Talerprobe zur geplatzten Hochzeit König Ludwigs II. von Bayern und Sophie Charlotte in Bayern

Staatliche Münzsammlung München

Beschreibung

Vorderseite: Aufschrift "LUDWIG II KOENIG V. BAYERN U. SOPHIE HERZOGIN IN BAYERN VERM. D. 12 OCTB. 1867"; Zwei Köpfe nach rechts, darunter Signatur. Außen Schriftkreis.

Rückseite: Aufschrift "EIN VEREINSTHALER - XXX EIN PFUND FEIN"; Von zwei Löwen gehaltenes Königswappen, darunter Jahreszahl. Außen Schriftkreis.

König Ludwig II., der 1864 seinem früh verstorbenen Vater nachfolgte, war wohl die schillerndste Persönlichkeit auf dem bayerischen Königsthron. Für diese Einschätzung ist jedoch nicht sein eher zurückhaltendes Regierungshandeln verantwortlich, sondern seine großen und äußerst kostspieligen Bauprojekte. Zu diesen Bauprojekten zählen u.a. die Schlösser Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof, die den Staatshaushalt Bayerns auf das Äußerste strapazieren sollten. Auch die Förderung der Kunst Richard Wagners ließ sich der König viel Geld kosten. Zum Mythos wurde er jedoch erst durch seinen frühen Tod im Starnberger See, nur wenige Tage nach dem er durch die Regierung entmündigt worden war. Die größte politische Bedeutung sollte sein formaler Beitrag zur Gründung des Deutschen Reichs 1871 sein, da er es war, der in einem Brief König Wilhelm von Preußen die Kaiserkrone antrug. Das vorliegende Objekt ist ein Probeabschlag des Hochzeitstalers auf die kurzfristig abgesagte Hochzeit König Ludwigs II. mit Sophie Charlotte in Bayern. Die Absage erfolgte am 7. Oktober 1867, also fünf Tage vor dem auf der Prägung genannten Hochzeitstermin. Bei diesem Objekt werden beide Münzseiten und die Randschrift hinter Glas in einem Passepartout präsentiert.