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Briefsammlung des Christoph Jacob Trew

Diese Sammlung ist ein Bestand der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg.

Die Briefsammlung des Nürnberger Arztes und Wissenschaftlers Christoph Jakob Trew (1695–1769) ist eine der weltweit größten bekannten Briefsammlungen mit medizinischem und naturwissenschaftlichem Schwerpunkt. Sie enthält etwa 19.000 Briefe und Entwürfe von 2.200 Autoren des 16. bis 18. Jahrhunderts. So vielfältig wie die Adressaten und Absender sind die wissenschaftshistorischen Einblicke in die Welt der frühen Neuzeit: Die zeitgenössischen Ideenwelten der Chirurgie und Anatomie, der Zoologie und Botanik werden ebenso plastisch wie der konkrete Alltag medizinischer Praxis und naturkundlicher Forschung. Trew hinterließ die komplette Briefsammlung im Jahr 1769 der Universität Altdorf. Nach deren Auflösung 1809 kam sie zusammen mit den 34.000 Bänden seiner Gelehrtenbibliothek nach Erlangen, wo sie in die Bestände der Universitätsbibliothek aufgenommen wurde.

Die Briefsammlung Trew stellt eine in doppelter Hinsicht einzigartige Quelle für die wissenschafts- und kunsthistorische Forschung dar: Durch die Drittkorrespondenzen, die Christoph Jacob Trew zu Lebzeiten sammelte, finden sich hier einzelne Autographen wichtiger Vertreter und Vertreterinnen der Natur- und Geistesgeschichte seit dem Humanismus sowie eigenständige, in die Briefsammlung inkorporierte Korrespondenzen, etwa die von Lorenz Heister (1683-1758), der als Anatom und Chirurg an der Nürnberger Universität in Altdorf wirkte und dort das wohl wichtigste chirurgische Lehrbuch seiner Zeit veröffentlichte. Anhand Trews eigener Korrespondenz bietet sich die Möglichkeit, die Kommunikationsstrukturen, die Wissensproduktion und die soziale Interaktion der damaligen Gelehrtenrepublik zu untersuchen.

Unter Trews Leitung kam in Nürnberg von 1731 bis 1745 die erste medizinische Wochenschrift der Welt, das "Commercium litterarium", heraus. Es basierte maßgeblich auf den medizinischen, chemischen und naturhistorischen Informationen, die durch Trews eng geknüpftes und dynamisch bedientes Briefnetz in Nürnberg einliefen.

Trew war auch für die Herausgabe einzigartiger illustrierter anatomischer und botanischer Werke verantwortlich. Er arbeitete dabei in enger schriftlicher Abstimmung vor allem mit Johann Jacob Haid (1704 - 1767) zusammen, einem Augsburger Kupferstecher und Verleger. Diese Briefe sind in der Trew-Sammlung erhalten und bieten die Möglichkeit, in den Produktionsablauf von Trews "Plantae Selectae" und anderer illustrierter Werke Einblick zu nehmen.