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Hofbibliothek
Schloss Johannisburg
Schlossplatz 4
63739 Aschaffenburg
Bibliotheksleitung: Karin L. Kuhn

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Hofbibliothek Aschaffenburg

Die Hofbibliothek Aschaffenburg dient der Literatur- und Informationsversorgung der Region 'Bayerischer Untermain', das sind die kreisfreie Stadt Aschaffenburg und die Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg. Aufgrund ihres Standortes und der jahrhundertelangen Zugehörigkeit zum Mainzer Kurfürstentum erstreckt sich ihr Einzugsgebiet auch auf hessische Gebiete. Die über 135.000 Bände umfassende Sammlung enthält Literatur für die Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften sowie landeskundliches Schrifttum. Zu den wertvollen, teils unikalen Altbeständen gehören 58 Handschriften und 162 Inkunabeln, 30.000 Bände aus der Zeit vor 1900 und Spezialsammlungen wie Druckgraphiken, Reformations-Flugschriften, Autographen, Karten und Pläne ect.

Gründer der Hofbibliothek war der Mainzer Kurfürst und Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal (reg. 1774–1802). Beim planmäßigen Aufbau seiner Privatbibliothek in Mainz wurde er vom damals sehr bekannten Dichter Wilhelm Heinse (1746–1803) als dem ersten hauptamtlichen Bibliothekar unterstützt. 1794 wurde die Büchersammlung vor der französischen Revolutionsarmee nach Aschaffenburg in die Zweitresidenz Schloss Johannisburg in Sicherheit gebracht, wo sie schließlich auch verblieb. Nach Erthals Tod 1802 fiel seine Privatbibliothek an den Kurstaat. Sein Nachfolger Karl Theodor von Dalberg (1744–1817) bereicherte die Sammlung durch Bücherschenkungen und Neuanschaffungen. Mit Dalbergs Fürstentum Aschaffenburg ging die Hofbibliothek im Jahr 1814 an das Königreich Bayern über; die Sammlung und ihre Zimelien blieben jedoch in Aschaffenburg. Im zweiten Weltkrieg wurde die Bibliothek ausgelagert und damit vor der Zerstörung gerettet, denn Schloss Johannisburg brannte fast vollständig aus. Erst 1960 konnte die Hofbibliothek in das wieder aufgebaute Gebäude zurückkehren.

Als Dauerleihgabe betreut die Hofbibliothek seit 1962 die dem Allgemeinen Schul- und Studienfonds Aschaffenburg gehörige Stiftsbibliothek, deren Bestände auf die Universitätsbibliothek Aschaffenburg (1808–1818), die Lyceumsbibliothek (1818–1873) und die anschließend bestehende Gymnasialbibliothek zurückgehen. Sie enthalten auch Reste der Bibliotheken des ehemaligen Aschaffenburger Kollegiatstiftes St.Peter und Alexander und des 1773 aufgehobenen Jesuitenkollegs. 1967 kamen 7.000 Bände von den Jesuitenkonventen Aschaffenburg und Ravensburg als Geschenk in die Hofbibliothek Aschaffenburg. Seit 1980 wird als weitere Dauerleihgabe das Hugo Dingler-Archiv verwaltet.

Sammlungen der Hofbibliothek Aschaffenburg in bavarikon