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  • Eiserne Faust, 1919-1934
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    [...] de Informelle Vereinigung völkisch-nationalistischer Reichswehroffiziere, gegründet 1919 in München. Adolf Hitler (1889-1945) erhielt dort über Ernst Röhm (1887-1934) Kontakte zu den höheren Kreisen der Reichswehr. de Gründung, Mitglieder, Ziele 2215 München 118745700 Ernst Röhm 129409979 Karl Mayr 118995162 Josef ("Beppo") Römer 100124259 Franz Xaver Ritter von Epp Bekanntschaft Hitlers mit dem Offiziersclub 118551655 Adolf Hitler Die Eiserne Faust als Beginn der Kooperation zwischen Hitler und Röhm Als Hitler dann im September 1919 in die Deutsche Arbeiterpartei (DAP) eintrat und binnen kurzem die Leitung derselben übernahm, erwiesen sich für ihn die Kontakte zu den Offizieren der Eisernen Faust als außerordentlich wertvoll. Spätestens im Dezember dieses Jahres konnte er Röhm für die Partei gewinnen. Dieser wiederum wurde als Generalstabsoffizier in der Folgezeit ein wichtiger Türöffner für Hitler in den gehobenen Kreisen der Reichswehr und der Münchner Gesellschaft. Die Eiserne Faust stellt daher gewissermaßen die Keimzelle der viele Jahre äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit Hitlers und Röhms dar, die schließlich 1933 in der "Machtergreifung" der NSDAP ihren Höhepunkt fand und durch die Ermordung Röhms 1934 endete. Rechteinformationen zum Digitalen Objekt beim Datenlieferanten erhältlich. [...]
  • Blücherbund, 1922/23
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    [...] de Paramilitärischer Wehrverband unter der Leitung von Rudolf Schäfer (geb. 1885), 1922/23 hervorgegangen aus dem Bund Oberland. Die Beteiligung an der sog. Fuchs-Machhaus-Verschwörung sowie die Finanzierung durch Frankreich bedeuteten das politische Aus des Bundes spätestens im Herbst 1923. de Entstehung als Abspaltung vom Bund Oberland 132985063 Friedrich Knauf 2215 München 136153224 Rudolf Schäfer 118511882 Gebhardt Leberecht von Blücher 116701889 Arnold Ruge Beteiligung an der "Fuchs-Machhaus-Verschwörung" 118693980 Georg Fuchs 124752578 Hugo Machhaus 132269961 Augustin Xavier Richert 129409979 Karl Mayr 118745700 Ernst Röhm Der Herbst 1923 und das Ende der Aktivität des Bundes 118819860 Hermann Ehrhardt Rechteinformationen zum Digitalen Objekt beim Datenlieferanten erhältlich. [...]
  • Reichsfrontsoldatentag, 1./2. Juni 1929
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    [...] de Der Reichsfrontsoldatentag war die jährliche Massenveranstaltung des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten. Seit 1920 fanden diese Bundestreffen im Gründungsort Magdeburg und in anderen Städten des Reichs statt. Den einzigen Reichsfrontsoldatentag in Bayern hielt der Stahlhelm am 1./2. Juni 1929 in München ab. Bei diesem Höhepunkt antidemokratischer Massenveranstaltungen der 1920er Jahre reisten mehr als 100.000 Teilnehmer nach München. de Hintergrund: der Griff des Stahlhelms nach Bayern im Jahr 1929 2215 München 118791605 Rupprecht "Deutsche Einheit" als Devise des Reichsfrontsoldatentages 117473847 Franz Seldte Die Veranstaltungen 118622870 Alfred von Tirpitz 117420972 Alfons 118958828 Adalbert 118800590 Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha Halber Erfolg Die Bemühungen um eine Versöhnung der föderalistischen Kräfte durch die Veranstaltung hatten jedoch nur halben Erfolg. Die bayerische Kritik am unitarisch-militaristischen Gehabe des Frontsoldatenbundes nahm nicht ab. Im Gegenteil, sie verschärfte sich noch, als der Bund kurz darauf gemeinsam mit den Deutschnationalen und der NSDAP das Volksbegehren gegen den Young-Plan einleitete. In der Folgezeit verlor dann auch der einst in Bayern so mächtige Bund Bayern und Reich einen Großteil seiner Mitglieder – sie wollten dem Eintritt ihrer Bundesleitung in den Stahlhelm nicht folgen. Der Stahlhelm spielte daher auch weiterhin in Bayern nur eine untergeordnete Rolle. Zumindest in dieser Hinsicht hatten die pompösen Inszenierungen des Münchner Reichsfrontsoldatentages ihren Zweck nicht erfüllt. Rechteinformationen zum Digitalen Objekt beim Datenlieferanten erhältlich. [...]
