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Fritz Koenig (1924-2017)

Diese Sammlung ist ein Bestand des KOENIGmuseums.

Die hier gezeigte Sammlung von Skulptur und Grafik gehört in großen Teilen zum Bestand des Landshuter KOENIGmuseums, vormals Skulpturenmuseum im Hofberg. Exemplarisch für das Werk des Bildhauers Fritz Koenig werden 14 ausgewählte Plastiken als 3D-Objekte präsentiert. Ergänzend dazu zeigt bavarikon knapp 60 weitere Skulpturen, Papierschnitte und Zeichnungen des Künstlers, dem 2018 in den Uffizien und im Boboli-Garten in Florenz eine große Werkschau gewidmet war.

Im Jahr 1993 hatte das Ehepaar Koenig seinen gesamten Besitz der von ihm im selben Jahr errichteten Fritz-und-Maria-Koenig-Stiftung übertragen. Dies betraf vor allem das künstlerische Gesamtwerk des Bildhauers sowie die international renommierte Sammlung afrikanischer Kunst. Hinzu kommen Sammlungen von Gemälden und Plastik von der Antike bis in das 20. Jahrhundert sowie das Anwesen der Koenigs in Ganslberg bei Landshut mit seinen Ateliers, der Werkhalle und den Schauräumen sowie den Stallungen. Um Koenigs Werk und Sammlungen adäquat präsentieren und für die Nachwelt erhalten zu können, erklärte die Stadt Landshut im Gegenzug ihre Bereitschaft, das KOENIGmuseum zu bauen und zu unterhalten.

Fritz Koenig

Der Bildhauer Fritz Koenig (1924-2017) ist einer der bedeutendsten Repräsentanten der Kunst in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. In Würzburg geboren, kam er mit fünf Jahren nach Landshut. 1942, als 18-jähriger, zog er in den Krieg. Die Erfahrungen von Leid und Tod während seines Einsatzes führten zu einer lebenslangen künstlerischen Beschäftigung mit den Themen Tod und Vergänglichkeit, die sich in intimen Zeichnungen und Skulpturen wie auch in zahlreichen Mahnmalen und Zeichen des Gedenkens widerspiegeln. Als öffentlich zugängliches Beispiel sei hier das Mahnmal der Bundesrepublik Deutschland (1982/83) im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen oder auch der Klagebalken (1994/95), Denkmal für die Opfer des Terroranschlages der Olympischen Spiele 1972 in München, genannt. Von 1946‒1952 studierte Koenig an der Akademie der Bildenden Künste in München und war Meisterschüler bei Anton Hiller. 1957 erhielt der junge Bildhauer ein Stipendium an der Villa Massimo in Rom. Nationale und internationale Erfolge, wie die Teilnahme an der 29. Biennale von Venedig 1958 oder der documenta II 1959 in Kassel folgten. Einen Ruf an die Düsseldorfer Akademie als Nachfolger Ewald Matarés schlug Koenig aus. Einen Ruf an die Technische Universität München nahm er im Jahr 1964 an und hatte den Lehrstuhl für Plastisches Gestalten an der Fakultät für Architektur bis zu seiner Emeritierung 1992 inne.

Die bayerische Heimat war Koenig eine bedeutende Quelle der Inspiration und bewusst gewählter Lebens- und Schaffensort. 1960 erwarb der Künstler ein landwirtschaftliches Grundstück in Ganslberg nahe Landshut. 1961 entstanden nach seinen Vorstellungen Wohnhaus, Atelier und Stallungen. Das ländliche Leben ermöglichte dem leidenschaftlichen Reiter und Pferdeliebhaber den Aufbau einer eigenen Araberzucht, die weltweite Berühmtheit erlangte und auch thematisch für seine künstlerische Arbeit von großer Bedeutung war.

Koenig schuf zahlreiche Skulpturen im öffentlichen Raum, sowohl in Bayern als auch im Bund und darüber hinaus. Sein international bekanntestes Werk ist die 2001 schwer beschädigte Brunnenskulptur Kugelkaryatide N.Y. (1968/72) für das World Trade Center in New York.