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Archiv für Hausforschung

Diese Sammlung ist ein Bestand des Instituts für Volkskunde der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Das "Archiv für Hausforschung" enthält Planzeichnungen, Fotos und schriftliche Dokumente von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden aus dem ländlichen Raum in Bayern, ergänzt um Beispiele aus der bis 1945 zu Bayern gehörenden Rheinpfalz sowie aus Österreich, Slowenien und der Tschechischen Republik. Die insgesamt rund 12.000 Pläne und etwa 19.000 Fotos vermitteln eine anschauliche Vorstellung von Bauernhäusern und anderen ländlichen Bauten in Bayern, wie sie sich bis in das 20. Jahrhundert erhalten haben. Sie zeigen Architektur und Baukonstruktion, die Nutzung der Räume für Wohnen und Wirtschaften sowie sozio-kulturelle Wandlungsprozesse.

Die Aktivitäten der Hausforschung in Bayern wurden 1937 durch die Gründung einer "Landesstelle für Bauernhofforschung" in München unter der Leitung des Kunstmalers und Architekten Rudolf Hoferer (1892–1943) gebündelt. Diese wurde kurz danach mit der "Bayerischen Landesstelle für Volkskunde" (später Institut für Volkskunde) zusammengelegt. Ihre Ziele waren, schriftliche und bildliche Dokumente zu Bauernhäusern zusammenzutragen sowie den noch vorhandenen, aber bedrohten Altbestand an Bauernhöfen durch Aufmaßpläne und Fotos vor Ort zu dokumentieren und zu erforschen.

Diese Aktivitäten waren zeitbedingt teilweise auch ideologisch mit beeinflusst. An den Arbeiten selbst nahmen zahlreiche Fachleute sowie Studierende von Baufach- und Hochschulen teil. Während des Zweiten Weltkriegs war die Sammlung in Südostbayern ausgelagert und konnte nahezu vollständig erhalten werden. Nach 1945 blieb die Dokumentation von Bauernhäusern eine wichtige Aufgabe, da vor allem durch den Wirtschaftsaufschwung und Strukturwandel des ländlichen Raumes die ältere Bausubstanz massiv gefährdet war. Deshalb fertigte man unter Leitung des Volkskundlers Prof. Dr. Torsten Gebhard (1909–1994) weiterhin profunde Dokumentationen historischer Gebäude auf dem Lande an. Zudem wurden ältere Planbestände in die Sammlung integriert. Bis in die 1990er Jahre hinein erarbeitete zuletzt der Kunsthistoriker und Architekt Prof. Dr. Enno Burmeister (1929-2017) mit Studierenden der FH München etwa 5.000 Pläne.

Das "Archiv für Hausforschung" des Instituts für Volkskunde wurde aus Platzgründen 1984 in die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern ausgelagert und wird dort von Georg Waldemer (*1953) betreut. Basierend auf den Archivbeständen sind in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl spezialisierter Studien zu einzelnen Bauten und Bauformen entstanden. Durch bavarikon kann nun eine Auswahl von 3.000 Plänen und 3.500 Fotos präsentiert werden.

Die Teilsammlungen des Archivs für Hausforschung