  • Bund Wiking, 1923-1928
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    [...] de Die Nachfolgeorganisation der Organisation Consul wurde am 2. Mai 1923 in München gegründet. Unter der Führung von Hermann Ehrhardt (1881-1971) und Leutnant Eberhard Kautter entwickelte sich der Bund zum Sammelbecken republikfeindlicher Kräfte, stellte sich während des Hitlerputsches vom 8./9. November 1923 allerdings auf die Seite Gustav von Kahrs (1862-1934). Nachdem im Mai 1926 erneut Pläne zum Sturz der Republik bekannt geworden waren, wurde der Bund in mehreren Ländern verboten, in Bayern löste er sich im April 1928 auf. de Die Aktivitäten Kapitän Ehrhardts von 1920 bis 1923 118819860 Hermann Ehrhardt 2215 München 11853100X Matthias Erzberger 121312046 Otto Pittinger 118574841 Erich Ludendorff 118551655 Adolf Hitler Die Gründung des Bundes Wiking 1923 116079037 Eberhard Kautter Die Rolle "Wikings" im Herbst 1923 119446901 Gustav von Kahr Als schließlich am 8./9. November 1923 die Münchner Radikalen unter Hitler durch ihren Putschversuch den inzwischen zögerlich gewordenen Kahr zur Errichtung einer nationalen Diktatur zwingen wollten, stellte sich der Bund Wiking auf die Seite Kahrs. Ehrhardt ließ die an der Nordgrenze Bayerns zusammengezogenen Formationen zum Marsch gegen die Münchner Putschisten bereitstellen. Der Zusammenbruch des Hitlerputsches am Mittag des 9. November erübrigte jedoch ein weiteres Vorgehen. Der Bund nach dem November 1923 Ehrhardt versuchte in der Folgezeit, sich selbst den radikalen Kräften in München als neuer Führer zu empfehlen. Der Erfolg blieb indes weitgehend aus, da diese in ihm – trotz seines Soldatenmythos' von 1920 – nun vor allem einen Verräter sahen. Nach der Aufhebung des bayerischen Ausnahmezustandes am 1. April 1924 sah er sich zudem erneut zur Flucht ins Ausland genötigt, da nun die Haftbefehle des Reiches auch in Bayern wieder Geltung hatten. Erst nach einer Amnestie durch den Reichspräsidenten konnte er Anfang 1926 nach Deutschland zurückkehren und übernahm nun auch offiziell die Führung des Bundes Wiking. 118518755 Wilhelm von Canaris Rechteinformationen zum Digitalen Objekt beim Datenlieferanten erhältlich. [...]
  • Erstes Landesschießen der bayerischen Einwohnerwehren, 1920
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    [...] de Veranstaltung der bayerischen Einwohnerwehren in München vom 26. September bis zum 2. Oktober 1920. Mit rund 40.000 anwesenden Wehrmännern demonstrierten die Einwohnerwehren nochmals ihre Macht und erregten internationales Aufsehen. Die Allierten verstärkten ihren Druck auf das Reich, sodass die bayerische Wehrorganisation im Juni 1921 aufgelöst wurde. de Der Hintergrund: die Auseinandersetzungen um die Auflösung der Einwohnerwehren 118685422 Georg Escherich 119446901 Gustav von Kahr Die Veranstaltungen 2215 München 12442726X Rudolf Kanzler 119495279 Franz Xaver Ritter von Epp 118574841 General Erich Ludendorff 119037521 Christian Roth 118946226 Eduard Hamm Die Reaktion der Alliierten Die Reaktion der Entente auf die bis zum 2. Oktober dauernden öffentlichen Wehrsportveranstaltungen konnte nicht ausbleiben. Nach einer Welle aufgebrachter Pressekommentare vor allem in Frankreich ließ die Interalliierte Entwaffnungskommission für Deutschland am 12. Oktober 1920 bei der Reichsregierung anfragen, was diese zur Auflösung der Wehren zu tun gedenke. Ab Januar 1921 verstärkten die Alliierten ihren Druck auf Deutschland dann bis hin zur Besetzung territorialer Faustpfänder im Ruhrgebiet. Im Juni des Jahres mussten selbst Kahr und Escherich nachgeben und die bayerische Wehrorganisation – offiziell – auflösen. Nachfolger der Einwohnerwehren wurde der Bund "Bayern und Reich". Das Landesschießen als Mythos Das Landesschießen von 1920 jedoch blieb weiten Teilen der Bevölkerung als augenfällige Demonstration einer angeblich "organischen", bodenständigen Gemeinschaft des "Volkes in Waffen" in positiver Erinnerung. Nicht zuletzt spätere Wehrbewegungen wie der "Bayerische Heimatschutz", aber auch die Nationalsozialisten konnten an diesen Mythos anknüpfen. Rechteinformationen zum Digitalen Objekt beim Datenlieferanten erhältlich. [...]
