unterliegen ſo frage er ob dieſelben der Zenſur nicht unterliegen würden wenn die Zenſur durch Geſetze geregelt ſey Auch die Noth wendigkeit [...]
    [...] daß die Zenſur nur da vorbehalten worden ſey wo die Verhältniſſe mit den auswärtigen Staaten eine Beſchränkung geboten habe Daher würde der Entwurf eines Geſetzes das die Normen der Zenſur der Zeitſchriften [...]
    [...] heißen Dieſe Zeitſchriften unterliegen der hie für künftig anzuordnen den Zenſur Geſtützt auf das oben ausgeführte Prinzip daß alle Zenſur den Zeitumſtänden entſprechen müſſe durch den Umſchwung der Zeit und [...]
  • [...] die Zenſur fürchten zu müſſen Welche Regierung wird wohl wegen naturwiſſenſchaftlicher äſthetiſcher und ökono miſcher Aeußerungen wegen einer Theorie über die Quadra tur des Zirkels u dgl die Zenſur in [...]
    [...] über die Regierung die Preſſe ohne Zenſur gebrauchen zu dürfen wenn man ſie ſofort hier in hemmt ſo iſt das Prinzip ihres Daſeyns aufgehoben die Zenſur iſt dann die Regel die Preßfreiheit [...]
    [...] der Beilage III der Verfaſſungs Urkunde iſt in der Regel vollkommene Preßfreiheit geſtattet und die Zenſur dieſes traurige Ueberbleibſel alter Despotie und Finſterniß hat den Herrſcherſtab verloren Nur die politiſchen [...]
    [...] Inhalts ſind von dieſer allgemeinen Freiheit ausgenommen und unterliegen ab weichend von der Regel der Zenſur Seit Verkündung der Verfaſſungs Urkunde bis zum 28 Jänner 1831 waren dem gemäß diejenigen periodiſchen [...]
  • Die Pfarrhauskomödie - BSB Cgm 7891
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    [...] de Beschreibung Der niederbayerische Schriftsteller Heinrich Lautensack (1881-1919) lernte schnell die Schwabinger Künstlerszene kennen, wo er Bekanntschaft mit Frank Wedekind machte und sich dem Kabarett der "Elf Scharfrichter" anschloss. Neben Brettl-Liedern und dithyrambischer Lyrik schrieb er naturalistisch geprägte Dramen. Lautensacks Bühnenstücke sind im niederbayerischen Kleinstadtmilieu angesiedelt und behandeln den Konflikt zwischen natürlicher Triebhaftigkeit und heuchlerischer Sexualmoral, was zur Zensur seiner Stücke führte. Sein Drama "Die Pfarrhauskomödie" kreist um die heimliche Liebesverbindung eines Pfarrers mit seiner Haushälterin in einem bäuerlichen Pfarrhaus: "Dies ist nicht etwa ein Pfarrhaus, wie es in gewissen Romanen vorzukommen beliebt. Hier ist es nicht ganz so rein und so licht, und die Luft hier innen nicht ganz so dünn und unbewegt, wie es jene Literaturerzeugnisse schildern mögen." Die undatierte Reinschrift entstand 1911 und ist mit vergleichsweise langen Regieanweisungen versehen, hinter denen die Dialoge fast zurücktreten. Trotz antiklerikaler Züge zeichnet sich das Stück durch einen eher positiv-idyllischen Charakter aus. Datum: 2016 Peter Czoik CC0 [...]
  • Ein Jahrhundert bayerischen Verfassungslebens
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    [...] vorgeschrieben ist die Zensur aller periodischen Schriften politischen Inhalts demnach auch der inneren Politik die Ich seither aus Irrtum frei gab und nur die äußere unter Zensur hielt Schon damals [...]
    [...] und der langjährigen Absperrung des bayerischen Staates von Norddentschland neben der Strenge der polizeilichen Zensur und der polizeilichen Überwachung lag der Grund für diese Er scheinung ganz besonders in der [...]
    [...] dem Mangel einer Zivilliste an den Beschränkungen der Auswanderung Verehelichung und Ansässigmachung an der Zensur für die periodischen Schriften politischen und statistischen Inhalts äisidem Ausschlüsse der kirchlichen Dissidenten vom [...]
    [...] vom 24 November 1825 die periodische Presse auf dem Gebiete der inneren Politik von der Zensur und schuf damit eine der ersten Vorbediuaunaen für eine freie politische Aussprache Fort schrittlich [...]
  • Krause, Christian Siegmund: Briefe über Ansbach und dessen Schicksal
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    [...] ich Im RArt der mit Zenſur gedruckt wird osen hier die des Zuſammenhanges und der Wahrheit wegen nöthigen Worte weil ſie Uniform tragen Die baireuter Zenſur zenſirte die Zen ſºr des [...]
    [...] vernichten Sie erlauben ſich Stellen wegzulaſſen die ſchon mit Zenſur gedruckt waren wie im Reichs Anzeiger ia ſogar mit preußiſcher Zenſur wie im Kosmos politen Dies thun Sie gegen Briefe [...]
    [...] ihrer Zenſur Die Wahrheit unterdrücken ſie ſo lange ſie nützen könnte Wenn es zum Nutzen zu ſpät iſt wenn ſie nur noch erbittert und empört dann widerſteht keine Zenſur Das [...]
    [...] Briefen über die allgemeinen Vergnügungen in Ansbach ſowohl bei einem Theile dieſes Publikums als bei der Zenſur der fränkiſchen Provinzial Blätter deren Druckort Baireuth iſt ha ben erfahren müſſen konnte dem größern [...]
  • [...] hat 2c Ueber die Ausübung der Zenſur enthält das Geſetz keine Vorſchriften auch wurde ſo viel bekannt eine den Vollzug des Geſetzes erleich ternde Zenſur Inſtruktion nicht erlaſſen In der [...]
    [...] daß die Zenſur da wo ſie angeordnet iſt nur nach derſelben Rechtsidee ausgeübt werden könne aus welcher das Geſetz ſelber gefloſſen iſt daß nämlich das Geſetz die Zenſur nur habe [...]
    [...] im Geſetze enthaltenen Ausdrucke Zenſur eine andere und zwar die der Freiheit der Preſſe un günſtigſte Deutung gegeben indem man darunter eine willkührliche Zenſur verſteht und ſich nicht nur [...]
    [...] um ſich zum Gebrauche des Zenſur Meſſers überall für berechtigt zu halten wo ein ſonſt geſetzlich freigegebener Gedanke gelegenheitlich unter die Hände der Zenſur geräth Der Unfug welchen die [...]