Kleinodienbuch der Herzogin Anna von Bayern - BSB Cod.icon. 429 About the Object
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  • Kleinodienbuch der Herzogin Anna von Bayern - BSB Cod.icon. 429
  • Enhanced description
    • Müelich, Hans (1516-1573)
    • München
  • 1552-1555
  • 127 Blätter : Illustrationen, 20,5 x 15,4 cm / Material: Pergament und Papier
    • German
    • Latin
    • Kleinodienbuch (Herzog Albrechts V. von Bayern und seiner Gemahlin Anna von Österreich) - BSB Cod.icon. 429
    • Kleinodienbuch der Herzogin Anna von Bayern
    • Cim. 46
    • Cod.sim. 255(1.2
    • Handschrift
    • Bildband
    • Codices iconographici der Bayerischen Staatsbibliothek – Cod.icon.
    • Höfisches Leben - Werke aus der Bayerischen Staatsbibliothek
    • Bücher zu Bayern
  • Bayerische Staatsbibliothek
  • Bayerische Staatsbibliothek
    • Bavarian State Library - Call number: Cod.icon. 429
    • Uniform Resource Name - Identifier: urn:nbn:de:bvb:12-bsb00006598-6
    • B3Kat Identifier - Identifier: BV021834562
  • http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00006598-6
  • Licence of the Metadata: CC0
  • Ausstattung: Das hervorragend erhaltene, kostbar angelegte Büchlein enthält das Bildinventar der in Originalgröße wiedergegebenen Juwelen der Anna von Österreich (1528-1590) und einiger Kleinodien ihres Gemahls, des Herzogs Albrecht V. von Bayern, außerdem vereinzelt von dessen Eltern Herzog Wilhelm IV. von Bayern (1493-1550) und seiner Gemahlin Jakobäa von Baden (1507-1580), so Bl. 11v die Agraffe mit ihrer beider Initialen W I . Die in der älteren Forschung verbreitete Meinung, es handele sich um Schmuck, den die Prinzessin anläßlich ihrer Eheschließung mit dem bayerischen Erbprinzen Albrecht im Jahr 1546 erhielt, kann nicht zuletzt durch die stilistische Untersuchung der Schmuckstücke widerlegt werden. Die Datierungen der Miniaturen, die den Zeitraum von 1552-1555 umfassen, betreffen die Zeit der Ausführung des Schmuckverzeichnisses, nicht jedoch der Schmuckstücke selbst. Der Künstler Hans Mielich, der seine Miniaturen mehrfach signiert hat, führte mit dem Verzeichnis der kleinformatigen Schmuckstücke im vorliegenden kleinen Codex den zweiten Auftrag Albrechts aus. [...] - Ausstattung: Bl. 1r Allianzwappen von Bayern und Österreich, umgeben von der Kollane des Ordens vom Goldenen Vlies, der Rahmen der Prunkscheibe mit Wappen (Ahnenprobe) besetzt. Rahmen in Renaissance-Dekor mit allegorischem Apparat: Auf dem Architrav zwischen brennenden Kerzen die Personifikation der Victoria oder Fama, zu ihren Füßen Scientia oder Sophia oder Pax, ihr gegenüber männlich Fortitudo oder Mars. Die Karyatiden personifizieren Iustitia und Prudentia. Im Sockel liebevoll balgendes Löwenpaar in Anspielung auf das bayerische Wappentier Bl. 1v Herzog Albrecht V. und Herzogin Anna von Bayern am Schachbrett, umgeben von 6 Hofräten und 2 Hofdamen, vermutlich Portraits, im Vordergrund Schoßhündchen. Rahmen in Renaissance-Dekor, bekrönt mit der Halbfigur Gottvaters. Bl. 2r – 55v 108 Miniaturen von 71 Juwelen. Dargestellt sind Agraffen und vor allem Anhänger, Aufnähschmuck, außerdem Ketten und Kehlbänder. Bl. 13v Gefaßter Bezoar (L. Hansmann/L. Kriss-Rettenbeck, Amulett und Talisman. München 1977). Bl. 14r – 14v ein Gürteltäschchen. Bl. 15v Bouquethalter (Schmeckenstengel) (vgl. Bibel von Wittenberg Holzschnitt, datiert 1562; Abb. Klejnoty i stroje ksiazat Pomorza Zachodniego XVI - XVII wieku w ziorach Muzeum Narodowego w Szczecinie. Hg. Barbara Januszkiewicz. Warschau 1995, S. 83. Frdl. Hinweis Christine Nagel Dresden) . Bl. 45r – 45v Aus einem Saphir geschnittener Fingerring. Das Geschmeide überwiegend in Avers- und Reversansicht. Ausnahmen bilden neben den Ketten die allerdings nicht immer eindeutig als nur Aversansicht verständlichen Agraffen Bl. 2r – 2v , Bl. 6r – 7v , Bl. 10v und Bl. 50v , der Aufnähschmuck Bl. 8r – 8v , und unter den Anhängern die figürlich gestalteten Bl. 3r ein kleines Schiff und Bl. 3v Hl. Georg, Bl. 11r eine Eule, Bl. 13r ein Kreuz, Bl. 15r Agnus Dei und Bl. 52v eine Blüte mit Stiel. - Ausstattung: Antithetisch sind auch die Rahmen behandelt, zum Beispiel Bl. 19r – 19v und Bl. 20v – 21r (bei letzterem Rück-, dann Frontansicht) . Die Umkehrung in der Rückansicht geht bis in das Rankenwerk der Rahmung mit vertauscht über- und untereinander verlaufenden Ranken (Beispiel Bl. 25r – 25v ) , ist aber nicht konsequent durchgehalten. Den Kanon der Ornamentformen umfassen die konservative Würdeformel der Ädikula zur Rahmung der Eingangsminiaturen, für die Schmuckstücke farbige, in Schweifschnitt konturierte Kartuschen mit begleitendem Rankenwerk, Arabesken, Grotesken, Mauresken, Karyatiden und mit vegetabilem und figürlichem Besatz in reicher Farbigkeit, auch Gold. Als modernste Ornamentform ist auch Rollwerk benutzt (siehe dazu den Kommentar zum Faksimile). Bl. 1r datiert 1552 und signiert H M, mit identischer Datierung Bl. 1v signiert Hans Muelich fecit (1516-1573; Thieme-Becker : XXV, 1931, 212); zu Mielichs Signierungen Löcher 2002 : S. 108 f. Die letzte Datierung Bl. 54r 1555 . Deckfarbenmalerei. Die Gründe häufig feilfarben (Terminus im Fickler'schen Inventar für veilchenviolett) mit Muschelgold und Silber (teilweise oxydiert). - BSB-Provenienz: München, Privatbibliothek König Ludwigs I. von Bayern. Das Schmuckbüchlein ist als Auftrag Herzog Albrechts V. von Bayern (1528-1579) nach dem (jüngeren) Besitzeintrag Bl. IIr und inhaltlichen Bezügen gesichert und nach den Datierungen in den Jahren 1552-1555 entstanden. Einziger Beleg ist der Vermerk in den Hofzahlamtsrechnungen von 1554 über eine Zahlung von 200 fl, die nach Breipohl 2000 : S. 5 Anm. 28 eine Zahlung vor Abschluß betrifft; vgl. Zimmermann 1885 : S. 31. I.J. 1598 ist der Codex im sog. Fickler'schen Inventar der herzoglichen Kunstkammer BSB, Cgm 2133: 12v aufgeführt (s.o. Einband), unter Kurfürst Maximilian I. in die Kammergalerie verbracht und verzeichnet im Inventar von 1641/1642. Nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1713/14) nicht zusammen mit anderen wiederentdeckten Handschriften 1785 der Hofbibliothek übergeben, bleibt der Codex ungenannt, bis er lt. Eintrag Bl. Iv von König Ludwig I. von Bayern am 1. März 1843 (aus seiner Privatbibliothek; hierzu Historische Kataloge BSB : Kellner/Spethmann S. 531 f.) der Hof- und Staatsbibliothek München geschenkt wird, vermutlich zur Eröffnung des Neubaues der Bibliothek. Die Bedeutung dieses Datums ist noch zu untersuchen. Die Schlüsselübergabe des Architekten Friedrich von Gärtner (AKL : XLVII, 2005, 158; NDB : Bd. 6, S. 21*) an den Bibliotheksdirektor Philipp von Lichtenthaler (1758-1855) erfolgte erst am 8. Mai 1843. Die alte Signatur Bl. Iv Cim. V.a. 12 verweist auf die - wohl nur geplante - Aufstellung im Cimelien Corridor, der Schatzkammer der Hofbibliothek im Ehemaligen Jesuitenkolleg in München zwischen 1821 und 1843; siehe BSB, Cbm Cat. 80 und BSB, Cbm Cat. 80 a (Historische Kataloge BSB : Kellner/Spethmann S. 72; Kaltwasser, Museum : S. 119). Cim. 46 ebenda betrifft die Aufstellung in der unter Johann Andreas Schmeller 1843 eingerichteten Schatzkammer der Bibliothek. - Einband: Holzdeckel mit abgefasten Kanten, mit ockerfarbenem Maroquin überzogen. Goldprägung mit Spitzendekor aus einer Münchner Buchbinder-Werkstatt und datierbar 1525-1630 (Geldner, Einband des Gebetbuchs : S. 103 und Anm. 15). VD und RD identisch. Zu der von Geldner zusammengestellten Gruppe von fünf erhaltenen Hss-Einbänden gehört auch Cod.icon. 414 (siehe dort). Goldschnitt in Lagenvergoldung. Mitvergoldet sind die Zwischenblätter, vergoldet auch zwei Schließen von hinten (evtl. vom älteren Originaleinband ?). Grün umwickeltes Kapital. 4 Bünde. Rücken ebenfalls mit goldgeprägten Streicheisenlinien und Einzelstempeln. Der Einband entspricht dem im Inventar der Kammergalerie Kurfürst Maximilians I. von 1641/1642 beschriebenen Erscheinungsbild. Er ersetzt demnach einen älteren, wohl ursprünglichen Einband, den der bayerische Hofrat Johann Baptist Fickler (1533-1610) im Inventar der Herzoglichen Kunstkammer von 1598 als in bretter mit rottem sammat überzogen, und blaichgemallten silber beschlagen beschreibt (BSB, Cgm 2133: 12v; Fickler, Inventar I : Nr. 157 und Kommentar Fickler, Inventar II : Nr. 157 Bd. 1 S. 59 (L. Seelig)). Zur Bindung und zu alten Signaturen Hartig, Gründung Hofbibliothek : S. 345 . - Literatur: Ausführlichere Beschreibung bei Marianne Reuter, Beschreibung der Handschrift Cod.icon. 429 Tresorhandschrift, in: BSB-CodIcon Online (Fri Nov 03 10:15:30 CET 2017). - Bilddaten im Auftrag der Kindler Verlag GmbH, Berlin erstellt (Fotografien: Stephan Schoenenberger). - Altsignatur: Cim. 46 - Ausgewählte Einzelbilder außerdem verfügbar unter der Signatur Cod.sim. 255(1.2
  • 2017-12-13