  • Bayerischer Stahlhelm, 1929-1935
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    [...] de Der Bayerische Stahlhelm entstand 1929 durch den Zusammenschluss des reichsweit aktiven, 1918 gegründeten Wehrverbandes "Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten", der Reichsflagge, des Bundes Bayern und Reich sowie der Vaterländischen Bezirksvereine Münchens. Im selben Jahr fand der Reichsfrontsoldatentag in München statt. Der Wehrbund vertrat antirepublikanische, nationalistische Ziele, sein Symbol war die Reichskriegsflagge, seit 1925 mit einem Stahlhelm-Symbol in der Mitte. Reichsweit hatte der Stahlhelm als stärkster Wehrverband der Republik 1930 bis zu 500.000 Mitglieder. 1933 in "Nationalsozialistischer Deutscher Frontkämpferbund" umbenannt, wurde der Verband Anfang Dezember 1935 ganz aufgelöst und in die SA eingegliedert. Der nach 1945 wiederbegründete Stahlhelm blieb weitgehend bedeutungslos. de Der Stahlhelm als Magdeburger Gründung 117473847 Franz Seldte 116240946 Theodor Duesterberg Der Stahlhelm in Bayern 1920 bis 1923 118685422 Georg Escherich 132256797 Carl Ritter von Wäninger Stahlhelm und Bund Bayern und Reich 1924 bis 1928 Nach dem gescheiterten Putschversuch vom 9. November 1923 erwies sich die bisherige Schwäche des Stahlhelms in Bayern plötzlich als Stärke. Er war in wesentlich geringerem Maße als die "alteingesessenen" bayerischen Verbände in die dilettantischen Pläne und Intrigen des Jahres 1923 verstrickt gewesen. Darüber hinaus erhob nun die Magdeburger Führung ab 1924 die allgemeine nationale Sammlung unter dem Stahlhelm-Banner gerade nach dem Scheitern der Pläne der Rechten von 1923 reichsweit zur Parole. In der Tat erfreute sich der Stahlhelm in der Folgezeit stark steigender Mitgliederzahlen und einer vergleichsweise soliden Finanzgrundlage. Die inzwischen passiv gewordenen, "alteingesessenen" Verbände Bayerns beäugten daher das Werben Wäningers zunehmend kritisch. Die Führung des im Lande immer noch vorherrschenden Bundes Bayern und Reich versuchte eine Zeit lang, der Werbung des Stahlhelms gegenzusteuern, indem sie den Verband als "landfremd", "unitarisch" und "republikanisch" bezeichnete. Dies veranlasste Wäninger wiederholt zu öffentlichen Erklärungen, dass der bayerische Landesverband sich innerhalb des Stahlhelms "Reservatrechte" gesichert habe, um eine den besonderen bayerischen Verhältnissen angemessene Politik betreiben zu können. Dazu gehöre die prinzipielle Bejahung des "bayerischen Königsgedankens" wie auch des föderalistischen Prinzips, die hier, anders als in Norddeutschland, ihre spezifische Berechtigung hätten. 132256924 Otto von Stetten Die Fusion mit dem Bund Bayern und Reich zum eigenständigen "Bayerischen Stahlhelm" 132257025 Hermann Ritter von Lenz 2215 München Der Konflikt mit dem Bayerischen Heimatschutz Der Erfolg des norddeutschen Verbandes in Bayern blieb jedoch nicht ungetrübt. Schon während der ersten [...]
  • Freikorps Roßbach, 1919-1923
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    [...] de Bewaffneter Freiwilligenverband, benannt nach dem Gründer Gerhard Roßbach (1893-1967). Das Freikorps wurde im Sommer 1919 zunächst als Jäger-Bataillon 37 in die vorläufige Reichswehr übernommen, dann nach dem spektakulären Abmarsch ins Baltikum wieder daraus entfernt. Es war beteiligt an den Vorbereitungen des Kapp-Putsches 1920 und des Hitlerputsches 1923. Nach dem endgültigen Verbot 1923 wanderten seine Mitglieder in verschiedene paramilitärische Netzwerke ab. de Die Anfänge des Freikorps Roßbach im Grenzschutz Ost und Baltikumkampf 1919/20 121476162 Gerhard Roßbach Beteiligung an Kapp-Putsch und "Ruhrkampf" 1920 118891499 Walther von Lüttwitz 118779737 Paul von Lettow-Vorbeck Im unmittelbaren Anschluss an die Kapp-Unruhen wurden die Roßbacher - nunmehr von der legitimen Reichsregierung - gegen die Rote Armee der aufständischen Bergarbeiter im Ruhrgebiet eingesetzt. Nach der blutigen Niederschlagung der Ruhr-Räterepublik Anfang April wurde die Abteilung Roßbach zum zweiten Mal offiziell aufgelöst. Die Männer kamen wie schon vorher größtenteils bei ostelbischen Gutsbesitzern unter und hielten ihr altes Netzwerk weiterhin aufrecht. Teilnahme an den Kämpfen in Oberschlesien im April/Mai 1921 118612603 Hans von Seeckt Roßbachs Tätigkeit beim Aufbau der NSDAP in Norddeutschland 1922/23 118551655 Adolf Hitlers 117601861 Albrecht von Graefe-Goldebee 129110965 Reinhold Wulle Auch diesmal reagierten die preußischen Behörden. Nach mehreren Haus- und Bürodurchsuchungen wurden am 23. März 1923 unter dem Vorwurf der Putschvorbereitung mehrere Führer der DVFP verhaftet, darunter Roßbach. Vor dem Leipziger Staatsgerichtshof wurde ein Verfahren wegen "Hochverrats und der Bildung militärischer Banden" eingeleitet. Am 15. Oktober 1923 entließen ihn die Leipziger Justizbehörden jedoch aus der Untersuchungshaft mit der Begründung, es bestehe keine Fluchtgefahr. Das Reichswehrministerium und die sächsische Staatsregierung erließen sofort neue Haftbefehle - Roßbach aber hatte sich auf dem schnellsten Weg nach München abgesetzt. Dort konnte er sich auf Grund des speziellen bayerischen Ausnahmezustandes und des Konfliktes zwischen Bayern und Reich sicher fühlen vor der Strafverfolgung des Reiches. Roßbachs Beteiliung am Hitlerputsch 2215 München 124349595 Edmund Heines 119446901 Gustav von Kahr Das Ende der "Karriere" Roßbachs Roßbachs persönlicher Mythos als unermüdlicher und unerbittlicher Landsknechtsführer der "nationalen Revolution" war damit zerbrochen. Er kehrte zwar 1926 nach der Einstellung seines Hochverratsverfahrens nach Deutschland zurück und versuchte, mit dem Aufbau der Schill-Jugend und des Ekkehard-Bundes die Jugend wieder für seine eigenwillige Mischung aus soldatischem und "geistigem" Aktivismus zu begeistern. Er erreichte aber nie wieder die Stellung in der nationalen [...]
