Lithographien der Bayerischen Staatsbibliothek - Lithogr.

Das Fach Lithographa zählt zu den Sonderfächern der Historischen Drucke der Bayerischen Staatsbibliothek. Es umfasst rund 360 Steindrucke, also lithographisch vervielfältigte Drucke aus der sog. Inkunabelzeit der Lithographie von 1796 bis 1821 sowie illustrierte lithographische Drucke und Tafelwerke bis zum Jahr 1846, 50 Jahre nach Erfindung dieser Drucktechnik durch Alois Senefelder (1771-1834). Darunter befinden sich zahlreiche unikale Drucke sowie früheste Faksimiledrucke wie beispielsweise das erste Faksimile des 1454 gedruckten und unikal vorliegenden "Türkenkalenders" (Lithogr. 54), das Faksimile des Gebetbuchs Kaiser Maximilians I. (1459-1519) (Lithogr. 59) mit den Handzeichnungen Albrecht Dürers (1471-1528) oder des Turnierbuchs Wilhelms IV. von Bayern (1493-1550) (Lithogr. 256) sowie Mappenwerke mit lithographischen Reproduktionen bedeutender Künstler. Nicht enthalten sind Drucke mit lithographisch vervielfältigtem Text ohne Bilder. Weitere rund 50 Musikdrucke wurden separiert und in die Sammlung der Notendrucke (Musica practica, Mus.pr.) eingereiht.

Den Grundstock des um 1905 angelegten Fachs bildet die Sammlung des Münchener Privatgelehrten Franz Maria Ferchl (1792-1862), der mit Senefelder und dessen Familie lebenslang befreundet war. Sie wurde ca. 1857 von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften erworben und der Königlichen Hof- und Staatsbibliothek übergeben. Ferchl selbst hatte 1856 eine Übersicht seiner Sammlung publiziert (Bavar. 4339 d).

>> Diese Sammlung ist ein Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek.