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  • Autorenporträt zu Barbara Bronnen
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    [...] de Beschreibung Barbara Bronnen wird 1938 in Berlin geboren. Ihr Vater ist der Schriftsteller Arnolt Bronnen, ihre Mutter die Journalistin Hildegard Bronnen-von Lossow. Barbara Bronnen wächst in Österreich auf und beginnt 1957 ein Studium der Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Sie promoviert mit einer Arbeit über den österreichischen Schriftsteller Fritz von Herzmanovsky-Orlando, in der sie der Frage nach „Original und Bearbeitung“ in der Gesamtausgabe von dessen Werken nachgeht. Ab Mitte der 1960er Jahre arbeitet Bronnen als Lektorin, Redakteurin und Journalistin, unter anderem für Kindlers Literaturlexikon. Sie publiziert zunächst vor allem Sachbücher, die soziale und kulturelle Themen behandeln. 1975 entscheidet sie sich, fortan als freie Schriftstellerin tätig zu sein. Fünf Jahre später erscheint ihr erster Roman Die Tochter, in dem sie sich mit der schwierigen Beziehung zu ihrem Vater auseinandersetzt. Bereits ein Jahr zuvor ist ihr Dokumentarfilm auf der suche nach A.B. im Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt worden. Auch der spätere Roman Das Monokel (2000) handelt von der Suche nach der Wahrheit über Arnolt Bronnen. In ihrem Buch Meine Väter (2012) setzt sie sich mit dem Judentum des Großvaters Ferdinand Bronnen und ihres Vaters Arnolt Bronnen auseinander. 118554190 Ricarda Huch [...]
  • Autorenporträt zu Hilde Marx
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    [...] de Beschreibung Hilde Marx wird in Bayreuth geboren, ihre Eltern betreiben ein Textilhaus in der Richard-Wagner-Straße. Schon in frühen Jahren verfasst sie Gedichte, die sie den Eltern diktiert, weil sie selbst noch nicht schreiben kann. Sie besucht die Graserschule und gerät in das frauenfreundliche Bildungsklima der Nachkriegszeit. Zum Schuljahr 1925/26 tritt sie in die vierte – nach heutiger Zählung achte – Klasse des Humanistischen Gymnasiums ein. Die Tanzstunde wird ihr aber, weil sie Jüdin ist, in der Wagnerstadt verwehrt – es bleibt das Unbehagen über einen im Alltagsleben virulenten „passiven Antisemitismus“. Gleichwohl werden die Lehrer auf Hilde Marx’ literarisches Talent aufmerksam: bei der alljährlichen Verleihung des mit 50 Mark dotierten Jean-Paul-Preises an Schüler der Mittelschulen zählt sie zu den neun Preisträgern. Nach der Reifeprüfung 1931 will sie Zeitungswissenschaften, Theater- und Kunstgeschichte in Berlin studieren; als im April 1933 das sich gegen Juden richtende „Gesetz gegen Überfüllung von deutschen Schulen und Hochschulen“ in Kraft tritt, muss sie das Studium jedoch abbrechen. Auf Empfehlung des bekannten Zeitungswissenschaftlers Emil Dovivat kommt sie bei der jüdischen C.V.-Zeitung unter. Ein bereits 1934 von einem US-Bürger angebotenes Affidavit zur Ausreise nach Amerika lehnt Hilde Marx mit dem lakonischen Hinweis ab, sie werde in Deutschland noch dringend gebraucht. 118577166 Thomas Mann Neben ihrer journalistischen Arbeit verdingt sie sich als Kabaretttexterin für jüdische Autoren. Gleichzeitig reist sie zu Rezitationsabenden in ganz Deutschland herum, wobei sie von der Gestapo überwacht wird. In Bayreuth trägt sie beim Chanukka-Fest Gedichte vor oder gibt in kleineren Städten in unbeobachteten Momenten ihre Einschätzungen aus Berlin weiter. Im Winter 1937/38 wird Hilde Marx von der Gestapo unter Androhung von KZ-Haft zur Ausreise in die Tschechoslowakei gezwungen, da sie sich weigert, ein Auslandsguthaben in Form einer kleinen Erbschaft in Pilsen nach Deutschland zu transferieren. Von nun an wendet sie sich ab vom Glauben und fühlt sich dem Judentum nur mehr als geschichtlich geprägte Schicksalsgemeinschaft verbunden. In Prag versucht sie mit journalistischen Gelegenheitsarbeiten über die Runden zu kommen und unterhält Kontakt mit Kafkas Freund Max Brod, der ihre Gedichte im Prager Tagblatt abdruckt. Weil das Geld für die Miete nicht ausreicht, lebt sie zeitweise mit anderen Flüchtlingen zusammen in einem unfertigen Gebäude. Als sich ihre Lebenszustände zuspitzen, wagt sie die Ausreise in die USA. Mit viel gutem Willen des US-Konsuls und Unterstützung ihres früheren US-Bekannten erhält sie ein Visum und trifft am 14. November 1938 in New York ein. Als Gelegenheitsarbeiterin, Kindermädchen, Verkäuferin und Altenbetreuerin bestreitet [...]