  • Bund "Bayern und Reich", 1921-1935
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    [...] de Nach Auflösung der Einwohnerwehren 1921 gegründeter paramilitärischer Dachverband mit engen Kontakten zur Reichswehr. Unter dem Vorsitz von Otto Pittinger (bis 1926), Otto von Stetten und Robert Ritter von Xylander (bis 1929) entwickelte sich der Bund bis Mitte 1922 zur stärksten paramilitärischen Vereinigung in Bayern. Er vertrat föderalistisch-monarchische Ziele, war im Herbst 1923 an den Vorbereitungen eines Marsches auf Berlin beteiligt, zerfiel langsam nach 1923 und ging 1929 im "Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten" auf. de Die Anfänge: Otto Pittinger und die Organisation Pittinger 119446901 Gustav von Kahr 121312046 Otto Pittinger Gründung des Bundes Bayern und Reich Pittingers Anspruch auf eine übergeordnete Leitung der gesamten bayerischen Wehrbewegung wurde allerdings bald von den zahlreichen kleineren Wehrverbänden in Frage gestellt, zumal diese seit dem Verbot der Einwohnerwehren deutlichen Zulauf erhalten hatten. Um Pittinger den Rücken zu stärken, einigten sich Staatsregierung und bayerische Reichswehr im April 1922 darauf, einen offiziellen Wehrverband zu errichten: den Bund Bayern und Reich. Am 27. Juni 1922 fand die erste öffentliche Sitzung der Landesleitung unter Pittinger statt. Programm Ziel des Bundes war ein monarchisch-föderalistisches Großdeutschland auf "christlich-völkischer" Basis. Nur auf diese Weise könne Deutschland nach innen (von der "Diktatur von Marxismus und Finanzkapital") und nach außen (von den "Fesseln des Versailler Vertrages") befreit werden, hieß es in der Satzung. Die Mitgliedschaft war auf "Arier" beschränkt. Organisation und Mitgliederzahl 1922/23 erfolgte der Aufbau des Bundes. Durch gezielte Agitations- und Wehrbearbeit wurde vor allem das ländliche Bayern auf breiter Basis erfasst und in zehn Kreisen und 51 Gauen straff organisiert. Regionale Schwerpunkte der Bundesarbeit waren Schwaben und die Oberpfalz, Franken, insbesondere das protestantische Mittelfranken, war eher schwach vertreten. Auf dem Höhepunkt seiner Wirksamkeit im Sommer 1923 zählte der Bund ca. 56.700 Mitglieder. Er war damit der mit Abstand mitgliederstärkste vaterländische Verband in Bayern. Putschabsichten und Putschgerüchte im Umfeld des Bundes 1921/22 118729373 Ludwig III. 118791605 Rupprecht 118598430 Walther Rathenau 116248459 Ernst Pöhner 119495279 Franz Xaver Ritter von Epp 117080764 Arnold von Möhl 118551655 Adolf Hitler Der offene Bruch innerhalb der nationalen Bewegung: Die Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Vaterländischen Kampfverbände im Februar 1923 2215 München Die Entwicklung des Jahres 1923 36607 Eine neue Situation ergab sich mit der Einsetzung Kahrs als Generalstaatskomissar am 26. September 1923. Kahr sah mit seiner Berufung die letzte Gelegenheit gekommen, um seine alten Ziele aus der "Ordnungszellenideologie" zu realisieren [...]
  • Landesverband der Einwohnerwehren Bayerns, 1920/21
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    [...] de Landesweite Organisation der bayerischen Einwohnerwehren, gegründet am 4. März 1920 als privater Verein in München. Landeshauptmann war Georg Escherich (1870-1941). Der Verband erreichte kurz vor seiner Auflösung am 31. Mai 1921 auf Druck der Alliierten eine maximale Mitgliederzahl von rund 361.000. de Die Initiativen zum Aufbau einer landesweiten Organisation der bayerischen Einwohnerwehren 1919 11892835X Johannes Hoffmann 10006 Isen 2217 Rosenheim 118685422 Georg Escherich 12442726X Rudolf Kanzler 119446901 Gustav Ritter von Kahr 129870935 Fritz Endres Die Gründung des Landesverbandes als privater Verein 2215 München 116566523 Hermann Kriebel Bereits am 4. März 1920 war der Eintrag in das Vereinsregister als "Landesverband der Einwohnerwehren Bayerns e. V." in München erfolgt. Organisation und Mitgliederstärke Der Landesverband gliederte die bayerischen Einwohnerwehren in insgesamt 156 Gaue und zehn Kreise, die im Wesentlichen den staatlichen Verwaltungssprengeln entsprachen. Offiziell sollten auf allen Ebenen die Führer demokratisch gewählt werden. Die Führer der Kreise und Städte sollten dann den Landesausschuss bilden. Die beiden Landeshauptleute sollten von einer alle drei Jahre stattfindenden allgemeinen Mitgliederversammlung, dem "Wehrtag", gewählt werden – wozu es auf Grund der Auflösung 1921 nie kam. Als Vereinszweck nannte die Satzung in erster Linie die Sicherung von Ruhe und Ordnung, die vornehmlich durch die Ortswehren gewährleistet werden sollte. Es war jedoch das besondere Anliegen gerade Escherichs, darüber hinaus auch landesweit und sogar reichsweit einsetzbare Einheiten zu schaffen, die so genannten Land- und Reichsfahnen. Da die einfachen Wehrmänner nicht bereit waren, sich für derartige Einsätze zu verpflichten, sah sich die Landesleitung genötigt, den "Land- und Reichsfahnen" in verstärktem Maße ehemalige Freikorpskämpfer zuzuführen. So ergab sich dort eine Konzentration politisch radikaler Kräfte, also genau das, was eigentlich durch die Auflösung der betreffenden Freikorps-Formationen verhindert hatte werden sollen. Insgesamt konnte der Landesverband dank des regen Zulaufes zu seinen lokalen Gruppierungen ein stetiges Wachstum an Mitgliedern verzeichnen. Besaß er im November 1919 ca. 200.000 Gefolgsleute, so waren es im Mai 1921, kurz vor seiner Auflösung, bereits 361.000. Der Landesverband der Einwohnerwehren Bayerns stellte damit ein bedeutendes Machtinstrument dar. Politische Einflussnahme und Kooperation mit der Reichswehr 127885501 Arnold Ritter von Möhl 116248459 Ernst Pöhner Des Weiteren sah der Landesverband eine Hauptaufgabe darin, in enger Kooperation mit dem Münchner Gruppenkommando Waffenbestände der Reichswehr in geheime Verstecke zu schaffen, um sie so dem Zugriff der Alliierten zu entziehen. Kriebel sorgte zudem dafür, dass [...]
  • Organisation Escherich (Orgesch), 1920/21
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    [...] de Reichsweiter Dachverband der Einwohnerwehren mit bis zu 2 Mio. Mitgliedern, gegründet am 9. Mai 1920 in Regensburg. Die Leitung hatte Georg Escherich (1870-1941) inne, der Führer des Landesverbandes der Einwohnerwehren Bayerns. Nach der Auflösung der bayerischen Einwohnerwehren bis Juni 1921 wurde auch die Organisation Escherich am 24. Juni 1921 auf Anordnung der Reichsregierung aufgelöst. de Hintergrund: die Bildung von Selbstschutzorganisationen im Reich seit 1919 118588761 Gustav Noske 11879678X Carl Severing 118584979 Hermann Müller Die Gründung der Organisation Escherich 1920 118685422 Georg Escherich 118574841 Erich Ludendorff 27282 Regensburg 2215 München Programm Die am 9. Mai 1920 in Regensburg verabschiedete Satzung der neuen Organisation verschleierte und verharmloste geschickt die eigentliche, paramilitärische Zielsetzung der Orgesch. Als programmatische Ziele wurden genannt: Aufrechterhaltung der Ordnung gegenüber allen Putschabsichten von links und rechts,Sicherung der Weimarer Reichsverfassung,Schutz der Person, der Arbeit und des Eigentums,Erhaltung der Integrität des Reichsgebietes gegenüber allen Abtrennungsbestrebungen. Die Orgesch definierte sich als ein im Wesentlichen ziviler, privater Verein, der unter Achtung der Verfassung für eine Versöhnung zwischen den Klassen und für den Wiederaufbau Deutschlands wirken wollte. Realiter sollte die Organisation jedoch vor allem der Koordinierung der gesamten Wehrarbeit zwischen Nord- und Süddeutschland sowie einem verbesserten Informationsfluss dienen. Des Weiteren erhofften sich die norddeutschen Wehren vom Rückhalt bei der bayerischen Staatsregierung eine verbesserte reichsweite "Lobbyarbeit". Organisation Um die gesamte deutsche Einwohnerwehrbewegung organisatorisch zu erfassen, entstanden bei der Orgesch die drei Abteilungen "Nordwest" (Sitz Hamburg), "Nordost" (Sitz Berlin) und "Süd" (Sitz München). Das höchste Gremium der neuen Organisation sollte der von Reichshauptmann Escherich jederzeit einzuberufende Hauptausschuss mit den Vertretern der drei Abteilungen sein. Die Mitgliederversammlung war weitgehend bedeutungslos. Korporativmitgliedschaften sollten - naturgemäß - möglich sein, um eine möglichst große Anzahl an Wehrverbänden zu erfassen. Aufschwung und Tätigkeit der Orgesch 1920/21 Mit dem auf Bitten der österreichischen Heimwehren am 27. Juli 1920 vollzogenen Beitritt der Organisation Kanzler ("Orka") schien der Orgesch eine glanzvolle Zukunft gesichert. Escherich bemerkte in seinem Erlass Nr. 205 stolz: "Somit steht heute der Landeshauptmann der Einwohnerwehren Bayerns an der Spitze der gesamten deutschen und österreichischen Selbstschutzorganisationen" (zitiert nach: Nußer, 1. Band, 177). Rein theoretisch gebot diese Dachorganisation im Sommer 1920 über ca. zwei Millionen Wehrmänner [...]