  • Autorenporträt zu Jella Lepman
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    [...] de Beschreibung Jella Lepman wird 1891 in Stuttgart als älteste von drei Töchtern des jüdischen Textilfabrikanten Joseph Lehmann und seiner Frau Flora geb. Lauchheimer (1867-1940) geboren. Ihr Cousin ist der Philosoph Max Horkheimer, der zusammen mit Theodor W. Adorno die Frankfurter Schule begründet. Das Elternhaus gehört dem liberalen Judentum an. Lepman entwickelt schon früh ein großes soziales Engagement. Bereits mit 17 Jahren gründet sie in ihrer Heimatstadt eine „Internationale Lesestube“ für Kinder der ausländischen Arbeiter der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik. Nach ihrer Schulzeit am Königin-Katharina-Stift verbringt sie ein Jahr in einem Schweizer Pensionat. Nach ihrer Rückkehr nach Stuttgart heiratet sie 1913 den Deutsch-Amerikaner Gustav Horace Lepman (1877-1922), aus deren Ehe zwei Kinder hervorgehen. Nach dem Tod ihres Mannes 1922 versucht sich Lepman allein durchzukämpfen. Sie findet eine Anstellung als erste weibliche Redakteurin beim Stuttgarter Neuen Tagblatt, wo sie vor allem gesellschaftspolitische Beiträge schreibt. Daneben veröffentlicht sie ihr erstes Kinderbuch (Der verschlafene Sonntag, 1927) und ein Theaterstück für Kinder (Der singende Pfennig, 1929). Außerdem tritt sie der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) bei, wo sie führend in der Frauengruppe tätig wird. 1929 kandidiert sie sogar zusammen mit Theodor Heuss, dem späteren Bundespräsidenten, als Vorsitzende der DDP Württembergs, allerdings erfolglos für den Reichstag. Lepmans demokratische Ansichten und ihre jüdische Herkunft führen nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 zu ihrer Entlassung. Bis 1935 wird sie noch als freie Mitarbeiterin beschäftigt, 1936 beschließt sie mit ihren beiden Kindern über Florenz nach England zu emigrieren. Dort schlägt sie sich mit journalistischer und schriftstellerischer Arbeit durch. 1938 sieht sie den Nachlass von Arthur Schnitzler an der Universität Cambridge durch. Später arbeitet sie für die BBC und den US-amerikanischen Sender ABSIE (American Broadcasting Station in Europe). 1943 veröffentlicht sie das Buch Women in Nazi Germany unter dem Pseudonym Katherine Thomas. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kehrt sie 1945 als Beraterin der US-Armee für Frauen- und Jugendfragen im Rahmen des „Reeducation“-Programms der amerikanischen Besatzungszone nach Deutschland zurück, wo sie zunächst in Bad Homburg, dann in München wohnt. Um die Deutschen zu Weltoffenheit, Toleranz und Friedensliebe zu erziehen, konzentriert sie einen erheblichen Teil ihrer Arbeit auf die Förderung der Kinder- und Jugendliteratur. Am 3. Juli 1946 wird die Internationale Jugendbuchausstellung im Haus der Kunst eröffnet. Lepman will, dass „die internationalen Kinderbücher in diesen Heidentempel einziehen und ihre guten Geister die schlimmen verjagen“. Die Ausstellung [...]
  • Autorenporträt zu Helene Böhlau
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    [...] de Beschreibung Helene Böhlau wird 1856 in Weimar geboren und wächst in einem hochkultivierten Elternhaus auf. Sie ist die Tochter des Weimarer Verlagsbuchhändlers und Verlegers Hermann Böhlau und dessen Frau Therese geb. Thon, die aus einer alten für Weimar bedeutenden Juristenfamilie stammt. Diese verfasst über ihren Vater und dessen Familie ein mehrere Generationen umfassendes kulturhistorisches Buch, das für die Familie gedruckt und mehreren Bibliotheken geschenkt wird. Die Brüder der Mutter sind Minister, ihr Großvater wiederum war während der Zeit des Wiener Kongresses Adjutant bei Großherzog Karl August (1757-1858). Im Bewusstsein dieser Familientradition wird Helene Böhlau erzogen. Wegen ihrer Kränklichkeit erhält sie eine sorgfältige Erziehung durch Privatlehrer und wird auch auf ausgedehnte Reisen ins Ausland geschickt. Schon früh zeigt sich ihr Hang zur Schriftstellerei. Bald geht Helene Böhlau gänzlich andere Wege, als die Frauen in ihrer Familie zuvor es getan haben. Sie wird Schriftstellerin. Ab 1882 veröffentlicht sie Novellen und Kurzgeschichten. Auf einer Reise in den Orient lernt sie den Architekten und Privatgelehrten Friedrich Arnd (1839-1911) kennen und lieben. Um Helene als zweite Frau heiraten zu können, konvertiert er vom Judentum zum Islam und nennt sich fortan Omar al Raschid Bey. 1886 heiratet sie ihn in Konstantinopel, wo das Paar dann vier Jahre lebt. Ihr Vater verbietet ihr daraufhin das Haus. 1990 siedelt das Ehepaar nach München über. Sie wohnen erst in der Kaulbachstr. 62, später ab 1900 in der Seestraße 3c. 1895 wird Sohn Omar Hermann geboren. In diesen Jahren tritt Böhlau auch in den 1894 von Anita Augspurg und Sophia Goudstikker u.a. gegründeten Verein für geistige Interessen der Frau ein (1899: Verein für Fraueninteressen e.V.), durch den sich die bürgerliche Frauenbewegung in Bayern verbreitet. Er setzt sich für das Recht auf Bildung bürgerlicher Mädchen und Frauen, für ihre Erwerbstätigkeit und finanzielle Unabhängigkeit ein. Ihre Bücher veröffentlicht die Schriftstellerin unter ihrem Geburtsnamen, manchmal auch mit dem Zusatz „Frau al Raschid Bey“. Ihr Werk umfasst sowohl ambitionierte Kunst- als auch Gebrauchs- und Unterhaltungsliteratur. Seit 1882 veröffentlicht sie Novellen und Romane, die sich in zwei Themengruppen gliedern: das emanzipatorische Recht der Frau (Im frischen Wasser (1891), Der Rangierbahnhof (1896), Das Recht der Mutter (1896) Halbtier (1899) und die Altweimarer Vergangenheit (Ratsmädelgeschichten, 1888; Altweimarische Geschichten, 1897; Der gewürzige Hund, 1916; Die leichtsinnige Eheliebste; 1925). Sie eröffnet ihr Schriftstellerinnendasein mit heiteren Geschichten aus dem Leben ihrer Großmutter. Ihrer eigenen Aussage zufolge wird ihr Leben dann tiefer und schwerer und somit auch die „Bilder ihres Daseins [...]